Nussknacker – ein Weihnachtsgeschenk – Teil 1

Dieses Jahr kommt Weihnachten völlig überraschend – und mir fehlt noch ein Geschenk für Caro. Sie wünscht sich einen Nussknacker. Den werde ich mal ein wenig untypisch bauen. Ein Kasten mit zwei Fächern. Eines für die frischen Nüsse, eines für die aufgeknackten Schalen. Die Nüsse werden dann mit einem großen Hebel geknackt. Der Hebel ist aber so konstruiert, dass man sich da nicht immer die Finger einzwickt – wie bei diesen blöden Nussknackerzangen.

Als Verbindungen werden (offene) Schwalbenschwänze (hergestellt mit der Leigh D4R) und eine Gratnutverbindung zum Einsatz kommen.

Und da als Ersatz für die gefällten Bäume ein Maroni Baum und ein Walnussbaum in unseren Garten Einzug gehalten haben, bin ich überzeugt, dass ein Nussknacker noch viel Arbeit haben wird.

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Der Plan – ist ja nichts Großes.

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Aus dieser Restbohle von den Hockern soll der Nussknacker entstehen. Praktisch ist, dass die Bohle schon gehobelt ist.

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Dumm nur, dass sie ein wenig hohl geworden ist. So wird das nichts mit präzisen Verbindungen.

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Also. Kommando auf Anfang. Die Bohle wird noch einmal gehobelt

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und die erste Bezugskante hergestellt.

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Im Anschluss daran kann alles noch durch den Dicken Hobel.

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Alles ist gerade und im Winkel. Jetzt kann’s losgehen.

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Für den späteren Griff säge ich mir einen Streifen von der Bohle runter.

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Nun aber – mal sehen, was wir daraus machen können.

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Die Teile können abgelängt werden.

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Der Rohbau steht schon mal.   DSC_7508

Mit der Stoßlade und dem Lie Nielsen Bestoßhobel Nr. 51 werden absolut rechtwinklige Stücke hergestellt.

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Das funktioniert wunderbar so. Mit dieser Kombination bin ich sehr zufrieden.

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Auf dem Bild ist das Holz FALSCH rum dargestellt. Die linke Seite (= dem Kern zugewandte Seite) kommt nach Aussen.

Bernhard würde dazu wohl sagen: Inside the tree is outside the box.

Hintergrund ist, dass so die Fugen auch dann dicht bleiben, wenn das Holz arbeitet – es arbeitet praktisch in die Box rein, als andersrum.

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Alle Teile werden sauber mit dem Schreinerdreieck markiert. Ich brauche „so was“. Was jetzt kommt ist – für mich – schon kompliziert genug und man muss ständig schauen, was wohin und vor allem, wie kommt.

So weiß man immer genau, was wo ist. Toll.

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Die Stärke der Bohle wird abgenommen und auf das Streichmaß übertragen.

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Dieses Maß kann dann auf den Seitenteilen angerissen werden.

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Ein wenig Rechnerei ist dennoch dabei. An den Seiten soll jeweils ein halber Zinken hin. der Dritte soll in die Mitte. Da hilft mir wieder mein Maßstab für Dummies 🙂

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Ausgehend von diesem Maß kann ich nun die Leigh D4R einstellen.

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Die Fräsertiefe wird exakt auf die vorher angebrachte Linie vom Streichmaß (= Stärke der Bretter) eingestellt.

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Tom in Aktion.

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Die Schwalben sind alle sauber und gerade geworden.

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Fräserwechsel. Nun geht es an die Zinken. Auch hier wird der Fräser wieder auf die exakte Brettstärke eingestellt.

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und gefräst.

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Auch die sind gut geworden.

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In die Mitte von der Kiste soll noch eine Zwischenteilung kommen. Die Verbindung möchte ich mit einer Gratnut- & -Feder machen.

Hier nehme ich das Maß (Länge) für die Trennwand ab. Die kleinen Striche an den Rändern stehen für die Tiefe der Gratnut.

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Bei diesem Bearbeitungsschritt bricht einem (= mir…) ja durchaus „gerne“ mal der Fräser ab.

Also: ich fahre schweres Geschütz auf. Heute muß der 12 mm Fräser ran. Mal sehen, ob der hält, was er vom Aussehen her verspricht.

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Doch zuvor muß ich erst noch die große Spannzange an der Frässpindel montieren.

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Und die Höhe vom Fräser einstellen. Selbstredend, dass ich dieses maß direkt abnehme.

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Ok. Ich geb’s zu. Ich war feige 🙂

Um den Fräser zu entlasten, habe ich im Zentrum der Gratnut mit der Tischkreissäge eine Nut vorgeschnitten.

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So vorbereitet, kann’s losgehen.

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Mit ein Punkt, weshalb mir die Fräser bei diesem Schritt gerne abbrechen ist, dass sich das Werkstück offenbar ein ganz klein wenig bewegen kann. Im Zusammenspiel mit den 14.000 Umdrehungen des Fräsers ist das dann keine gute Kombination.

Die Zwinge und der Endanschlag sollen’s richten.

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Knapp, aber passend. Alles ist sehr genau eingestellt, um nur ja keine unnötige Bewegung aufkommen zu lassen.

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Dieses mal hat aber alles super geklappt. Die Gratnut ist gerade und einheitlich – und der Fräser ist ganz geblieben.

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Nun kommt noch ein kniffliger Teil. Die Herstellung der Gratfeder an der Tischfräse.

Das Mittelbrett ist in der Mitte markiert, ebenso die Gratnut. Diese beiden Markierungen werden übereinander gebracht. Nun können die Flanken der Gratnut auf die Gratfeder übertragen werden.

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Mit dieser Vorarbeit kann die Tischfräse (konkret: die Frästiefe) annähernd eingestellt werden.

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Zunächst probiere ich aber lieber an einem Teststück, ob auch alles so funktioniert.

Meine beiden selbst gebauten Zuführhilfen sind mir hier ganz recht. Die eine (unten) schiebt das Holz, die andere (oben) drückt das Holz auf dem Maschinentisch. Das hat zwei Vorteile. Zum einen ist dann das Fräswerkzeug verdeckt (und kann dann keinen Unfug treiben) und zum anderen werden die Fräsergebnisse so einheitlich.

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Yep. Gut geworden.

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Nun ist die Nut für den Boden herzustellen.

An sich kein großes Ding. „Problem“ ist nur, dass die Nut an einem Ende nicht durchgehen soll. Das sieht sonst blöd aus mit den Schwalbenschwänzen.

Ich werde das jetzt mal mit der Stemm Maschine machen. Mein Grundhobel wäre zu breit und mit Stemmeisen – habe ich heute keine Lust…

Damit auch alles schön sauber wird, wird der Stemmeissel noch geschärft. Auf den Diamantplatten an jeder Seite mal „drüber“ – bis 8.000 (= Spiegelseite).

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An der Innenseite nehme ich den entstandenen Grat mit einem Diamant Rundkegel weg. Den hätte ich zwar gerne noch feiner. Der tut’s aber auch. Allemal besser, als gar nichts.

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Nun kann der Meissel am Anschlag der Maschine ausgerichtet werden, damit die Nut auch gerade wird.

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Nun nur noch die Tiefe der Nut justieren

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und los geht’s.

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Mit dem langen Hebelarm geht das auch ganz gut. Allemal schneller & bequemer, als mit Stecheisen.

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Gefällt mir gut.  DSC_7552

Noch einmal kurz mit dem Stechbeitel den Nutgrund gesäubert – fertig.

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Der Boden wird zugeschnitten. Das Maß nehme ich von den Seitenwänden ab.

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Jetzt kann es auch schon an das Verleimen gehen.

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Niklas wurschtelt auch ein wenig mit in der Werkstatt. Er brennt mit einem alten Lötkolben seinen Namen in sein neuestes Werk: Ein Schwert vom Nikolaus.

Nun gut. Wenigstens der Weihnachtszeit geschuldet….

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Der Verleimaufbau.

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Hm. Ganz so sauber sind die Schwalbenschwänze leider doch nicht geworden.

Huch – was sage ich!? Nein, nein. Das Holz hat Fehler, die korrigiert werden müssen 🙂

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Dazu mische ich Sägespäne mit Weißleim

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bis sich ein schöner Batz ergibt.   DSC_7562

Der wird dann in die Fugen – sorry: die Holzfehler – geschmiert.

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Der überschüssige Rest wird gleich sauber mit der Ziehklinge abgezogen.

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Sehen doch schon viel besser aus – die Holzfehler… 🙂

Mal im Ernst. Ich habe ein wenig gegrübelt, woran das denn nun liegt, dass die Verbindungen – hier – mal nicht richtig gepasst haben. Bis mir dann eingefallen ist, dass der verwendete Fräser bis zu einer Brettstärke von 22 mm ging; die Bretter aber 23 mm haben. Naiv wie ich bin, habe ich mir gedacht: Das passt dann schon.

Von wegen. Kleine Ursache, große Wirkung.

Nun gut. Wieder was gelernt.

Es geht weiter mit „Nussknacker – ein Weihnachtsgeschenk – Teil 2

 

3 Kommentare zu “Nussknacker – ein Weihnachtsgeschenk – Teil 1”

  1. Bei so offenen Schwalben ist es meiner Erfahrung nach besser die Schwalbe in der Mitte einzusägen und dann einen schmalen Keil hinein zu treiben. Die Schwalbe wird so ein wenig geweitet und der Schlitz geschlossen. Das ist später auch besser zu verputzen als die Leim-Sägemehl-Pampe.
    Ist ein interessantes Projekt und ich bin gespannt wie es weiter geht.

    Gefällt mir

    1. Schönen guten Abend Wolfram,
      ein interessanter Ansatz. Den probiere ich das nächste mal aus – wenn „das“ wiedererwachend (…) noch einmal passieren sollte. Spaß – Modus aus: Danke für den Tip. Wie das mit der „Leim Pampe“ geworden ist, kommt dann im nächsten Post 🙂

      Herzliche Grüße

      Tom

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