18. Verputzen – Teil 2 & Böden

Man könnte fast sagen: Endlich – schlechtes Wetter. Ab in die Werkstatt 🙂

Heute hatte ich – tatsächlich – ein paar Stunden und konnte wieder weiter machen. Am Ende sieht’s nach gar nicht so viel aus. Es sind aber wieder viele Hobelspäne gefallen und Schweiß geflossen.

Hier die Bilder von Heute:

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Es geht weiter mit dem Verputzen der restlichen drei Schubkästen. Ich fange mit dem Lie Nielsen Nr. 62 Flachwinkel Schlichthobel an.

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Nach ein paar Minuten wird mir warm – das Hemd kann weg 🙂 Aus Interesse habe ich noch die Lie Nielsen 7 1/2 Flachwinkel Rauhbank rausgeholt. Das geht – deutlich – besser. Da macht sich das Mehr an Masse deutlich bemerkbar. Obwohl an sich schwerer, geht er leicht durch’s Holz. Das Hobeln geht so besser.

Masse zählt – doch.

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Die Mikrofase noch mal kurz abgezogen. Das hilft ungemein.

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Die Kanten breche ich mit dem „Kleinen“ (Lie Nielsen Nr. 102). Den mag ich recht gerne. Da ist nicht das Theater mit dem Rost; der ist aus Bronze.

Mit Rost habe ich leider Probleme. Die Werkstatt ist zwar „normal“ & durchgängig geheizt. Rost habe ich aber trotzdem. Nach jedem mal Arbeiten heißt es, Kamelien Öl drauf. Ich habe zwar mittlerweile ein ganz gut funktionierendes System aus einem Lappen und einem kleinen Fläschen mit Kamelien Öl. Oben auf dem Fläschen kommt ein „Docht“ raus, der das Öl von unten zieht und so immer getränkt ist.

Lästig bleibt’s aber allemal….

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Beim Einspannen an der Hinterzange nehme ich lieber die „langen“ Bankhaben. Dann ist mehr Länge in der Bank (leiert dadurch das Loch nicht so aus) und ich habe mehr Länge, die anliegt. Dadurch ist der Druck auf das Werkstück nicht so hoch. Beschädigungen werden minimiert.

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Die – allerletzten – Ecken, in die ich mit dem Nr. 102 nicht reinkomme, mache ich mit dem Stechbeitel. Wenn man nicht zuviel auf einmal abnimmt, klappt das mit ein wenig Übung wunderbar.

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Die Leimreste mache ich lieber mit einem – ganz alten – Hobeleisen weg. Das schont die „richtigen“ Hobeleisen und ich muß nicht so häufig schärfen.

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Nun geht’s an die Böden.

Bernhard hat mir den Tip gegeben (Danke nochmal dafür!), die Maserung quer zu machen. So kann das Holz nach hinten raus arbeiten. Längs ist die Ausdehnung ja nicht so ausgeprägt.

Fachlich ist das schon richtig. Es beschert aber zusätzliche Arbeit. In diesem Fall mußte ich den Boden aus zwei Stücken zusammen leimen.

Beim nun anstehenden Hobeln hat das dann noch den Nachteil, dass man zwei recht lange Seiten mit „Kurzholz“ hat. Da ist das Hobeln nicht so ganz ohne.

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Aber zunächst einmal muß die richtige Breite der Böden abgenommen werden.

Wie immer. Nicht messen. Ich übertrage das richtige Maß lieber am lebenden Objekt.

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Die Böden müssen rundum abgeflacht werden, damit sie in die Nutzen passen.

Um alles gleichmäßig zu hobeln, reiße ich mir mit dem Streichmaß das Maß ringsum an.

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Das gleiche mit der Dicke. Soviel soll dann später in der Nut verschwinden.

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Trotz „kurzem“ Holz, bringt der Lie Nielsen Nr. 62 schöne, lange & durchgehende Späne. Das Eisen ist noch scharf.

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Erste Anprobe. Paßt.

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Wieder Maß nehmen. Der Überstand ist noch wegzuschneiden. Dann ist der Boden fertig.

Auch das mache ich lieber ohne mit dem Zollstock / einem Messinstrument. Im Zweifel passt das dann nicht. Eine mögliche Fehlerquelle ist z. B. dass der Boden – doch nicht – überall so tief reingeht, wie er eigentlich sollte (kommt bei mir natürlich nicht vor… 🙂 ) und dann geht das Theater wieder los, weil der Boden zu kurz / zu lang ist…

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Der erste Aufbau, wie ich die Böden eingespannt habe, um die Schrägen abzuhobeln.

Der Niederhalter hält das Brett auf der Hobelbank. Der Bankhaken gibt den Widerstand, damit das Brett nicht wegrutscht. Funktioniert. Aber – bei mir – nur „leidlich“. Das Brett rutscht immer ein klein wenig rum. Das stört beim Hobeln ungemein.

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„So ein schöner Span“ (auch kurzes Holz) 🙂

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Das habe ich davon.

Mir war dieses ständige Rumgefummel mit dem Niederhalter zu blöde. So habe ich das Brett in der Hinterzange gespannt.

Leider stimmt der alte Spruch. Wo rohe Kräfte ohne Sinn und Verstand walten…. oder nach fest kommt ab….

Das Brett ist mir in der Mitte (nähe der Leimfuge, nicht aber die Leimfuge selbst) gebrochen. War wohl einen Tacken zu fest. Ärgerlich.

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Kein Problem. Dachte ich.

Bei meinem letzten Besuch bei meinem Werkzeug „Dealer“ habe ich mir ein kleines Fläschen von diesem Wunderzeug aus Amerika gekauft. Das ist „Sekundenkleber“ für Holz. Hat mir der Verkäufer gesagt und steht auch drauf.

Das einzige, was da geklebt hat, waren meine Fingerkuppen. Das Holz hat nicht gehalten.

Positiv ausgedrückt, habe ich wahrscheinlich was falsch gemacht. Was, weiß ich aber nicht. Das war die Original Bruchkante, alles sauber und trocken.

Einen Versuch gebe ich dem Zeug noch. Sonst kommt’s wieder weg.

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Also. Zurück zu Altbewährtem. Das hat dann funktioniert.

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Mit der Ziehklinge noch schnell die letzten kleinen Leimreste weggemacht. Fertig. Hat mich aber trotzdem alles in allem rd. 20 min. gekostet.

Meine Frau hat mich dann heute Abend gefragt, ob ich Besuch hatte. Sie hätte einen recht lauten Fluch aus der Werkstatt gehört. Konnte ich ihr so auch nicht erklären. Sachen gibt’s…

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Nun also mal so. Auch wieder Altbewährtes.

Das hat dann – wunderbar – funktioniert. Und ich brauche noch nicht einmal diesen Niederhalter. Bin ich froh, noch nicht diese unzähligen Löcher in meine Hobelbank gebohrt zu haben, in die man sonst den Niederhalter macht. Wenn das Zeug nicht hält, brauch ich’s auch nicht.

Die Dinger sind bestimmt gut. Ich krieg die zu klemmenden Teile auch fest. Ich finde nur die Handhabung mit dem Schraubkopf oben nicht sonderlich anwendungsfreundlich.

Ich bleibe jetzt erstmal bei meinen Schraubzwingen.

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Eine kleine Hilfestellung beim anhobeln der Abplattenden. Die kleine Ecke geht bis zum Riß. Jetzt hobelt man einfach bis zum Ende von der Ecke (= unten) und sieht dann, dass man an der vorher angebrachten Linie vom Streichmaß ist.

Nichts Großes. Anders aber ist man ständig am schauen, ob man schon über / unter der Linie ist. Bei mir in der Werkstatt ist das unangenehm, weil ich dann von unten nach oben schauen muß – und da schaue ich dann in die Leuchtstoffröhren. Wirklich sehen ist was anderes; das hat mehr mit raten zu tun.

Das Thema „Licht in der Werkstatt“ steht aber bereits auf der Agenda. Das mache ich dann nach diesem Projekt – ganz bestimmt…

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Der Gummihammer ist neu. Ein schönes Teil. Er ist fest genug, so das man das Holz treiben kann. Aber weich genug, dass das Holz nicht kaputt geht. So spart man sich die Unterlage, die ich sonst immer gebraucht habe, wenn ich einen „normalen“ Eisen Hammer genommen habe.

Eine, kleine, Erleichterung. Darf auch sein.

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So. Die Böden sind fertig. Jetzt muß nur noch eine kleine Schraube hinten in den Boden rein zur Sicherung. Das mache ich lieber an der Standbohrmaschine. Es soll durchaus Leute geben, die beim Freihandbohren schon mal durch das Brett gebohrt haben, weil sie nicht ganz senkrecht gebohrt haben…

Der lange Schiebetisch der Tischkreissäge ist mir da mal wieder eine willkommene bewegliche Ablagefläche. Endlich mal ein Vorteil von der an sich zu kleinen Werkstatt.

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Da soll sie hin. Die Schraube. Dank der Standbohrmaschine sind die Senkungen alle schön gleichmäßig tief.

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Fertig.

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Seitenansicht inkl. Boden.

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Wenn ich nicht wüßte, dass ich da fast einen Tag dran gearbeitet habe, würde ich sagen. Sieht aus, wie letzte Woche. Nur die Böden liegen nicht mehr oben drauf….

Es geht weiter mit „19. Laufleisten – Teil 1

 

Hier geht’s zurück zur Übersicht vom Schubkästen Regal

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5 Kommentare zu “18. Verputzen – Teil 2 & Böden”

  1. Eine echt schöne und präzise Arbeit, das mag ich… mach weiter so und zeig uns alles 🙂
    Mich interessiert auch diese Werkzug bzw. Plastikwanne, wo du die her hast???
    LG Matthias

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    1. Schönen guten Abend Matthias,

      Danke für die netten Worte!

      Diese Plastikwanne habe ich von unserem „Baumarkt um die Ecke“. Das ist eine Wanne für so um die 2 – 3 €, die man sonst in der Garderobe für Schmutzschuhe benutzt. Das war eigentlich eher ein Zufallskauf. Sie tut aber was sie soll, ist günstig und läßt sich problemlos reinigen.

      Herzliche Grüße

      Tom

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  2. Hallo Tom,

    deine Berichte schaue ich mir gerne an, auch weil du die kleinen Missgeschicke zeigst die einem passieren können. Alles in Allem sehr schöne Arbeit!

    Mir ist aufgefallen, dass du deine Schleifsteine in einer kleinen Plastikwanne liegen hast. Magst du verraten was das für eine Wanne ist, bei mir gibt es unter den Steinen eine günstige Fussmatte aus dem Autozubehör, die gefällt mir noch nicht so richtig gut.

    Viele Grüße
    Christoph

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