7. Aufhängung (Keilleisten – „French cleats“)

Im nächsten Schritt muss ich mir eine Möglichkeit überlegen, wie ich den Werkzeugschrank an der Wand befestigen kann. Bei den vielen Hobeln kommt einiges an Gewicht zusammen.

Ich habe mich für Keilleisten („French Cleats“) entschieden. Die Herstellung ist einfach, die Kosten gehen gegen Null und ich habe das System bereits bei meinen Hängeschränken in der Werkstatt praktiziert.

Los geht’s!

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In meinem Holzfundus habe ich noch einen Balken gefunden, der die richtige Länge hat.

Daraus werde ich mir die vier benötigten Leisten schneiden.

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Dazu trenne ich ihn auf der Tischkreissäge am Parallelanschlag in vier gleiche Teile auf.

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So soll die künftige Nut einmal aussehen.

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Von diesem Maß ausgehend, kann der Fräskopf an der Tischfräse eingestellt werden.

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Das eigentliche Fräsen ist mit der Tischfräse schnell erledigt. Hier ist keine Präzisionsarbeit gefordert.

Es reicht, wenn die Teile ineinander passen; einen Schönheitswettbewerb muß ich damit nicht gewinnen.

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Das hat schon mal gut funktioniert.

Von der Montage meiner Hängeschränke in der Werkstatt habe ich aber noch im Hinterkopf, dass es nicht „gut“ ist, wenn das alles so ganz genau passt. Sollte die Wand nicht 100 % gerade sein (welche Wand ist das schon…?) gehen die Leisten nicht ineinander und man steht mit einem doch recht schweren Trum in den Händen, turnt in der Werkstatt rum und versucht, den mühsam eben gebauten Schrank nicht runterfallen zu lassen.

Bei anderen Leuten fallen in derartigen Situationen dann schnell böse Worte – bei mir natürlich nicht 🙂

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Weil ich dafür aber nicht die Hand ins Feuer legen möchte, werde ich noch eine kleine Schräge an den Leisten anbringen. Das schafft ein wenig Luft für Eventualitäten.

Das erledige ich mit dem großen Lie Nielsen Falzhobel Nr. 610 (Fase oben). Das geht super mit dem großen Teil.

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Er zieht wunderbare Späne – und mein kleines Spielchen mit den Kringeln funktioniert auch hier wieder 🙂

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So sollte es passen – die Leisten haben nun einen Tick Luft und auch eine etwas schiefe Wand kann keinen Schaden mehr anrichten.

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Die nächsten Schritte verlangen nach Prozesslogik. Ich habe mich dazu entschlossen, zuerst die Leisten am Schrank zu montieren, dieses Maß dann auf die Wand zu übertragen und dann erst die Leisten an der Wand zu befestigen. Mal sehen, ob das auch so funktioniert.

Hier bringe ich gerade die erste Leiste an und bohre die Löcher für die Schrauben durch. Die Leisten am Schrank befestige ich mit Metallschrauben, die mit einer Mutter gesichert werden.

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Damit die Mutter nicht über die Leiste rausschaut (und dadurch nochmal den Abstand zur Wand vergrößern würde), bringe ich mit einem Forstnerbohrer noch eine kleine Vertiefung an, in der die Mutter dann verschwinden kann.

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So. Beide Leisten sind nun am Schrank montiert.

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Caro hat mir dann beim Maß übertragen auf die Wand geholfen und angezeichnet. Alleine geht das nicht.

Nun können die Löcher gebohrt werden. Gut ist, dass das eine Betonwand ist – die hält wenigstens was aus. Dieses „Staubfangteil“ ist übrigens super. So ca. 95 % von dem anfallenden Bohrstaub nimmt das Ding mit. Dann ist die Sauerei nicht so groß. Bin ich auch nicht böse.

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Und schon ist die erste Leiste an der Wand; die zweite folgt sogleich.

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Geschafft! Der Schrank ist endlich an der Wand.

Mir gefällt’s.

Es geht weiter mit „8. Halterungen für die Hobel

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5 Kommentare zu “7. Aufhängung (Keilleisten – „French cleats“)”

  1. Hallo Tom,

    du bist sehr fleißig, hier im Blog gibt es ja fast jede Woche etwas Neues zu lesen! Und immer die vielen Bilder, ich vergesse meist die Kamera mitzunehmen.Hast du etwa eine eigene Werkstattkamera?

    Zu den Keilleisten, bisher habe ich im Zusammenhang mit dem Begriff immer nur 45° schräg geschnitten Holzleisten gesehen. Da braucht man dann keine Luft zu lassen, da sich die Leisten selbst festziehen. Das erscheint mir etwas einfacher.

    Grüße
    Christoph

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    1. Hallo Christoph,
      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ja, in der Werkstatt darf meine „alte“ Kamera ihren Lebensabend verbringen. Für die Werkstatt reicht sie noch völlig aus und macht allemal bessere Bilder als so ein kleines, aber aktuelles „Knipskästchen“.

      Mit dem Winkel von den Keilleisten hast Du Recht. Das ist eine andere Variante, die genauso gut; evtl. sogar noch besser funktioniert. Von der Herstellung ist es in meinen Augen aber egal, ob ich jetzt einen 45 Grad Schnitt an der Säge oder einen Falz an der Fräse mache. Wenn allerdings keine ausreichend große Fräse vorhanden ist, eine Säge aber schon, ist die Entscheidung einfach.

      Herzliche Grüße

      Tom

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  2. du betreibst ja einen ganz schönen aufwand um die schränke an die wand zu bringen … oben zwei oder drei ösen drann und unten eine leiste an die wand. der schrank steht auf der leiste und wird oben von den ösen gehalten

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    1. Schönen guten Abend redfox,
      ja, das ist Aufwand. Jedoch einer, der, wie ich meine vertretbar ist.

      Bei der von Dir vorgeschlagenen Lösung würde – mir – nicht gefallen, dass von unten die „Aufliegeleiste“ zu sehen ist. Es geht, ist aber nicht meine Art. Hier kommt noch die Besonderheit vom Schrank hinzu. Der umlaufende Rahmen kann nicht so viel Last aufnehmen (die Bretter sind sehr dünn) und die Rückwand ist nicht durchgehend (eine so große Platte hatte ich nicht mehr). Stellt man den Schrank nun unten auf die Leiste, könnte die Last nicht abgetragen werden. Und die sehr große Last von den vielen Hobeln nur „drei Ösen“ anzuvertrauen – ich weiß nicht. „Gefühlt“ hält das nicht.

      Mir hat’s aber auch Spaß gemacht – und darum geht’s mir in der Werkstatt.

      Herzliche Grüße

      Tom

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