5. Aushobeln – per Hand – 2. Teil

Heute ging es mit dem Aushobeln des Deck – Brettes weiter.

Wenn sich meine Frau das nicht wünschen würde…

Es ist viel Schweiß & Wasser geflossen, aber ich bin recht weit gekommen. Fertig bin ich aber leider noch nicht. Mal sehen, wie das weiter läuft.

Hier die Fotos vom heutigen Tagwerk:

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Mit Hilfe der Winding Sticks prüfe ich, wie weit ich bin. In der Mitte sind noch sehr deutlich 2 Mulden zu erkennen.

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Da hab ich noch was vor mir. Das sind gut 4 mm.

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Es ist immer noch quer zur Faser angesagt. Ich nutze den Lie Nielsen Nr. 7 1/2 mit einer 50 Grad Fase + Mikrofase.

Die besten Ergebnisse habe ich bekommen, wenn ich – abwechselnd – mal von rechts, links jeweils mit rd. 45 Grad- und dann im 90 Grad Winkel quer zur Faser gehobelt habe. So wird die Fläche am gleichmäßigsten gerade.

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Schärfen ist angesagt. Das Eisen schafft eine Menge Späne.

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Niklas schaut sich – doch – einiges vom Papa ab habe ich gemerkt. Schön, wenn man den Kleinen etwas mitgeben kann. Wichtig ist mir, den Kindern den Zugang zum handwerklichen Arbeiten mit auf den Weg zu geben. Das kann man – immer – brauchen und hilft einem auch dann, wenn man nicht in einem handwerklichen Beruf arbeitet.

„Anpack Mentalität“ ist mir lieber als „Null Bock Generation“.

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Papa, ich hab eine Blase vom Hobeln bekommen!

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Ist ja gar nicht schlimm – reingefallen 🙂

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Wozu so ein Schiebetisch nicht alles gut ist?

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Ich probiers mal mit dem Lie Nielsen Nr. 4. Längs zur Faser. Ich bin so gespannt, wie die Maserung aussieht.

Noch zu früh, um mit ihm weiter zu machen.

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Warum ich das nicht schon viel früher gemacht habe.

Bienenwachs auf die Laufsohle. Da rutscht der Hobel übers Holz wie der Eisstock auf der Eisstockbahn. Viel (!) weniger anstrengend.

Ich bin mir nur nicht so sicher, wie sich das mit dem späteren Hartöl verträgt. In dieser Phase ist das aber noch unschädlich. Sobald ich an die letzten Schichten im Holz komme, die weg sollen, lasse ich das Wachs weg – und muß mich nicht ganz so plagen.

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Eine ganze Menge Arbeit – und noch nicht fertig.

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Schärfpause.

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Jetzt wird’s aber langsam. Noch ein kleiner Check mit den Winding Sticks & der Richtlatte.

Der Berg an Hobelspänen wird immer größer.

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Mittlerweile hoble ich längs zur Faser. Diesmal mit dem Lie Nielsen Flachwinkel Nr. 164. Der ist recht praktisch, weil man – trotz Flachwinkler – auch während des Hobelns das Eisen verstellen kann. Bei ihm ist ein anderes System verbaut worden („Bailey“-Eisenfeinjustierung).

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Ich kann’s mir einfach nicht verkneifen.

Die Ziehklinge muß noch raus. Ich will sehen, wie die Maserung aussieht.

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Na endlich – die erste Seite des Brettes ist fertig. Mehr hobeln wäre auch nicht gegangen. Ich hab keinen Platz mehr auf der Hobelbank für die Späne 🙂

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Die Oberfläche spiegelt schon sehr schön. Bis zum Finish werde ich das zwar noch mal machen müssen, aber das Bild war mir die 10 min. Arbeit wert.

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Alles gerade. Die erste Seite des Brettes ist fertig. Juhuuuu!

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Jetzt kann ich die Späne aber nicht mehr sehen. Es wird sauber gemacht.

Es geht an die zweite Seite des Brettes. 

Das wird der eigentlich knifflige Teil der ganzen Aktion. Das Brett soll ja nicht nur gerade sondern auch überall gleich dick werden.

Ich bin gespannt, ob ich das überhaupt hinkriege. Ich bin gespannt…

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Die „Ziel Stärke“ wird an den anderen 3 Brettern, die schon fertig sind, abgenommen.

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Und auf das vierte Brett übertragen. Die eben geebnete Fläche dient nun als Referenzfläche. Einmal rundum und man sieht, wie viel Holz weg muß.

Hätte ich das mal nicht gemacht.

Da müssen zum Teil 8 mm weg! Oh je. Mehr als einen halben Tag Arbeit und der eigentliche Teil kommt offenbar erst noch.

Es hilft nichts. Da WILL ICH JETZT DURCH 🙂

Früher haben die Schreiner das den ganzen Tag & ständig gemacht. Dann werde ich doch wohl ein einziges Brett schaffen. Pah!

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Ne ganze Menge Holz muß da weg.

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So sieht meine Herausforderung aus.

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Die Richtlatte macht das Ganze nicht unbedingt entspannter.

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Da fällt mir ein. Mein Schwiegervater hat mir doch noch so einen alten Ulmia Schrupp Hobel vererbt. Das Eisen sieht allerdings nicht sehr gut aus.

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Da hilft mir die Tormek.

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Ahh – so geht das. Die Späne sind schön lang; man kriegt richtig was weg.

Kleiner Insider:

Die Bank wackelt (immer noch) nicht – auch beim Schruppen 🙂

Das, was da weg muß, ist aber recht viel.

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Ok – ich geb’s zu.

Als Büromensch bin ich richtige Arbeit schlicht nicht mehr gewohnt. Ich hole den Discounter Elektro Hobel raus, der mir schon beim Gartenhaus gute Dienste geleistet hat. Für so eine – nicht präzise – Arbeit tut er’s allemal. Ich kann Kräfte sparen – habe ich nach den heutigen rd. 6 Stunden Hobeln am Stück bitter nötig…

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Ok – präzise ist was anderes. Das war aber auch nicht bestellt. Es sollte nur das Gröbste weg.

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Wo stehen wir denn jetzt?

Gar nicht so schlecht.

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Eine „schöne“ Oberfläche ist was anderes.

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Also – es geht wieder los.

Quer zur Faser – die x.

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So. Jetzt hab ich keine Lust mehr.

Der Rest muß warten.

 

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3 Kommentare zu “5. Aushobeln – per Hand – 2. Teil”

  1. Hallo Tom,
    zunächst wünsche ich Dir noch ein gutes neues Jahr. Mein Respekt wie Du von Hand diese Bohle geplant hast. Das werde ich in diesem Leben nicht mehr lernen. Bei mir scheitert es schon am vernünftigen Schärfen.
    Ich Banause hätte die Bohle mittig geteilt und dann alles mit der Hobelmaschine ausgehobelt. Abschließend auf dem Schiebtisch fügen und wieder verleimen. Durch den Trennschnitt gehen unter Umständen auch Spannungen aus dem Holz, die ein späteres Reissen verhindern. Alternativ, wenn die Bohle partout ganz bleiben soll, eine Fräsbrücke bauen und mit der Oberfräse planen. Als Referenzfläche kann hierbei wieder Deine schöne Hobelbank dienen.
    Bitte nicht böse sein über meinen Beitrag. Ich denke nur laut über einen für mich gangbaren Weg nach.
    Viel Erfolg weiterhin. Ich lese Deinen Blog mit großem Interesse.
    Gruss
    Olli

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    1. Schönen guten Abend Olli,

      ja, das wären alles Möglichkeiten, dieses Brett eben & gerade zu bekommen. Da bin ich bei Dir & auch dankbar, dass Du das aufgezeigt hast.

      Hier jetzt aber, möchte ich das mal durchziehen. Ich habe das auch noch nicht gemacht und wollte „am eigenen Leib erleben“ (… und das tue ich tatsächlich gerade mit meinen langen Armen…), was die Schreiner vor noch nicht allzu langer Zeit geleistet haben.
      Daneben interessiert es mich schlicht, wie lange so was eigentlich dauert.

      Und zu guter Letzt: Aufgeben gilt nicht 🙂

      Ob das dann mit dem doch recht breiten Brett tatsächlich auch auf Dauer funktioniert bin ich mir auch nicht sicher. Da das ohnehin nicht verleimt werden kann, hätte ich zumindest die Option, dass – sollte es doch reissen – noch reparieren kann. So möchte ich aber erst mal versuchen, das wunderschöne Brett in seiner Breite zu erhalten. So breite Birnen Bohlen gibt’s nicht so oft. Wäre schade drum.

      Dir noch einen schönen Abend.

      Herzliche Grüße

      Tom

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  2. Hallo Tom, na da haste dir ja was vorgenommen. Alle Achtung, Respekt. Übrigens, dein Blog gefällt mir sehr gut. Bin schon sehr oft hier gewesen um zu schauen ob es was Neues gibt. 😉

    Weiter so.

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