5. Innenleben gestalten – Teil 1

Nun ist das Innenleben zu gestalten. Kniffelig wird’s, weil die Verbindungen an mehreren Seiten anzubringen sind, alles zueinander in Bezug steht und daher sehr präzise gearbeitet werden muss. Genau mein Ding … 🙂

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Im ersten Schritt ist die Querleiste / der Boden in der Mitte (über den Schubläden) an der Reihe.

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Ich möchte diese Verbindung mit Schwalbenschwänzen machen.

Hierzu muß im ersten Schritt ermittelt werden, wieviel „freier Raum“ am Ende innerhalb des Rahmens verbleibt, um zu wissen, wie tief die Schwalbenschwänze in den Rahmen reichen sollen. Das mache ich mir einfach und lege das obere Brett vom äusseren Rahmen auf das zu fräsende Brett. Der „Boden“ der der Schwalbenschwänze ist dann das Maß für den „freien Raum“ innerhalb des Kastens. Nur noch ausrichten, damit auch alles mittig ist.

Also: Messen am Objekt

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Dieses Maß kann dann mit der selbst gebauten Meßuhr an der Tischfräse präzise eingestellt werden.

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Fräsen „für Dummies“ 🙂

Damit das Brett hinterher – sicher – gerade / auf gleicher Höhe im äußeren Rahmen sitzt, fräse ich die Schwalbenschwanz – Nut in den Brettern gleichzeitig. Damit auch nichts verrutscht, fixiere ich sie mit Klebeband.

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Noch ein letzter Check, ob alles passt.

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Und los geht’s!

Immens wichtig ist hierbei, das Werkstück wirklich gut zu fixieren (der Fräser bricht bei so was sehr gerne mal ab…). Daher auch der Niederhalter und noch zusätzlich der Anschlagbacken. Der Vorschub muß so langsam sein, dass die Späne gut abtransportiert werden können aber schon so schnell, dass der Fräser „nicht brennt“ und zu heiß wird.

Alles nicht so einfach…

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Hat aber gut geklappt.

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Nun müssen die eigentlichen Schwalbenschwänze an das Brett angebracht werden.

In einem ersten Versuch wollte ich das „frei Hand“ am Fräser vorbeischieben.

Kurzum: das geht nicht…

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Also. Es muss „schweres Geschütz“ aufgefahren werden.

Ich krame das Teil raus, das ich mir mal gebaut habe, um die Zapfen für eine Schlitz / Zapfen – Verbindung an der Kreissäge zu machen. Das Ding leistet mir auch hier an der Fräse sehr gute Dienste.

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Die Hände können nicht an den Fräser kommen (… ein durchaus nicht zu unterschätzender Sicherheitsgewinn). Gleichzeitig kann ich das Werkstück mit einer Zwinge fixieren und die Vorrichtung hat hinten noch einen Anschlag, so dass das Brett – sicher – gerade / senkrecht an den Fräser herangeführt wird.

Toll – passt wunderbar 🙂

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Nun geht es an die Ecke, in der später einmal die Schleifsteine aufbewahrt werden sollen (= unten links).

Damit hinterher alles dicht & gerade wird, gehe ich noch einmal kurz mit dem Lie Nielsen Bestoßhobel Nr. 51 und der Stoßlade drüber.

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Das funktioniert wunderbar.

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Sieht schon mal gar nicht schlecht aus.

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Kleine Planänderung.

Bisher waren die Schubkästen genau in der Mitte – bis mir aufgefallen ist, dass ich dann die unteren Hobel nur sehr schlecht greifen kann. Der Griff wäre durch das mittlere Brett verdeckt.

Muß ja nicht sein. Also: die Schubkästen wandern flux nach rechts. Noch geht das. Manchmal ist es eben doch ganz gut, wenn man über einen Plan mal eine Nacht schläft.

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Eine in der Werkstatt rumstehende Farbdose muß herhalten und Pate für die Rundung stehen, die in dem mittleren Brett ausgesägt werden soll.

Man darf sich das Leben auch leichter machen 🙂

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Weil wir gerade beim leichter machen sind.

Um nicht durcheinander zu kommen, lege ich mir die vielen Einzelteile so hin, wie sie künftig zusammen gehören. So vermeide ich – hoffentlich – blöde Fehler, die dadurch entstehen, weil man „gemeint hat“, dass ein Brett so hinkäme – und tatsächlich hätte es aber gerade genau anders rum reingehört und dann ist die Nut in der falschen Seite vom Brett.

So geht’s besser.

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Es geht weiter mit den Nuten für die kleinen Zwischenfächer rechts. Hier muss ich aufpassen, dass sich die Böden (rechts & links) nicht auf einer Höhe treffen – sonst ist das schmale Brett durchgefräst – wäre blöde…

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Damit die Nuten auch wirklich auf einer Höhe sind, klebe ich die beiden Bretter mit Klebeband zusammen. Dann wird’s sicher gerade.

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Die Nuten mache ich wieder auf der Tischfräse mit der Hochgeschwindigkeitsspindel. Gut festhalten, sonst…

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Nun ist es – wieder – passiert!

Genau bei diesem Arbeitsschritt sind mir nun schon drei Fräser abgebrochen. Das lasse ich nun. Ich hatte gehofft, den Fehler gefunden zu haben und ihn durch ganz, ganz langsames Schieben des Holzes und gutes Fixieren des Werkstückes behoben habe.

Offensichtlich nicht.

Das lasse ich jetzt. Das wird mir auch Dauer zu teuer. Jedesmal rd. 40 € zum Fenster raus. Ärgerlich!

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Wäre doch gelacht! Unsere Vorväter hatten auch keine Tischfräse.

Also. Ich säge & hobele mir nun die Schwalbenschwanznut & den Schwalbenschwanz.

An einem Stückchen Restholz zeichne ich mir die Schräge vom Schwalbenschwanz an.

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Nun kann ich mit meinem Lie Nielsen Nr. 7 die Schräge anhobeln.

Hobeln ist toll 🙂

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Den Anschlag für die Säge richte ich mit einem kleinen Winkel aus und klemme ihn an der Hobelbank fest.

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So vorbereitet, kann ich nun mit der Handsäge (geführt an der Vorlage, die ich mir gerade gemacht habe) die Schräge der Schwalbenschwanznut einsägen. Der kleine Winkel hilft, dass alles gerade wird.

 

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Das Holz in der Mitte der „Nut“ kann nun leicht mit einem Stemmeisen ausgearbeitet werden.

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Alles gerade. DSC_6564

„Was wird das denn Papa?“

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Meine neue kleine Wunderwaffe – der Lie Nielsen Nr. 98n & Nr. 99. Die Einstellung ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Er zieht aber schöne feine & saubere Späne.

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Man braucht ganz schön viel Zeug – nur, um eine Schwalbenschwanznut zu machen.

Sei’s drum. Das mache ich jetzt mal so. Ständig neue Fräser zu kaufen wird mir zu blöde…

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Das ist ja schon mal ganz gut geworden. Alles gerade.

Es dauert zwar – deutlich – länger mit dem Handwerkzeug. Aber es gibt mir heute eine ungemeine Befriedigung. Das sollte man öfter machen und die Maschinen einfach mal zur Seite legen 🙂

Es läuft super.

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Nun sind die Schwalbenschwänze an der Reihe. Das werde ich mit dem kleinen Nr. 98 & Nr. 99 machen.

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Man hobelt hier im Querholz – das gibt Ausrisse. Mit dem Streichmaß ein wenig angerissen  und schon funktioniert’s super.

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Das sieht schon mal ganz gut aus. Hätte ich gar nicht gedacht.

Es geht weiter mit „6. Innenleben gestalten – Teil 2

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