9. Korpus – Zinkungen

Heute kann ich – endlich – mit dem Schubkästen Regal weitermachen.

Die Zinkung des Korpus ist dran – das wird einigermaßen kompliziert, da ich keine gerade Anschlagkante habe, die an der Leigh Schablone angelegt werden könnte.

DSC_4244

Jetzt kommt die neue Stoßlade, die ich diese Woche gebaut habe das erste mal richtig zum Einsatz. Ich bin ja gespannt, ob sie sich tatsächlich bewährt…

DSC_4247

Zunächst ist noch eine Feinjustierung vorzunehmen. Durch die kleine Schraube geht das ganz einfach. So was mag ich ja 🙂

DSC_4251

Der Lie Nielsen Bestoßhobel Nr. 51 zieht ganz saubere, durchgehende Späne in dem recht harten Birnen Holz – selbst im Kopfholz.

DSC_4254

Da wird mir doch glatt warm – der dünne Pullover muß weg.

DSC_4252

Sieht gut aus. Da freue ich mich. Endlich klappt das Zusammenspiel Stoßlade / Bestoßhobel so, wie ich mir das vorstelle.

DSC_4255

Die beiden Seitenteile werden auf Maß gehobelt – sonst wird der Korpus hinterher schief; das wäre peinlich…

DSC_4256

Das feinfühligste Messinstrument in meiner Werkstatt. Der Finger an der Kante. Die Hand spürt jede auch noch so kleine Erhebung. Paßt.

DSC_4258

Erste Anprobe. Die Waldkante (oberes Brett) hat mir einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Dadurch kann ich die zu zinkenden Bretter nämlich nicht an der eigentlich dafür vorgesehenen Anschlagkante anlegen.

Gerade soll’s aber trotzdem werden. Da muß ich mir was einfallen lassen.

DSC_4259

Erste grobe Anprobe an der Leigh. Da sollen die halbverdeckten Zinken dann hin. „Normal“ wären die Führungsfinger ganz an der Seite.

Eine weitere Herausforderung war das lange Brett. Da hat sich meine große Hobelbank wieder bewährt. Die Leigh kam quer und so konnte ich die langen Bretter auf der Hobelbankplatte auflegen. Noch flux etwas untergelegt, damit’s nicht schief in der Leigh liegt. Und weiter geht’s.

DSC_4260

Die Führungsfinger sind ausgerichtet. Das Maß geben die beiden Seitenwände vor – die haben wenigstens eine gerade Kante. Großartig breiter hätte das Regal aber nicht werden dürfen. Mehr Führungsfinger habe ich nicht auf meiner Leigh. Da werde ich mir wohl bei Gelegenheit noch welche zulegen müssen.

DSC_4261

Das habe ich mir mit der Leigh angewöhnt.

Immer zuerst ein Probebrett fräsen, das die gleichen Maße hat, wie die hinterher eigentlich zu fräsenden Bretter. Das hilft später ungemein. Ich komme mit dem Ding an die Grenzen meiner Vorstellungskraft – war das jetzt rechts, vorne oben oder war’s doch links unten hinten? Hä?

DSC_4262

Sie sind unter uns!

Bei der Arbeit fällt recht viel Schmutz an. Anfangs habe ich das an meinen kleinen Werkstattsauger angeschlossen. Der ist nur leider sofort voll (da brauche ich auch mal einen anderen…).

Also mach ich’s ohne Sauger. Das ist nur leider eine ziemliche Sauerei in der Werkstatt – und staubt wahnsinnig. Da ich damit leider tatsächlich Probleme habe, wurde aufgerüstet.

Jetzt hab ich eine „richtige“ Staubmaske. Das Ding kostet rd. 14 € und funktioniert super. Man kann sehr gut atmen, sie sitzt gut und hält – deutlich – mehr Staub ab, als diese weißen Masken für rd. 5 €.

DSC_4263

Meine kleine Hilfskonstruktion. Ich habe mir auf der Leigh mit Bleistift eine kleine Markierung gemacht – gerade so breit, wie die Seitenteile sind. Mit Hilfe von dem kleinen Brettchen (Fichte  im Vordergrund), kann nun das zu zinkenden Brett recht einfach ausgerichtet werden – auch ohne die Anschlagkanten. Man muß nur ungemein genau arbeiten. Sonst paßt es hinterher nicht und das wäre super ärgerlich.

DSC_4265

Der Fräsaufbau. Links ein wenig untergelegt, rechts wird dann gefräst. Die Leigh ist in der Hobelbank in der Hinterzange fixiert.

Jetzt kann’s – endlich – losgehen.

DSC_4266

Der erste Rutsch ist durch. Jetzt bloß keinen Fehler machen – sonst war die ganze Hobelei per Hand für die Katz.

Ich habe mich entschlossen (es soll ja schon mal Leute gegeben haben, die die Zinken „falsch“ rum gefräst haben – weiß ich natürlich nur vom Höhren Sagen… 🙂 , die halbverdeckten Zinken im Deckbrett und dem Boden zuerst zu machen. Nach denen muß ich mich dann eben einfach richten. Sollte – doch – etwas schief gehen, kann ich an den Seitenteilen noch eher etwas korrigieren. Das sind nicht so große Bretter.

DSC_4267

Auch die Bretter oben & unten werden an den Seitenkanten noch bestoßen. Wenn schon, denn schon.

DSC_4268

Action!

DSC_4270

Nun geht’s an das Bodenbrett. Gleicher Ablauf, wie beim oberen Brett (Kanten bestoßen, Zinken).

DSC_4271

So macht das Arbeiten richtig Spaß. Das flutscht ja richtig gut heute.

DSC_4272

Jetzt sieht man, wofür das Muster – Brett vom Anfang gut ist. Damit kann ich ganz einfach schauen, wie rum es paßt. Dann das „richtige“ Brett dahinter gehalten (jetzt dann aber nichts mehr ändern…) und so kommt es dann in die Leigh. Vorher habe ich mir natürlich auf dem Musterbrett die Einstellungen penibelst aufgeschrieben. Auch da kann man nämlich durchaus Fehler machen (… also – hab ich mal gehört…).

DSC_4275

Das muß zwar nicht sein, hilft aber trotzdem sehr gut. Die Sohle von der Oberfräse noch ein wenig mit Wachs eingerieben und schon läufts viel leichter.

DSC_4276

Bei den Schwalben (oder sind’s die Zinken? Ich kann mir das einfach nicht merken…), fährt man ganz am Anfang einmal von rechts nach links mit dem Fräser lang (= Fräsen im Gleichlauf reißt nicht so aus; Vorsicht! Nur ganz wenig wegnehmen – sonst reist es die Fräse aus der Hand). Das verhindert beim eigentlichen Fräsen später Ausrisse.

DSC_4277

So sehen sie dann aus nach dem ersten Durchgang.

DSC_4279

Auch nur eine Kleinigkeit. Aber die Fräse läßt sich leichter über die Schablone führen, wenn man sie so hält. Anfangs hatte ich sie so gehalten, dass die gerade Kante parallel mit den kleinen Vertiefungen oben ist. Da bleibt man aber immer – ein ganz klein wenig – hängen. Das verringert die spätere Paßgenauigkeit, weil dann immer ein ganz kleiner Winkel rein kommt.

DSC_4280

So sehen sie dann aus, die „Dinger“ 🙂

DSC_4282

Hier noch mal das Muster Brett von vorhin. So kommt es dann an der Leigh an. Wenn man jetzt nichts’s mehr verdreht, paßt’s sicher.

DSC_4284

Geht doch!

Die erste Anprobe. Paßt alles.

Weiter geht es dann mit dem Frontbrett. Das will ich mit einer durchgehenden Maserung machen. Dazu muß es zweimal längs aufgetrennt werden und dann noch die Aussparungen für die Schubkästen rausgesägt werden.

Das kommt aber erst das nächste mal – die Kinder rufen….

 

Weiter mit „10. Frontbrett – Zuschnitt

 

Zur Projektübersicht vom Schubkästen Regal.

Advertisements

8 Kommentare zu „9. Korpus – Zinkungen“

  1. Hallo Tom,

    großes Kino Dein „Regal“, ich warte immer gespannt auf den nächsten Teil. So wie es sich liest, bist Du mit der Leigh ja sehr zufrieden. Du würdest das Ding also empfehlen? Hast Du vielleicht Dir auch schon die etwas „einfacheren“ Fräshilfen angeschaut und kannst vergleichen?

    Viel Spaß weiterhin und Danke für den interessanten Lesestoff (ist nach dem Abendessen meine erste Lektüre)

    Gruß

    Moritz

    Gefällt mir

    1. Hallo Moritz,
      über „solche“ Kommentare freue ich mich immer sehr. Danke.

      Wegen der anderen Fräshilfen. Ich habe – ewig – mit selbst gebauten rumprobiert, um dann nach ca. 1 Jahr entnervt aufzugeben. Ausser der Leigh kenne ich aber keine andere „Kauf – Fräshilfe“.

      Herzliche Grüße

      Tom

      Gefällt mir

      1. Hallo Tom,

        alles klar, danke für die Info. Die Leigh ist bisher auch die einzige Fräshilfe/Zinkenschablone, über die ich Positives lesen konnte. Wenn gutes Werkzeug doch nicht immer so exorbitant teuer wäre…

        Gruß

        Moritz

        Gefällt mir

  2. Staubabsaugung ist wirklich sehr wichtig. Schade dass du die Leigh Absaugevorrichtung derzeit nur als erweitere Fräsauflage nutzt.

    Wie effektiv wäre denn die Absaugeleistung der Leigh VRS generell?

    Grüße
    Jürgen

    Gefällt mir

    1. Hallo Jürgen,
      die Staubabsaugung der Leigh ist an sich ganz gut. Anfangs hab ich sie auch genutzt – bis mir das Theater mit dem Staubsauger zu blöd geworden ist. Setzt aber einen gescheiten Sauger voraus – den ich nicht habe.
      Herzliche Grüße
      Tom

      Gefällt mir

  3. Hallo Tom,
    warum wolltest du denn eine Gratleiste einziehen? Mit der Schwalbenschwanzverbindung kann sich doch das Bodenbrett und Deckbrett nicht mehr werfen.
    Staubige Grüße
    Volker

    PS: Apropos „staubige Grüße“ – ich habe mir für meine Werkstatt einen Feinstaubfilter gekauft (Jet AFS 1000). Das Gerät ist genial! Es wälzt mir in 4 Minuten einmal die Luft meiner kompletten Werkstatt um. Wenn ich schleife oder fräse ist das Ding an. Der feine Staub reduziert sich deutlich.

    Gefällt mir

    1. Hallo Volker,
      „Erwischt“ – da gab es eine kleine Planänderung. Ich Machs jetzt – doch – ohne Gratleiste; eben aus dem von Dir genanntem Grund.

      Danke für den Tip!

      Staubige Grüße

      Tom

      Ps: sehr schönes Bett hast Du gebaut!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Mein Weg als Hobbyschreiner

%d Bloggern gefällt das: