13. Frontbrett – Version 2

Heute konnte ich wieder in die Werkstatt. Das Frontbrett lag mir schon recht im Magen.

Alles noch mal auf Anfang; diesmal aber anders, als das letzte mal :-).

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So – das wird nun das neue Frontbrett / Vers. 2 🙂

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Zum Formatieren / Längsschnitt mache ich noch das Längsschnitt Sägeblatt drauf – das gibt einen deutlich besseren Schnitt (ohne Brandspuren).

@ Volker: … ich hab sie immer noch nicht sauber gemacht. Schande über mich

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Das alte Frontbrett dient als – grobes – Maß.

Diesmal zeichne ich alles mit deutlich Übermaß an.

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Es geht los mit dem Formatieren.

Bei 2,5 m stößt meine Werkstatt – absolut – an ihre Grenzen. Es ist alles bis auf den letzten cm ausgereizt.

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Nach dem ersten Längsschnitt kommt das Ablängen; dann paßt das Mordsdrumm auch besser in die Werkstatt.

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An der ersten Bezugskante kann nun am Parallelanschlag entlang die 2. Kante abgeschnitten werden.

Immer wieder dazwischen ein Check – damit ja nicht noch ein Brett versaut wird. Es soll ja Leute geben, die haben sich schon mal verschnitten…

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So – das grobe Formatieren ist geschafft. Das ich immer eine rechte Sauerei in der Werkstatt.

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Nun gehts mit dem Aushobeln weiter.

Hier ist die erste Fläche an der Reihe. Wichtig ist, Druck nur auf dem hinteren Tisch der Hobelmaschine auszuüben – das ist die Referenzfläche (nicht der Zuführtisch).

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Diese gerade Fläche wird nun genutzt, um am Anschlag an der Kante einen sauberen 90 Grad Winkel abzuhobeln.

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Die erste Fläche und die erste Kante sind nun fertig.

Ab in die Dickte – damit diese Flächen zueinander parallel werden.

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Ein durchaus wichtiger Schritt – Maß nehmen. Nun ist absolute Konzentration angesagt….

Ich hole mir das Original Brett. Messen mit Maßband hat sich bei mir nicht bewährt. Da gibt es zu viele Fehlermöglichkeiten.

So muß ich nur das Maß am Original Brett auf das neue Frontbrett übertragen.

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So kommt das Maß „von da“ nach „da“. Nur nichts mehr verrutschen.

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Auch die Breite zeichne ich schon an – obwohl das zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht nötig wäre.

Auch hier nehme ich das Maß vom Original Brett.

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Nachdem die Aussen Maße feststehen, kann ich wieder die „alte“ Schablone nutzen und die Maße für die Schubläden übertragen.

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Das Ganze soll mittig werden.

Da Juristen nicht rechnen können, hab ich mir ein Maßstab „für Dummies“ gekauft. Ausgehend von der mittigen Null ist die einzige Herausforderung, an beiden Seiten das gleiche Maß zu bekommen. So was kriege selbst ich hin (da muß ich auch nicht rechnen 🙂 ).

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Jetzt kommt „der“ Schnitt – diesmal mache ich’s aber richtig.

Ein Längsschnitt.

Der „Trick“ an der Sache ist, dass man nicht von Aussen nach Innen schneidet (dh. zuerst die Endbreite und dann die Schubkästen). Sonst fehlt – wieder – Holz.

Daher mache ich nun im ersten Schritt die Schnitte, die Innen sind. Sind die dann fertig, kann ich noch mal Maß nehmen und dann den Verschnitt, der sich durch die Sägeblattbreite ergeben hat, berücksichtigen.

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Die einzelnen Teile, die am Parallelanschlag gesägt worden sind, lasse ich noch mal durch die Dickte. Ich möchte absolut parallele Bretter haben – sonst wird’s schief.

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Hier sieht man sehr gut den Effekt, den ich vorhin versucht habe, zu erklären.

Der Finger ist an der Stelle, wo – tatsächlich – die Endbreite ist. Die Bleistiftspitze ist an der Stelle, die sich ergeben hat, als ich das Maß angezeichnet habe, bevor ich geschnitten habe. Man sieht, das ist durchaus relevant und wird umso schlimmer, je mehr Schnitte zu machen sind …

Bei dem Frontbrett (Vers. 1) war das der 2. Fehler. Durch die vielen Schnitte (quer zur Faser / in der Breite) haben mir am Ende rd. 3 cm gefehlt – das Brett war nun schlicht zu klein für den schon fertigen Korpus.

Das wird nun aber anders. Jetzt weiß ich ja, wie’s geht 🙂

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Also. Die ersten beiden Längs Schnitte sind fertig. Nach oben und unten habe ich noch genügend Übermaß für die noch anstehenden Anpassarbeiten mit dem Hobel.

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Wieder Rechnerei. Die Schubkästen sollen gleichmäßig verteilt werden und mittig sein. Konzentration!

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Ich freue mich immer wieder über meine schöne neue Hobelbank. Selbst so lange Bretter können an ihr sehr gut gefügt werden. Die Vorderzange ist sehr lang und bietet sehr guten Halt. Dadurch, dass an der Front der Hobelbank alles bündig ist, kann ich auch so lange Bretter schlicht mit einer Schraubzwinge am anderen Ende festmachen. Das hält bombenfest.

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Geht wunderbar. Den Tip von Charlesworth habe ich mir zu Herzen genommen. Die vordere Hand kommt bei mir nur noch auf den Boden des Hobels – nicht mehr auf den vorderen Griff. Dadurch bekommt man zu leicht einen Winkel rein und die schöne Kante ist versaut.

Ich habe gar kein Bedürfnis nach einem Seitenanschlag. Wozu auch?

Ich füge die Bretter, die später wieder zusammengeleimt werden lieber jetzt schon. In der Länge geht’s leichter, als hinterher mit den vielen kleinen Einzelteilen.

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Bis jetzt ist alles schön dicht. Die Maserung läuft einheitlich durch. So wollte ich’s.

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Ganz wichtig. Alle Einzelteile gut kennzeichnen – eine Verwechslung wäre gerade bei dem „Spiel“ hier verheerend. Dann wäre der ganze Effekt der durchgehenden Maserung wieder dahin und der ganze Aufwand umsonst.

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Auch hier wieder. Messen von der Mitte aus. Man erkennt deutlich, dass nach oben und unten noch Übermaß vorhanden ist – das war aber auch notwendig.

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Auch in der Längsachse fange ich mit dem Messen von der Mitte aus an.

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Nach dem ersten Schnitt, übertrage ich das Maß von eben dieser Schnittkante. Das wird die Anschlagkante am Parallelanschlag. So wird das Brett – sicher – parallel. Nie die Bezugskante wechseln!

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Und nun geht’s an’s Schneiden.

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Im Gegensatz zum ersten mal mußte ich nun nur am mittleren Brett die Schnitte anbringen, um die Schubkästen auszusägen.

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Nun geht’s an das Feintuning.

Meine Stoßlade leistet mir wieder gute Dienste. Es sind die Sägespuren zu beseitigen und alle Kanten wirklich gerade zu machen. Meine Felder Kombi macht zwar sehr gute Schnitte – mit einem guten Hobel wird’s aber einfach – deutlich – besser & genauer.

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Die kleinen Mittelteile zwischen den Schubkästen müssen exakt die gleiche Höhe haben – sonst gibt’s hinterher eine unschöne Fuge.

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Ein recht kniffliger Part – das Verleimen. Um das Maß der Schubkästen nicht zu verlieren, die Fronten aber nicht wieder mit einzuleimen, stelle ich sie senkrecht in ihre künftige Position. So sehe ich deren Breite, sie werden aber nicht von austretendem Leim wieder angeleimt.

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Der Verleimaufbau. Noch großartig mehr Zwingen habe ich fast nicht mehr…

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Hat alles glücklicherweise gut geklappt.

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Nun noch einmal durch die Dickte, damit alles wieder gerade wird. Ein ganz kleiner Versatz ergibt sich immer beim Verleimen.

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So sieht’s jetzt aus – deutlich besser als bei Vers. 1. Ganz kleine Fugen sind – natürlich – auch da. Aber nicht mehr so viele und vor allem verlaufen sie mit der Faser und fallen deshalb nicht so sehr auf.

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Fertig – alles paßt und die Maserung läuft durch. So sollte es sein.

Die Schubkästen Fronten muß ich dann noch anpassen. Das mache ich, wenn die Schubkästen an der Reihe sind.

Puh – ganz schön viel Arbeit.

Weiter mit Teil 14. Korpus – Zusammenbau

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