Dachdecken – ein herrlicher Tag auf dem Land

Ein sehr guter Freund von mir hat mich gebeten,  ihm bei Reparaturarbeiten am Dach seines nunmehr fast 200 Jahre alten Bauernhauses zu helfen. Seine Familie nutzt das Haus als Wochenendhaus. Wir haben dort schon zu Schulzeiten Abenteurer, Entdecker – und Feuerteufel (…) gespielt. Klar, dass ich da mit von der Partie war.

In München hatten wir einen herrlichen Spätsommer Tag. Morgens noch Nebel – und dann kam die Sonne raus. Herrlich.

Eine sehr schöne Abwechslung zur Kellerwerkstatt.

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Das alte Bauernhaus. Es geht los.

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Dieser Teil des Daches ist dringend zu erneuern. Rechts im Bild hat Thomas schon vorgearbeitet. Der Container steht schon bereit, um die alten Ziegel aufzunehmen.

Das wird ganz schön Arbeit.

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So sieht ein Dachboden aus, auf dem sich Dinge der wahrscheinlich letzten 100 Jahre gesammelt haben.

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Interessant zu sehen, wie das die Zimmerer damals gemacht haben – auch mit Holznägeln gesicherte Verbindungen.

Ein schöner Kontrast zu heute, wo im Zweifel ein Lochblech mit dem Druckluftnagler drüber gebatzt wird. Hält auch. Klar, aber….

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Da sammelt sich so einiges „Zeug“ an auf so einem Dachboden. Zum Teil mußte ich ein wenig schmunzeln, „was“ da alles so rumliegt.

Ich sag’s mal so. Die Schwester von Thomas hat vorgeschlagen, ihren Eltern zu Weihnachten einen Gutschein zum Entrümpeln vom Dachboden zu schenken 🙂

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Als ich mir den Dachstuhl, die Verbindungen – und den Zustand der Balken angeschaut habe, war ich recht dankbar, dass wir Unterstützung haben.

Wir können alles brauchen!

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So. Nun geht’s aber wirklich los.

Thomas hat sich entschieden, die Balken zu belassen und nur die Dachlatten auszutauschen. So soll es sein.

Es hat aber schon durchaus einiges an Augenzuzwicken und „na, hoffentlich hält das auch“ gebraucht, um diese alten „Dachlatten“ rauszureissen (überwiegend ging das mit der Hand, so verrottet waren sie schon) und dabei aufzupassen, dass man nicht in den Dachboden runter rauscht.

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Die Zimmerer von damals waren auch durchaus findig, wenn es darum ging, die Balken aneinander „anzugleichen“, um zu einem halbwegs geraden Dach zu kommen. Gut zu sehen an den Aussparungen an diesem Sparren.

Ich habe mich nur immer gefragt, was sich in den letzten 200 Jahren geändert hat. Heute haben die Dächer meist Sparren von bestimmt so um die 8 * 12 cm und einen Abstand zwischen 50 – 70 cm. Diese Sparren haben einen Durchmesser von ca. 6 cm (zum Teil auch deutlich geringer) und einen Abstand von 1,2 m. Das ganze im tiefsten Oberbayern mit einer durchaus respektablen Schneelast – zumindest in den letzten Jahrzehnten; das ändert sich ja gerade.

Gehalten hat es aber – auch „so“.

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Die neuen Dachziegel hat uns der benachbarte Bauer netter weise mit dem Traktor auf’s Dach gehoben. Das hat uns einiges an Schlepperei erspart.

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Langsam hat sich der Nebeln verzogen – fast schon schön dort oben auf dem Dach. Eine herrliche Idylle dort draussen (etwas mehr als eine Stunde vor München).

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Der erste Teil ist geschafft.

Die alten Ziegel sind unten und die neuen Dachlatten dran.

Mittag 🙂

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Nur für den Fall der Fälle… 🙂

Das Ding hab ich noch im „Betrieb“ erlebt in den ersten Jahren, in denen wir raus gefahren sind. Heute ist die Sickergrube stillgelegt. Besser so.

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Die drei Dachdecker vom Lande (Oliver, Tom und Thomas)

🙂

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Die Damen des Hauses haben ziemlich aufgekocht. Es gibt Schweinsbraten mit Knödeln.

Toll!

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Zu diesem Kirchlein sind wir als „Buam“ in abenteuerlichen Nachtwanderungen gewandert – da gab’s dann so einiges zu erleben und die „Madeln“ mussten vor den wilden Tieren beschützt werden…  🙂

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So einen will ich auch haben 🙂

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Genug der Träumerei. Weiter geht’s!

Die neuen Dachziegel müssen rauf. Ich wurde „auserwählt“, die letzten Reihen bis zur Dachrinne machen zu „dürfen“. D.h. an mir lag es, auf der Leiter turnend & nicht gesichert, die alten Dachlatten abzumachen und neue anzubringen. Dann war ich ja schon dabei und konnte auch gleich die neuen Ziegel da hin legen.

Nun gut. Alles gut gegangen.

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Oliver und Thomas bei der Arbeit.

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Ein richtig schöner Bauerngarten von der Mutter von Thomas.

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In diesem kleinen „Teich“ waren wir damals sogar noch Schwimmen. Heute haben die Töchter von Thomas sich da ein Baumhaus gebaut und fangen an, die Dinge zu tun, die wir dort schon gemacht haben.

Geschichte wiederholt sich.

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Ein „paar Jahre später“ sitzt man dann zusammen hinter einem Traktor und repariert ein Dach.

Ich find’s schön, dass es so etwas noch gibt und Freundschaften auch noch nach so vielen Jahren halten können und die Wandlungen, die man so durch macht, über die Jahre überdauern können.

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Das Schild hängt immer noch. Wohl jedes Mädchen hat mindestens einmal im Leben die „Pferdephase“. So auch die Schwester von Thomas.

So stand hier dann auch mal über die Sommerferien ein Pferd im Stall.

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Fertig – und ein paar sehr schöne Quitten und Äpfel durfte ich mir auch noch mitnehmen.

Ein schöner Tag auf dem Land.

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4 Kommentare zu “Dachdecken – ein herrlicher Tag auf dem Land”

  1. Wenn man die heutigen Möglichkeiten beim Dachdecken mit denen von früher vergleicht, muß man schon den Hut ziehen, wie damals Balken gelegt und gelattet wurde. Euer Bericht zeigt sehr schön den Unterschied

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