Schreibtischstuhl für Niklas – Teil 1

Nach dem Lina gestern ein Regal bekommen hat, wolle Niklas – natürlich – auch was mit dem Papa in der Werkstatt „basteln“.

War ja klar 🙂

Problem war mal wieder das liebe Holz. Aus Fichte wollte ich keinen Stuhl bauen – das ist zu weich und hält nicht. Vom kanadischen Ahorn hatte ich aber nur noch Reste.

Hilft nichts. Jetzt müssen wir eben improvisieren und das Beste draus machen. Die Verbindungen möchte ich gerne mit Zapfen machen. Wir haben leider nur den Nachmittag Zeit. Mal schauen, ob wir das schaffen.

Es geht los.

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Niklas darf sich im Internet einen Stuhl aussuchen.

„Den möchte ich haben Papa“.

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Einen kleinen Plan brauche ich doch. Das wird schließlich mein „erster richtiger“ Stuhl (dh. nicht aus Plattenmaterial gebaut).

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Es wird – buchstäblich – am lebenden Objekt Maß genommen. Es soll ja passen. Sonst schimpft hinterher der Auftraggeber.

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Das wird er nun – die Maße stehen fest.

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Mal schauen, ob wir den Stuhl aus diesen Holzresten rausbekommen. Lassen wir uns mal überraschen.

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Zunächst ist einiges zu hobeln.

Die beiden Griffplatten (oder wie auch immer die Teile heißen) habe ich mir im Baumarkt beim Bau Bedarf geholt. Sie sind recht praktisch, da die Hände nicht so nah an der Hobelwelle sind und durch die Gummibeschichtung das Holz gut zu halten ist.

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Mit dem Anschlag wird der erste 90 Grad Winkel angebracht – und hier auch überprüft. Passt alles.

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Niklas soll ja auch was tun.

Also. Hier kann er sich an der Dickte nützlich machen und das Holz rausnehmen und wieder auf die Maschine für den nächsten Durchgang legen.

Ihn freut es, dass er bei seinem Stuhl mit bauen darf.

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Das Aushobeln wäre geschafft – und rund 45 min. vorbei.

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Die ersten beiden Stuhlbeine werden abgelängt.

Niklas passt auf, dass Papa alles richtig macht. Lina „wurschtelt“ auch in der Werkstatt rum – wenn da schon mal so viel los ist, will ich auch mit machen.

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Nun kann das Maß von den vorderen Stuhlbeinen zusammen mit der Sitzfläche auf die hinteren Beine übertragen werden.

Erste Anprobe.

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Die hinteren Beine bekommen einen „schiefen Schnitt“ – das ist dann später für den Rücken angenehmer, als wenn die Lehne im 90 Grad Winkel steht. Das Groß mache ich auf der Tischkreissäge. Damit ich weiß, wo ich aufhören muß (gestoppter Schnitt), habe ich mir am Parallelanschlag eine Bleistifmarkierung angebracht. Da ist dann Schluss (rechts hinter dem Sägeblatt zu sehen).

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Ganz ging das natürlich nicht auf der Tischkreissäge. Den Rest mache ich mit der Stichsäge.

Ich werde beide Beine gleichzeitig schneiden. Das soll spätere Anpassarbeiten erleichtern. Wichtig ist daher, dass  die Teile wirklich unverrutschbar gesichert werden.

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Papa – da ist eine Ecke drin!

Hm. Jetzt hat er es doch gemerkt. Beim Umspannen habe ich eine Schraubzwinge weggelassen – und die Teile sind mir natürlich prompt verrutscht.

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So kommen sie „aus der Stichsäge“. Die grobe Form ist bereits zu erkennen.

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Also – jetzt muß ich doch Anpassarbeiten machen. Das hab ich nun davon.

Erster Versuch. In der Hinterzange mit dem Nr. 4. Ging „leidlich“. Das Holz hat oben immer ein wenig nachgegeben. Der Nr. 4 ist schlicht zu groß.

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Nun aber. Ab zur Vorderzange. Da ist mehr Spannfläche und das ganze Werkstück kann fixiert werden. Das geht schon recht gut – auch mit dem Nr. 4.

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Schon ganz passabel gerade.

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Noch ein paar Feinheiten mit der Ziehklinge.

Ich bin – immer wieder – von diesem „simpelst“ Werkzeug begeistert!

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Sehr gut ging es mit dem Schweifhobel (gerade Sohle). Ein wenig „tricky“ – nach anfänglichen Schwierigkeiten ging es aber immer besser.

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Er macht wunderbar feine Späne.

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War klar. Niklas wollte auch mal.

Stellt sich gar nicht so schlecht an der junge Mann 🙂

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Wird ja – sieht schon mal gut aus.

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Niklas hat dann auch gleich beim Saubermachen geholfen.

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Und was kommt jetzt?

Na, jetzt müssen die Maße ermittelt werden für die Zapfenverbindungen – Maß nehmen.

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Die Sitzfläche erhält in den hinteren Beinen eine kleine Nut – da kann sie dann satt aufsetzen. Das sollte ganz gut halten.

Die Nut mache ich wieder auf der Tischkreissäge. Das hat sich bewährt.

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Da sollen dann später mal die Stuhlbeine hin.

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Mit dem Streichmaß werden die Maße übertragen.

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Niklas macht auch seine Pläne.

Hier sind es wilde Tiere, die im Garten lauern. Wir müssen aber dem Osterhasen noch Bescheid sagen – nicht, dass er keine Ostereier vorbeibringen kann!

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Die Federn mache ich auch wieder auf der Tischkreissäge. Das geht ratz fatz und ist sehr genau.

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Hat gut geklappt.

Ich muss nur aufpassen, die Teile nicht zu verwechseln. Sie sind – ein ganz klein wenig – unterschiedlich groß. Da soll es durchaus Leute geben, die in derartigen Situationen die Teile schon verwechselt haben. Dann würden wieder schlimme Worte in der Werkstatt fallen – geht gar nicht, wenn Kinder da sind 🙂

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Langsam erkennt man schon einen Stuhl.

Die Teile unten kommen dann später aber unter die Sitzfläche nach oben.

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Noch eine Nut für die Nutklötzchen an die Zarge angebracht.

Der neue „Schiebestock“ funktioniert wunderbar. Den wollte ich immer schon mal bauen – und habe jetzt fast ein Jahr gebraucht, um an Restholz Brettchen eine kleine Nase anzuleimen, damit ich das Holz richtig schieben kann.

So fühle ich mich aber deutlich wohler – und die Hände sind weiter vom Sägeblatt weg. Auch mal was Gutes.

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Paßt alles.

Das Schreinerdreieck soll mir helfen, die vielen Einzelteile nicht zu verwechseln.

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Das Maß der hinteren Zarge (im Vordergrund) gibt das Maß für die beiden Rückenlehnen Teile vor.

Ich mache das lieber so, als das zu messen. Da schleichen sich sehr gerne völlig unnötige Fehler ein.

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Nun geht es an das Markieren der künftigen Zapfenlöcher. Da muß man sich ganz schön konzentrieren, um keine Fehler zu machen.

Von welcher Kante aus habe ich jetzt das Maß genommen? Wo muß das Loch eigentlich noch mal hin? Welches Teil kommt da mit welchem Zapfen wie rum rein?

Da kann „Mann“ schon mal ganz schön in’s Grübeln kommen.

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Scheint aber zu passen – die Markierungen treffen sich alle.

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Die Stemm Maschine wird schon mal rausgeholt. Niklas schaut schon mal, ob das Ding überhaupt funktioniert.

Tut es. Leider hat der Kreuztisch aber eine „Macke“. Er verstellt sich immer wieder. Ein korrektes Arbeiten ist so leider nicht möglich. Da ich aber die Zapfenlöcher vollständig angerissen habe, werde ich das jetzt mal so versuchen. Dann muß ich eben ohne den Anschlag arbeiten. Dauert halt.

„Irgendwann“ muß ich mich dem Ding dann mal annehmen. Das ist ja nicht Sinn der Sache.

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Eine ganze Menge Teile.

Leider haben wir jetzt keine Zeit mehr.

Hier geht es weiter mit Teil 2 vom Stuhlbau.

 

2 Kommentare zu “Schreibtischstuhl für Niklas – Teil 1”

  1. Hallo Tom,

    du bist ja richtig fleißig, ein Projekt nach dem anderen gibt es hier zu sehen!

    Schön, das sich deine Kinder so dafür interessieren was du machst, dann macht das Arbeiten ja auch noch mal mehr Spaß.

    Zum beschriften der einzelnen Teile. Ich verwendet Creppband, das lässt sich rückstandfrei entfernen. Was auch geht ist die fertigen Zapfen mit einem Bleistift beschriften, das sieht man ja später nicht mehr.

    Was mich noch interessieren würde, wie laut ist die Felderkombi beim Sägen und Hobel im Haus zu hören. Beschwert sich deine Frau eine Etage über dem Keller nicht über den Lärm?

    Viele Grüße
    Christoph

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    1. Schönen guten Abend Christoph,
      mit dem Creppband hatte ich auch mal versucht – das war mir dann aber zu umständlich. Mit dem Schreinerdreieck geht an sich schon sehr gut. Am Ende beim Verputzen ist das auch immer sehr schnell wieder weg.
      Die Felder ist schon „laut“. Meine Frau hat sich bisher aber noch nie beschwert. Sie meint, „man hört sie schon“. Das scheint aber nicht so unangenehm zu sein. Selbst „Frauennachmittage“ können da – über Stunden …. – im Wohnzimmer abgehalten werden, ohne dass sich „die lieben“ beschweren würden.

      Ich habe allerdings eine dicke Feuerschutztüre verbauen lassen. Wir haben auch noch eine Bodendämmung im Keller und darauf dann erst die Fußbodenheizung. Mag sein, dass das auch ganz gut vom restlichen Haus entkoppelt. Man muß auch im Kopf behalten, dass die Felder ja „nicht ewig“ an ist. Die Säge ist ja meist nur sehr kurz an. Der Hobel läuft – manchmal – schon auch ein wenig länger (den hört man noch am ehesten), den braucht man aber ja nicht so häufig. Die Fräse „geht“. Die Absaugung ist da fast noch am lautesten.

      Herzliche Grüße

      Tom

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