4. Aushobeln – per Hand

Da habe ich aber eine ganz schöne Herausforderung vor mir. Das Leimholz ist nach dem Verleimen noch zu hobeln. Mit über 40 cm passen die Bretter nicht mehr in meine Hobelmaschine – es ist Hobeln per Hand angesagt.

Ich möchte wir folgt vorgehen:

– Erster Schritt: erste Seite plan hobeln

– Zweiter Schritt: einheitliche Stärke der Bretter ermitteln (das dünnste gibt das Maß vor)

– Dritter Schritt: zweite Seite plan hobeln

Ich nehme die Herausforderung an – es geht los!

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Dieser Stapel will gehobelt und auf eine einheitliche Stärke gebracht werden.

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Der Versatz zwischen den einzelnen Lamellen ist nicht groß, aber vorhanden. So kann & möchte ich das nicht lassen.

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Kleinere Leimreste nehme ich mit meiner Leim – Ziehklinge weg. Das schont die Hobeleisen.

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Weil ich gerade bei Hobeleisen bin. Mit diesen „neuen, modernen“ Lie Nielsen Spanbrechern komme ich einfach nicht zurecht. Es stopft – und das gewaltig. Wobei das – in dieser Kombination – wohl eher an dem recht krummen Eisen liegen wird.

Was ich an dem Teil schon rumgefummelt habe. Keine Chance. Anfangs geht es immer noch. Nach einigen Hobelzügen immer wieder das gleiche. Nichts geht mehr.

Ich habe Lie Nielsen deswegen angeschrieben. Ergebnis: Lie Nielsen schickt mir neue Spanbrecher samt Eisen – ohne große Diskussion. So geht Service.

Ich habe Gerd Fritsche gebeten, mir nun auch für meine restlichen Hobel Eisen + Spanbrecher zu machen. Bis dahin nehme ich das Eisen + Spanbrecher, das ich schon von ihm habe. Mal sehen, wie sich das Eisen schlägt. Im Hobeleisentest hat es ja gewonnen – aber wie sieht es auf dem durchaus anspruchsvoll (man könnte auch sagen gemein) zu hobelnden Mahagoni aus?

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Ich fange an mit dem Hobeln quer zur Maserung.

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Die lange Lie Nielsen Rauhbank Nr. 7 dient mir mit ihrer Kante als Prüfmaßstab, ob das Brett plan ist.

Hier sieht es schon mal gut aus.

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Ab und an reibe ich ein wenig Möbelwachs auf die Hobelsohle. Das fluscht im wahrsten Sinne des Wortes. Ein deutlicher Unterschied.

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Man muß aber ganz schön „hinlangen“, sonst geht da nichts 🙂

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Niklas möchte auch wissen, was ich da eigentlich mache – die groben Leimreste vor dem Hobeln weg machen.

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Na, das ist ja super. Niklas hilft mir gleich. Dann kann ich mich dem Hobeln widmen – und er ist beschäftigt.

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Bei den letzten Brettern konnte ich den kaugummiartigen Leim nicht mehr entfernen und so ist er komplett ausgehärtet. Das rächt sich jetzt. Das kriege ich nur noch mit meinem alten Hobeleisen weg; damit kann ich ein wenig mehr schneiden, als nur kratzen.

Dieses Brett hier ist ein „Not – Brett“. Ursprünglich wollte ich das Schränkchen anders bauen, habe dann aber nicht genug Holz aus dem Brett bekommen. So mußte ich dann die vielen schmalen Leisten wieder zu einem Brett zusammen leimen….

Die restlichen Bretter bestehen aus zwei, bzw. drei Lamellen.

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Mit dieser Vorarbeit (Leim grob entfernen) kann das eigentliche Hobeln nun losgehen.

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Wo muß ich denn eigentlich noch hobeln?

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In Längsrichtung ist schon noch was zu machen. Das Licht findet seinen Weg – gnadenlos.

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In Längsrichtung zur Faser sehen die Späne ganz anders aus als quer.

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So. Die erste Seite des Brettes ist soweit schon mal gerade.

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Da kommen eine ganze Menge Hobelspäne zusammen bei so einer Aktion.

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Nun wird es aber einigermaßen tricky.

Die einzelnen Bretter sollen auf eine einheitliche Stärke gebracht werden. Um herauszufinden, welches Brett von allen den nun das schmälste ist, habe ich alle Bretter mit der bereits gehobelten Fläche auf die Hobelbank gelegt.

Mit meiner Richtlatte kann ich dann schauen, wo das dünnste Brett ist. Das gibt das Maß für alle anderen Bretter vor.

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Dieses Maß nehme ich nun mit dem Streichmaß ab.

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Nun können alle Bretter mit diesem Maß einmal ringsum markiert werden.

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So viel ist es ja glücklicherweise nicht, was weg muss. Arbeit macht es aber dennoch.

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Mit meinem langen Präzisionslineal prüfe ich am Ende, ob auch wirklich in allen Richtungen alles plan ist.

Hier ist kein Lichtspalt mehr zu sehen.

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Beim Hobeln werden die Stöße vom Hobeln in die Wand übertragen. Die Entkopplung „auf die Schnelle“ erreiche ich mit einem kleinen Schnürchen.

Caro dankt es mir…

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Die langen Späne vom Hobeln längs der Faser (hier noch mit dem Lie Nielsen Nr. 7).

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Zum Verputzen nehme ich dann aber den Lie Nielsen Nr. 164. Das Eisen ist frisch abgezogen und leicht ballig geschliffen (d.h. die Kanten sind einen Hauch mehr geschliffen, als der Rest des Eisens). Das ist hier gut zu erkennen, da der Span zu den Rändern hin immer dünner wird.

Das verhindert die Riefen, die sonst typischerweise beim Hobeln entstehen effektiv.

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Hier auch noch mal ein Test, ob auch alles gerade ist.

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Geschafft!

Alle Bretter sind auch auf der zweiten Seite glatt & eben und sie haben die gleiche Stärke.

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Ein halber Tag Hobelarbeit (oder: -maloche) ist geschafft.

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Das Eisen von Gerd hat sich SUPER geschlagen. Trotz des garstigen Holzes und der Menge, die zu hobeln war, mußte ich kein einziges mal Schärfen. Kein Span hat seinen Weg unter den Spanbrecher gefunden – und ob ich es jetzt wieder schärfen muß. Ich denke, das ist noch nicht notwendig.

Es geht weiter mit „5. Korpus – Verbindungen herstellen

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6 Kommentare zu „4. Aushobeln – per Hand“

  1. Hallo Tom,

    schon toll was Du da bearbeitest. Das ist eine andere Klasse und die bei der Bearbeitung gemachte Erfahrung werden Dich immer weiter begleiten. Holzbearbeitung von Hand geht nur mit gutem Werkzeug und das zu finden ist manchmal sehr langwierig. Gerds Eisen sind auch für mich das Nonplusultra. Derzeit wird Ahorn auf 2 mm gehobelt. Ich habe nicht geglaubt, dass das so gut geht. Schön, dass Du auch diese tolle Erfahrung gemacht hast, denn mit Maschinen kann jeder ;-))))).

    Herzliche Grüße

    Uwe

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    1. Schönen guten Abend Uwe,

      herzlichen Dank für Deine netten Worte 🙂
      Ja, die Arbeit mit Handwerkzeug kann sehr gut tun. Und zwar sowohl dem Körper, als auch der Seele. Ich habe gemerkt, dass sich ein sehr befriedigendes Gefühl einstellt, wenn man etwas mit den eigenen Händen geschaffen hat – und nicht nur mit einer Maschine.

      Leider geht das nicht immer. Aber ich versuche, das immer mehr zu machen.

      In diesem Sinne.

      Herzliche Grüße

      Tom

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  2. Hallo Tom,

    vielen Dank für den schönen Beitrag. Dein Notbrett finde ich besonders schön. Mit breiten Lamellen kann ja Jeder 🙂

    Welchen Leim verwendest Du ? PU oder normalen Weiß Leim.

    Danke für den beeindruckenden Beitrag. Leimholz muss man schon wollen 🙂

    Gruß Andi

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