6. Innenleben gestalten – Teil 2

Es geht weiter mit der Gestaltung des Innenlebens. Es wartet sehr viel Handarbeit auf mich – mit den Maschinen komme ich nicht mehr ran. Ich freue mich schon auf das, was jetzt kommt.

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„Was machst du denn da Papa?“

Nachdem die Sache mit dem Gratfräser nicht so gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt habe, werde ich die Gratnuten- &-federn per Hand machen.

Die beiden kleinen Lie Nielsen Nr. 98 und Nr. 99 sind mir hier eine große Hilfe.

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So sollen die Teile alle zusammen.

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Sieht schon mal ganz gut aus.

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Zum Leimen lege ich lieber etwas unter. Am Ende tritt doch immer wieder etwas Leim aus und / oder daneben. Ein Abfallbrett ist schnell zerschnitten und weggeworfen. Bei der Hobelbank würde ich mich da mehr ärgern und hätte deutlich mehr Arbeit.

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Obwohl so klein – es kommen doch eine Menge Zwingen zum Einsatz.

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Nach dem der Leim getrocknet ist, kann ich das Teil auch schon Verputzen (Lie Nielsen Nr. 62).

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Die kleine Probe konnte ich mir nicht verkneifen 🙂

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Grobes Maß nehmen vom bisherigen Stand.

Bei mir hat sich das bewährt. Ich muss immer wieder mal checken, ob auch alles so zusammen gekommen ist, wie es auch sein sollte. Es mag Leute geben, die das ohne hinbekommen (oder zumindest sagen, sie würden es) – ich nicht…

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Gut. Dann kann ich jetzt ja den äusseren Rahmen verleimen.

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Hm – so wirklich optimal ist der Verleimaufbau nicht – trotz der verlängerten Zwingen (im Vordergrund). Das ist alles noch nicht wirklich gerade.

So kann es nicht bleiben.

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Die „dicken Blauen“ müssen raus.

So geht es dann prima. Die haben zwar ein kleines Vermögen gekostet – haben sich aber schon vielfach bewährt und mich vor bösen Überraschungen bewahrt. Sie geben beim Zwingen ungefähr so viel nach, wie das Fundament der Europa Brücke am Brenner :-).

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Beim Testaufbau (oben) ist mir noch etwas aufgefallen, das mir bisher – so – noch gar nicht bewusst war:

Ich kann die unteren Hobel nur sehr schlecht greifen (das Brett ist vor den Griffen).

Die Lösung ist simpel. Ich säge ein Stückchen vom unteren Brett aus. Gesagt getan. Das mache ich mit meiner Stichsäge (von unten, dann wird die Linie nicht vom Sägemehr verdeckt).

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Das ging schnell.

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Und schon ist etwas behoben, worüber man (ich…) sich sicherlich später fürchterlich geärgert hätte, wenn man nur mit Verrenkungen an die Hobel gekommen wäre.

So geht’s aber sehr gut.

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In der Zwischenzeit ist der Rahmen soweit getrocknet. Ich kann das Zwischenbrett (das ist das Brett, das ich gerade gesägt habe) einziehen.

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Nun noch eine letzte Anprobe für die Rückwand – paßt.

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In der Zwischenzeit kann ich die linke Ecke, wo künftig die Schleifutensilien rein sollen schon verputzen. Mein Lie Nielsen Nr. 62 (ganz fein eingestellt und enges Maul) zieht herrlich dünne Späne – eine wunderbare Oberfläche ergibt sich auf dem Nußbaum.

Toll!

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Die Ecken müssen auch noch gebrochen werden. In die letzten Ecken komme ich nur mit dem Stechbeitel. Diese kleinen „Ringelschwänzchen“ finde ich jedesmal wieder aufs Neue lustig.

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So gefällt es mir sehr gut. Die Verbindungen sind sehr gut geworden, die Ecken einheitlich gebrochen und die Oberfläche glatt und eben.

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Nun geht es daran, die Nuten in der rechten Ecke zu machen. Hier habe ich mich für normale Nuten entschieden. Gratnut- & -feder ist mir hier jetzt zu kompliziert und aufwändig. So eine große Last ist da ja nicht drauf.

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Hier komme ich noch mit der Oberfräse hin – auch nicht schlecht.

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Mit Hilfe von dem kleinen Anschlag fällt es leichter, eine gerade Nut zu machen.

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Das Ende ist noch im 90 Grad Winkel auszustemmen – sonst passt hinterher das Brett nicht rein.

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Mit der neuen, kleinen Wunderwaffe können die Nutränder leicht begradigt werden und auch kleinere Anpassungen sind so schnell erledigt.

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Sehr praktisch an dem Ding ist, dass man das Frontstück abmachen kann – so kommt man bis in die letzte Ecke der Nut. Da hat jemand bei der Konstruktion richtig mitgedacht – super die Jungs von Lie Nielsen.

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Sieht gut aus. So lasse ich es jetzt.

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Es geht wieder an’s Verleimen. Ich gebe den Leim lieber in die Nuten – anders rum schiebt man den Leim nur vor sich her. Bringt ja auch nichts.

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Ein paar Zwingen helfen, dass alles auch wirklich dort bleibt, wo es hin soll.

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Während der Leim trocknet, kann ich schon die nun zu fertigenden Nuten unten anzeichnen. Dort kommen dann später die Schubläden rein.

Ich arbeite mich wieder von der Mitte ausgehend hin zu den Rändern. Das Brett, das dann später dort hin soll, gibt das Maß für die Nut vor – so ist auch gleich sichergestellt, dass evtl. Abweichungen in der Dicke der Brettchen nicht schaden und die Nut – sicher – passt.

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Mit dem Winkel kann die Nut dann auf die gesamte Brettbreite angezeichnet werden.

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So, nun kann’s mit dem Sägen losgehen. Bestimmt nicht meine Kernkompetenz. Aber was soll’s. Hier kann ich das sehr gut üben.

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Wenn ich jetzt sage, dass ich die Brettchen – bewußt – so ausgehobelt habe, dass der Beitel genau passt, glaubt mir das wahrscheinlich keiner. Ich auch nicht. 🙂

Das war tatsächlich Zufall – hilft mir hier aber sehr.

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So kann ich nämlich mit dem Stechbeitel „in einem Rutsch“ in & durch die Nut gehen und mir sicher sein, dass das Brett genau passt.

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Heute scheint mein absoluter Glückstag zu sein. Selbst das Eisen vom Grundhobel passt genau rein.

Es läuft super 🙂

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Der kleine LN Nr. 98 zieht herrliche Späne – selbst im Hirnholz (= er ist schön scharf).

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So lasse ich es jetzt – gefällt mir sehr gut.

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Und wieder: Anprobe, ob auch tatsächlich alles passt.

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Bei den Nuten „oben“ bin ich ebenso verfahren. Nur, dass hier die Brettchen, nach dem die Nuten beide fertig waren, noch auf die finale Länge anzupassen waren.

Das habe ich mit meiner Stoßlade und dem Bestoßhobel gemacht. Ich denke, ich werde noch ein richtiger Fan von dem Teil. So präzise geht das mit keiner Säge. Einfach nur eine wahre Freude, mit so einem Teil arbeiten zu dürfen.

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Den Leim gebe ich mit einem kleinen Pinsel an – das gibt am wenigsten Sauerei.

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Die letzten kleinen Leim Reste nehme ich gleich mit meiner „Leim – Ziehklinge“ weg. So habe ich hinter her am wenigsten Arbeit.

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Ok – passt alles.

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Nun noch das gleiche in der linken Ecke.

Weil’s es heute einfach richtig gut läuft, habe ich auch hier Glück. der Grundhobel passt auf den Millimeter noch rein (rechter Griff). Ein klein wenig weiter nach rechts und ich hätte das mit dem Stemmeisen machen müssen.

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Hier waren dann wieder einige Zwingen notwendig.

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Lina ist vorbeigekommen. „Papa, ich möchte gerne eine „Kiste“ bauen“.

Klar. Geht. Das kannst Du auch alleine an der Stemm Maschine machen. Da war aber jemand stolz 🙂

Hat sie gut gemacht. Da ist der Papa dann auch stolz auf seine Tochter.

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Nun kann die Rückwand montiert werden. Eigentlich wollte ich sie schrauben. Das war mir dann aber zu wenig „Fleisch“ an den Rahmenbrettern. Und so habe ich mich dann für (sehr viele) Nägel entschieden. Das sollte auch gehen.

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Das heutige Tagwerk. Gefällt mir schon sehr gut.

Es geht weiter mit „7. Aufhängung (Keilleisten – „French cleats“)“

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