9. Füsse herstellen & das Finale

Heute wird der Schrank fertig. Es sollen noch die Füße für den Schrank hergestellt und die Oberflächenbehandlung gemacht werden – und ein kleines Schmankerl kommt auch noch an den Schrank.

Ursprünglich wollte Caro ja Metallfüsse haben – bis wir im Internet gesehen haben, dass da – pro Fuß! – so um die 12 € genommen werden. Eine andere Lösung musste her – schon aus Prinzip.

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Ich schneide mir von den Abfallstücken mehrere gleich große Teile raus.

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Dieses mal aber mit zwei Probestückchen. Insgesamt habe ich nun also 10 Stückchen.

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Damit auch alles gerade wird (und das Schränkchen nicht wackelt) werden alle Brettchen noch auf der Stoßlade hergerichtet.

Da freue ich mich – immer wieder – drüber, das Ding zu haben. Funktioniert prima!

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Ursprünglich wollte ich so kleine Rundungen an den Füßen machen. Das hätte ich aber fräsen müssen, dann noch eine Schablone fertigen und… Das war mir zu aufwändig.

Nun wird es ein „simpler“ gerader / schiefer Schnitt. Das sollte ganz gut zu dem an sonsten recht schlichten Schränkchen passen. Nur, ganz so simpel sind diese stumpfen Winkel an einer Tischkreissäge nicht – der Anschlag „funktioniert“ da nämlich nicht mehr.

Dieses mal habe ich auch hier etwas Neues ausprobiert. Ich habe den Anschlag so eingestellt, wie ich ihn brauche – und dann am hinteren Ende mit einer Schraubzwinge fixiert.

Manchmal denkt man (ich) an die einfachsten Dinge erst zu letzt. Das funktioniert wunderbar – und ich brauche nicht noch so ein Zusatz Teil, das dann in der Werkstatt wieder nur Platz weg nimmt.

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Die Eckverbindung möchte ich mit einer Gehrung machen. Den Winkel kontrolliere ich lieber noch einmal mit einem Gehrungswinkel.

Passt.

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Nun muß ich ein wenig tricksen und improvisieren. Die zu schneidenden Teile sind recht klein – Gefahr!

Das Sägeblatt ist ganz tief runtergefahren (dann ist – im Fall der Fälle  – nicht die gesamte Hand weg…). Mit dem Anschlagreiter komme ich nicht ganz nach vorn. Ein „Zwischenholz“ hilft, um den Anschlag dennoch nutzen zu können. Damit ich nicht 5 cm vor dem laufenden Sägeblatt mit der bloßen Hand rumhantieren muß, behelfe ich mir mit dem Niederhalter.

So gerüstet, kann’s losgehen.

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Das funktioniert sehr gut. Gehrungsschnitte sind insofern „anspruchsvoll“. Mögliche Fehlerquellen sind:

– stimmt der Winkel?

– ist das Werkstück ausreichend fest fixiert, so dass es nicht verrutschen kann?

– der Druck auf das Sägeblatt (seitlich) darf nicht dazu führen, dass das Sägeblatt verbiegt und

– das Werkstück muss gleichmäßig am Sägeblatt vorbeigeschoben werden.

Stimmt irgendwo, nur eine Kleinigkeit nicht, ist die Gehrung „offen“ – und das sieht ziemlich blöde aus. Bei diesem Stücken hier sollte das aber nicht allzu schlimm sein – die Gehrungsfläche ist nicht so lang.

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Ach ja – gut, dass ich zwei extra Stücke gemacht habe….

Immer daran denken (… kleiner Insider): die eine Gehrung rechtsrum, die andere linksrum schneiden. Sonst ist es hinterher nicht weit her mit der Gehrungsverbindung.

Ich hab’s dann – doch noch … – gemerkt. Damit ich das Holz (nun anders rum hingelegt) besser fixieren kann und nichts verrutscht, habe ich mir noch ein anderes Stückchen dazu genommen. So ergibt sich eine gerade Kante – und da kann man besser fixieren.

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Da stehen sie nun – die Eckfüße.

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Nicht unbedingt die hohe Kunst des Holzhandwerkes. Ich habe mir hier aber mal für eine Verbindung mit Lamellos entschieden. Das geht schneller.

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Diese kleinen Stückchen haben es  – immer noch – in sich. Fixieren kann ich sie auf der Hobelbank mit meinen neuen kleinen Helferlein.

Diesen Ansaugadapter habe ich mir im Internet bestellt (ein Laden aus Rosenheim). Das Ding hält – ganz im Gegensatz zu dem Original Teil – und kostet „kein Geld“. Das hat sich gelohnt.

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Bloß gut, dass ich so ein friedfertiger Mensch bin. Die Fräsung ging durch das Teil durch – in meine schöne neue Hobelbank.

Pieeeeep…..

Das erste mal schmerzt es am meisten. Das stimmt.

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Ich bin ja selbst schuld. Hätte ich auch früher drauf kommen können. Nur gut, dass das nur das Probestückchen war.

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Der „Trick“ war dann, dass ich nicht die „20-er“ Lamellos nehme sondern die „10-er“ und zusätzlich noch dieser Plastikaufsatz montiere.

Dann geht’s, der Fräser kommt nicht mehr auf der anderen Seite raus.

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Der Rest war dann nur noch Fleißarbeit.

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Bevor alles verleimt wird, breche ich noch die Kanten. Bei den Füßen, die ständig Kontakt zum Boden haben ist das durchaus wichtig.

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Schön geworden.

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Nun geht es an’s Verleimen. Gar nicht so einfach, eine Gehrung zu verleimen.

Ich habe mich dazu entschieden, das mit einem Paketband zusammen zu halten.

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Alles ist so weit schon mal vorbereitet. Der Leim wird mit dem Silikon Teil aufgetragen. Das funktioniert sehr gut – und der Pinsel verklebt nicht mehr.

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Nun nur noch das Paketband „stramm“ um die Ecke ziehen – und hoffen, dass alles gut gegangen ist.

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Nachdem der Leim getrocknet und die Kanten gebrochen sind, sieht das ganze dann so aus.

Ich bin zufrieden – sehr gut geworden. Es ist alles dicht und gerade.

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Nun müssen die Füße aber noch am Schränkchen festgemacht werden.

Ursprünglich wollte ich dazu kleine Hölzer im Eck platzieren, an denen ich dann Schrauben festmachen kann, die alles zusammen halten. Von vorne wollte ich nicht schrauben – geht ja gar nicht, wenn man Schrauben sieht. Nur von hinten schrauben ging nicht. Mit einem Schwalbenschwanz an jeder Flanke hatte ich dann geplant. Das war mir dann aber zu heiß – nicht, dass da noch was ausbricht, wenn das Holz entsprechend arbeitet.

Ich habe mich dann – Schande über mich… – für die Baumarkt Variante entschieden. Es werden nun Metall Eckverbinder; ich will nicht weiter drüber reden…

Damit das Holz nicht splittert, bohre ich mit der Tischbohrmaschine vor.

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Und damit hinterher auch alles wirklich gerade ist, habe ich mir fix ein kleines Abfallbrettchen als Anschlag in der Hinterzange geholt. Auf der Hobelbank schraubt es sich einfach besser, als am Schrank, wo ich dann nur noch schlecht mit dem Schrauber hinkomme.

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Den ringsum einheitlichen Abstand markiere ich mir mit dem Kombinationswinkel.

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Dann wieder: Vorbohren.

Um zu wissen, wann ich aufhören muss, hilft mir die kleine „Flagge“. Das klappt sehr gut.

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So vorbereitet, können jetzt auch die Füße an ihren künftigen Bestimmungsort montiert werden.

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Das wäre nun also schon mal geschafft.

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So sieht er nun aus. Der Kleine.

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Ich weiß ja gar nicht, warum. Aber ich habe den nun an sich fertigen Schrank lieber doch noch einmal hoch ins Gästebad getragen und Maß genommen – passt er mit den von Caro aufgeschriebenen Maßen denn wirklich?

Ich sag mal so. Der Ansatz ist da, dem Waschbecken ist aber während der Bauphase ein zusätzliches Rohr gewachsen 🙂

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Wir haben – beide – übersehen, dass der Schrank in der geplanten Höhe an einer anderen Stelle bei den Leitungen unter dem Waschbecken ankommt, als der jetzige. Dann brauchen wir aber noch zusätzliche Aussparungen.

Das tut weh – war aber nicht zu vermeiden.

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Mit den Schlagstempeln bringe ich noch eine kleine Erinnerung an mich an.

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Nun geht’s an die Oberflächenbehandlung. Ein Bearbeitungsschritt, den ich – überhaupt – nicht mag. Da kann man ganz schnell die Arbeit von mehreren Wochen versauen.

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Wir haben uns für das bei uns Bewährte entschieden.

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Der Schrank wird so dunkler, die Maserung schön angefeuert und das Holz ist nicht mehr so empfindlich.

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Der Familienrat hat beschlossen, dass das kleine Herz noch mehr hervorgehoben werden soll.

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Auf einem kleinen Teststück probiere ich lieber erst einmal aus, bevor es an den Schrank geht.

Am besten hat es uns gefallen, wenn als „Kleber“ Goldfarbe aufgetragen wird und in die noch feuchte Farbe das Blattgold eingebracht wird. Der „Knittereffekt“ gefällt uns –

… so hat der Familienrat gesprochen.

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So kann es nun also los gehen – ich habe „so was“ noch nie gemacht. Ich bin mal gespannt, wie das werden wird.  DSC_7909

Im ersten Schritt trage ich die Gold Farbe – satt – auf. Dadurch erreichen wir zweierlei. Zum einen ist alles goldfarben, auch an den Stellen, wo evtl. doch kein Blattgold angekommen ist und zum anderen hält das Blattgold überhaupt auf dem Holz. Ohne, hätte es nämlich nicht gehalten und extra Haftgrund wollte ich noch kaufen.

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Das Blattgold ist – oh Wunder – hauchdünn. Genau die richtige Arbeit für einen Grobmotoriker, wie mich 🙂

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„Was wird denn das, Papa?“

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Die Feinarbeiten gingen dann mit einem feinen Pinsel am besten.

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Ja – wird langsam.

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… aber ein klein wenig kann mann (Frau) immer noch besser machen …

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Damit der „Knittereffekt“ auch erhalten bleibt, habe ich – doch noch – einen Lack gekauft. Jetzt warten wir mal ab, wie sich das entwickeln wird.

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Einen Griff soll das Schränkchen auch noch bekommen. Um das ohnehin schon vorhandene Herz – Motiv aufzunehmen, ist ein Herzchen schnell ausgeschnitten.

 

… die Drechsel – Geschichte will ich hier nicht erzählen. Mit dem Ding werde ich einfach nicht richtig warm. Und ich fürchte auch, dass da was nicht stimmt. Ich fürchte auch, dass da eine Unwucht in der Achse drin ist. Das werde ich noch weiter untersuchen müssen.

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Um nicht nur Kopfholz verleimen zu müssen (das hält nie), stemme ich noch ein Loch aus. Das sollte deutlich besser halten.

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Passt gut rein.

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Nur noch die Kanten ein wenig abgerundet, damit man sich beim Öffnen nicht „verletzt“.

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Fertig.

 

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6 Kommentare zu “9. Füsse herstellen & das Finale”

  1. Hallo Tom,
    sehr hübsch. Und der Herz-Griff passt viel besser als ein klassischer Knauf (IMHO).

    Nochmals Danke, dass Du Dein Wissen geteilt hast.

    Grüsse
    Benno

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  2. Vielen dank für den Bericht. Das ist ein schönes Schränkchen geworden.

    Ich hätte eine Frage: Wie stellt man an der Stoßlade sicher, dass man nicht an einem der Werkstücke etwas mehr abnimmt als an den anderen und die Füße dann doch wieder nicht gleichmäßig sind?

    Danke für die Auskunft.

    Grüße,
    Andreas

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    1. Schönen guten Abend Andreas,
      im Grunde gar keine Hexerei – langsam rantasten; immer wieder probieren und wieder 2 – 3 Hobelzüge. Das genaueste Maß ist in meinen Augen dann immer noch der Finger. Damit merkt man auch kleinste Unterschiede. Und hyperst genau geht’s dabei ja auch wieder nicht zu. So gerade ist wohl kein Boden.

      Herzliche Grüße

      Tom

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