7. Herstellen und Einpassen der Tür

Das Schränkchen soll eine Tür bekommen. Weil das Ganze aus Massivholz ist, müssen Gratleisten und -Nuten hergestellt werden, die dafür sorgen, dass die Tür auch gerade bleibt. Bei der Herstellung der Gratnut habe ich mal eine für mich neue Herstellungsweise ausprobiert. Schliesslich muss ich mir noch etwas einfallen lassen, wie das Thema „Scharnier“ gelöst werden soll.

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Die Kanten sind zu bestoßen. Für meine Stoßlade ist die Tür zu groß. Also schnappe ich mir ein gerades Brett und lege die Tür darauf. Nun kann ich mit dem Lie Nielsen Bestoßhobel Nr. 51 die Kante auf der Hobelbank bestoßen.

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Das hat super geklappt. Mit dieser Vorgehensweise bin ich nun auch nicht mehr an die Maße der Stoßlade gebunden.

Einzig die Hobelbankplatte sollte gerade sein, sonst ist der Witz weg.

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Nach dem nun die erste Kante (= rechts) gerade ist, kann ich das Maß der Tür direkt übertragen

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und gleich am Parallelanschlag schneiden.

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So gekürzt, passt die Tür – gerade so – auf meine Stoßlade. So wird die Tür nun in der Breite Schritt für Schritt an ihr künftiges zu Hause angepasst.

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Das ist durchaus ein wenig Fummelei und laufendes Probieren, ob’s nun passt. Irgendwann ist es dann aber so weit. Die Tür geht ohne zu klemmen rein.

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Nun kommt ein schwieriger Part. Die Gratnut & Gratleiste.

Da sollen sie hin – die Gratleisten. Ich bin ja gespannt, wie das nun mal wieder klappen wird.

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Dieser Gratfräser passt – er ist ein klein wenig schmäler als die Gratleisten. Damit erreiche ich, dass die Gratnut später von der Gratleiste überlappt wird und die Gratnut nicht mehr zu sehen ist.

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Heute kommt meine neue Wunderwaffe – die Frässchablone    – zum Einsatz. Hoffentlich klappt das alles so, wie ich mir das erhofft habe.

Das ist eine für mich neue Herstellungsweise. Bisher habe ich die Gratnut immer auf der Tischfräse hergestellt. Dabei sind mir nun aber schon einige Fräser abgebrochen.

Hoffentlich klappt es so besser.

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Die Fräse wird an der „Mitte – Markierung“ der Fräse ausgerichtet.

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Die Frästiefe richte ich an der Markierung direkt ein.

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Und schon bin ich durch. Das geht super.

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Schon allein deswegen, weil ich – im Gegensatz zur Tischfräse, wo die Gratnut von unten gefräst wird – die Gratnut beim Fräsen sehen kann. Sollte sich irgendetwas verstopfen und so den Fräser gefährden, kann ich noch eingreifen.

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Das hat super geklappt. Diese Anschaffung hat sich gelohnt.

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Die Mitte der Gratnut wird mit der Mitte der künftigen Gratfeder ausgerichtet. Dann können die Flanken der Gratnut übertragen werden.

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Die Höhe der Gratfeder nehme ich von der eben gefrästen Gratnut ab und stelle die Tischfräse so ein.

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Mit Hilfe der Markierung von gerade eben, kann ich mich nun an die Gratfeder langsam rantasten – da geht es um Bruchteile von Millimetern, die darüber entscheiden, ob die Gratfeder später wackelt oder passt.

Hier kommt ein Test Stück zum Einsatz.

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Der Fräsaufbau.

Wichtig ist mir hier, dass die Schutzeinrichtungen montiert sind und der Niederhalter „stramm“ sitzt.

Nun kommen einige Probefräsungen – immer einen halben Millimeter mehr.

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Bis die Gratfeder „stramm“ in die Gratnut passt.

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Schön geworden.

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Nun kann ich die Gratfeder noch ein wenig kürzen – die hatte ich nur noch so lang gelassen, weil ich mir dann beim Fräsen leichter tue.

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So kann ich es nun lassen.

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Noch ein klein wenig Verputzen ist angesagt. Bevor ich das aber machen kann, muss ich das Eisen vom Lie Nielsen Nr. 4 erst noch schärfen.

Mit meinem Schleifaufbau ist das aber keine große Angelegenheit.

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So vorbereitet, zieht der Lie Nielsen Nr. 4 herrliche Späne.

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Die Gratleiste wird nur in der Mitte verleimt. So kann sie nach beiden Seiten noch arbeiten und hindert das Holz nicht am Quellen und Schwinden.

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So sind Die Gratleisten natürlich noch zu lang.

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Abgeschnitten sind die Gratleisten aber schnell.

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Die Feinarbeit & Anpassung erledige ich dann mit einem scharfen Stemmeisen.

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Ja, Niklas muß „sein“ Stemmeisen – natürlich – auch schärfen. Im Gegensatz zum Papa, kann Niklas das aber Freihand 🙂

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Was hab ich da im Internet gesucht. Welches Scharnier soll denn nun dran?

Problem war die mit 15,5 mm geringe Stärke der Seitenwände – da passt kaum ein Scharnier rein. Meist waren die Schrauben zu lang. Also habe ich mich – wohl oder übel – für diese Scharniere entschieden („Zapfenband“). Die haben noch den Vorteil, dass kleinere Ungenauigkeiten auch im bereits montierten Zustand korrigiert werden können. Ganz im Gegensatz zu den Bändern, die einzulassen sind.

Das hat alles etwas Gutes 🙂

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Damit die Tür später auch gerade sitzt, übertrage ich das Maß – hyperst korrekt – selbstredend.

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Die Zapfen werden in diesen Kunststoffhülsen geführt. Die sind einzubohren. Um nicht zu tief zu bohren (das gäbe Ärger mit der Regierung – und den braucht niemand…) markiere ich mir die Tiefe mit einem Klebeband. Schwarz auf schwarz ist sicherlich nicht optimal, aber so leidlich erkenne selbst ich das (mit meinen langsam schlechter werdenden Augen 🙂 ).

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Und schon kann es an’s Bohren gehen. Ich komme – gerade so – ohne Winkelaufsatz (den ich leider gar nicht habe) hin.

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Diese Kunststoffhülsen drücke ich mit einer Schraubzwinge in das Loch. Das war mir lieber, als alles mit einem Hammer kaputt zu schlagen.

Das hat sehr gut funktioniert.

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Das passt schon mal soweit.

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Eine Idee von Caro.

Das Schränkchen sollte noch ein wenig verschönert werden. Da das künftige zu Hause im Bad ist, kam sehr schnell die Rede auf ein Herzchen – à la Plumpsklo.

Nun gut. Was macht man nicht alles für seine Lieben? So habe ich mir also kurzerhand ein Herzchen – Bild aus dem Netz geladen, ausgedruckt und ausgeschnitten.

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Diese Form konnte ich dann auf die Tür übertragen. Um mit der Stichsäge reinzukommen, habe ich in der Mitte noch ein Loch gebohrt.

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So weit, so gut.

Ich kann es nur immer noch einmal sagen (im Gegensatz zu den Unkenrufen im Netz). Ich für meinen Teil bin mit der Festo Stichsäge zufrieden. Die Schnitte sind winklig, man kommt sehr gut um die Kurven rum. Das Ding ist halt nur was fürs Grobe. Präzisionsarbeit, wie bei einem Hobel darf man sich von ihr nicht erwarten.

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Die Feinarbeit mache ich dann mit einer feinen Feile.

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Nun kann die Tür eingepasst werden.

Hier musste ich ein klein wenig improvisieren. An sich wäre es ideal, wenn man dünne Holzstreifen in die Fugen klemmt. Dann ist alles einheitlich. Die hatte ich aber nicht.

Mit Papierstreifen / Schleifpapier, das in der Werkstatt so rumliegt, geht es aber auch schon mal.

Wie heißt es so schön? Dumm kann man sein, nur zu helfen muss man sich wissen.

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So. Das Ding ist drin. Sieht so harmlos aus, die Kleine.

Das ist wie im wahren Leben – das sind meist die Schlimmsten… 🙂

Konkret wollte diese eine Schraube um nichts in der Welt rein. Das geht recht eng zu da in der Ecke und da komme ich mit meinen Wurstfingern so schlecht rein. „Schon“ nach rd. 30 min. war das dann aber erledigt.

Ich sag schon nichts mehr…

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Noch ein paar Hobelzüge, damit die Fugen einheitlicher aussehen.

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Fertig – die Tür ist drin.

Es geht weiter mit „8. Korpus Verputzen und fertig stellen

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