Besuch in der Furthmühle – und -Säge

Es ist schon eine zeitlang her, aber uns hat das so gut gefallen und weil es so gut zu einem Holzblog passt, möchte ich Euch die Furthmühle (http://www.furthmuehle.de) vorstellen.

Das schöne ist, dass dort auch noch ein altes Sägewerk angeschlossen ist. Für das leibliche Wohl sorgt ein eigenes kleines Café mit leckeren, selbst gemachten Kuchen und wer will, kann auch gleich noch die Produkte der Mühle im kleinen Laden erwerben.

Ein entspannter Sonntag Nachmittagsausflug in die nicht allzu entfernte Vergangenheit beginnt:

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Von uns aus sind es rund 30 min. mit dem Auto zur Mühle.

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Die Mühle

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Das alte Logo haben sie sich bewahrt – einfach nur: Schön.

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Der Eingangsbereich der Mühle mit dem Lagerraum und dem kleinen Laden (im Hintergrund links).

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Der Müller erzählt etwas über die vielen verschiedenen Mehlsorten und was sie hier eigentlich so machen.

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… und zeigt uns noch die „Blume“ – eine Möglichkeit, den Mehlsack auf einfache Weise dicht zu verschliessen.

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Der gar nicht so simple Aufbau der Mühle.

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Da kommt dann doch der Holzwurm in mir durch. Diese schönen alten Pläne sind einfach faszinierend. Das könnte fast aus dem Spannagel sein.

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Im Hintergrund die Vorrichtung, mit der das Mehl nach oben transportiert werden kann (montiert in einer anderen Vorrichtung; hier nicht zu sehen).

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Das Herzstück der früheren Mühlen – die verschiedenen Mühlsteine.

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Die neueren Mahlwerke haben dann schon die Mühlwalzen mit unterschiedlich strukturierten Oberflächen.

Das will alles erkundet werden.

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Gelegentlich muss auch ein so massiver Mahlstein nachbearbeitet werden. Das wird mit einem großen Meissel erledigt.

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Schön auch, dass den kleinen Schwalben eine Chance gegeben wird. Ein Brettchen unter dem Nest sorgt dafür, dass alles „sauber“ bleibt.

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Die großen Mahlwerke mit den Mühlsteinen.

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Ich mag diese alten Waagen ja.

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Damit die Kinder (… und die Erwachsenen…) auch noch etwas lernen, werden die unterschiedlichen Getreidearten mal live gezeigt, wie sie auf dem Feld stehen.

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Natürlich darf dann das fertige Produkt der einzelnen Getreidearten nicht fehlen. Da haben sie nicht schlecht gestaunt, was es da so alles gibt.

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Nun geht es immer höher – bis unters Dach der Mühle. Hier die gewaltige Antriebswelle, die durch das ganze Haus geht.

Wirklich beeindruckt hat mich, dass sämtliche (!) Maschinen in der Mühle und dem Sägewerk von dem Wasserantrieb betrieben werden können. In den neueren Tagen wurde das dann durch einen Elektromotor ersetzt – mit 18 PS.

Wahnsinn – das nenne ich mal Effizienz.

So manch „moderner“ Rasenmäher hat schon so viel – und welchen Nutzen zieht der moderne Mensch dann heute aus der eingesetzten Energie?

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Die Säcke, in denen das Mehl abgefüllt wird.

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Eines der vielen, unterschiedlich großen / feinen Siebe, durch die das Mehl muss, bevor es fertig ist.

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Hier der systematische Aufbau der Rüttel- / Siebanlage.

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Weil man in „den Kasten“ nicht reinschauen kann, wird das Sieb -Prinzip anschaulich erläutert.

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Der Dachstuhl ist im Grunde schon mehrere hundert Jahre alt; nur ein paar Balken mussten erneuert werden.

Ob die heutigen Dachstühle auch so lange halten?

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Das scheint Spaß zu machen.

Der Müller – Aufzug. Schwups – schon war er weg. Der Lacher war garantiert.

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Und hier ist der „Aufzug“ vom Anfang im eingebauten Zustand zu bewundern. Er sorgt dafür, dass das Mehl und die Zutaten gut durchmischt werden.

Heute machen sie das Müsli mit der Maschine – die unterschiedlichen Zutaten werden gut durchmischt.

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Und hier noch die schematische Darstellung der „stehenden Mischmaschine“.

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Ein Überbleibsel aus den Nachkriegs Zeiten. Ein Antriebsriemen aus Papier. Ich war ja völlig baff, dass das funktioniert tatsächlich.

Auf meine Nachfrage hin hat mir der Müller aber erzählt, dass er froh ist, dass es heute wieder richtige Riemen gibt. Die halten nämlich. Aber, es funktioniert.

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Der Müller von damals hatte kurze Arbeitswege. Seine Stube war – getrennt durch zwei Türen – direkt in der Mühle.

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Wirklich warm sieht das nicht aus mit dem kleinen Öfchen. Über den Nachttopf mußte ich ein wenig schmunzeln.

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Für das leibliche Wohl war aber offenbar gesorgt.

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Und eine Presse hatte er damals auch schon – wofür auch immer.

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Als einer der wirklich Auserlesenen hatte der Müller damals schon Telefon, eine zweistellige Telefonnummer und noch nicht einmal eine Wählscheibe. In Zeiten mit Touch Display  und wo selbst Grundschüler schon mit einem Mobiltelefon durch die Gegen laufen, gar nicht mehr vorstellbar.

Das erinnert mich an ein Erlebnis mit unseren Kindern.

– Caro (im Auto): „macht bitte die Knöpfe runter“.

– Kinder: „was sind die Knöpfe?“

Die Werkstatt

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In der Werkstatt hängt so einiges an Werkzeug, das dem ein oder anderem recht warm um’s Herz wird. Bis hin zur Hand betriebenen Standbohrmaschine.

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Auch ein alter Amboss darf nicht fehlen.

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Die Ringschlüssel für die mannigfachen Maschinen wurden auf Maß angefertigt. DIN Normen, wo dann jede Schraube wirklich gleich wird, gab es damals noch nicht.

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Das nenne ich mal eine Schleifscheibe. In der Mühle wurde zeitweise auch eine Schleiferei betrieben. Angetrieben wird die Schleifscheibe – wie alle Maschinen – über den zentralen Antrieb.

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Heute läuft die Mühle allerdings mit diesem Elektromotor. Aber: Nur ein Motor (18 PS) in der ganzen Mühle treibt die Maschinen über die Hauptwelle an.

Beeindruckend.

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Da werden doch so einige Spezial Schlüssel gebraucht.

Das Sägewerk

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Der Übersichtsplan vom Sägewerk.

Ich habe den Müller gefragt. Er meinte, dass sie das Sägewerk gelegentlich sogar noch anwerfen. Das merke ich mir mal – für den Fall, dass mir ein besonders schöner Stamm unter die Finger geraten sollte.

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Da ist mir richtig das Herz aufgegangen. Fast schon kitschig schön.

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Das Holz wird angeliefert und der Transporthaken wird eingetrieben. Niklas passt ganz gespannt auf, wie „der Mann“ das macht._NIK9412

Am Haken hängend (und von der zentralen Antriebseinheit betrieben) wird der Stamm dann auf die Säge gezogen – die „Auftrenn – Säge“ / Gattersäge ( ? den genauen Begriff habe ich leider wieder vergessen). Zumindest ist das die erste Säge, mit der die Stämme aufgetrennt werden – und auch die älteste im Sägewerk.

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Neuerdings / als eine modernere Säge Einzug gehalten hat, wurde diese Aufgabe dann von der Gattersäge übernommen.

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Die Gattersäge – hergestellt in der Umgebung. Das kommt heute sogar wieder in Mode. Finde ich ja gut.

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Die Bandsäge – das ist mal ein Teil.

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Die Tischfräse.

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Eine – echte ! – alte Stihl Zwei – Mann – Kettensäge.

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Auch eine Stihl.

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Der Vorläufer einer „Tisch – Kreissäge“, sogar mit Schiebetisch.

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Die Ecke, in der sich dann neben einer alten Dickte auch schon modernere Maschinen aufhalten – ein Zeichen dafür, dass das Sägewerk noch heute „richtig“ genutzt wird.

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In so einem Sägewerk braucht man schon ein paar verschiedene Sägeblätter.

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… und die müssen natürlich auch alle gut geschärft werden.

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Im Lager finden sich neben den Utensilien für die Pferde auch noch so einiges an Schleifgut.

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Und zum Schluss kommt man noch durch ein kleines „Kinder Museum“. Auch schön und sorgt für gute Stimmung in der Truppe.

Schön wäre es, wenn jeder für sich einen Weg finden könnte, die alten Werte und auch Fertigkeiten über die Jahre hinweg zu retten. Schaffen wir das nicht, ist dieser ungeheuere Wissensschatz bald verloren.

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4 Kommentare zu “Besuch in der Furthmühle – und -Säge”

  1. mache doch einfach kurze Filmchen: um das wertvolle an wissen und seine Anwendung für die Nachwelt zu erhalten. sammle alles an Daten- auch Zeichnungen oder so -und packe es in einer Beschreibung, einem buch – auch zeitgemäß digital!
    geht ja nicht nur darum etwas zu beschreiben – sondern auch, wie es aussieht, wie es aufgebaut wird und funktioniert!
    wenn du willst – helfen dir wahrscheinlich eine menge leute dabei: ich würde es auch tun. wohne und lebe aber in Berlin: das ist weit weg!
    biete mich aber an- die technischen und sonstigen Dokumentationen zu machen – Ehrensache, also für nichts!
    als Konstrukteur, entwickler dokumentiere ich vieles alte…..
    sehr vieles aus holz!
    erhalte das……
    wenn du internet-kontakte hast: schau mal da…..
    https://grabcad.com/library?per_page=20&query=detlef+schmidt

    da finnest du mich drin- unter ein paar zehntausenden von Entwicklern, Konstrukteuren…..
    ich gebe meine Sachen da auch frei: anders kann man heute nichts erhalten!

    hast recht: geht immer mehr verloren: wir sollten uns beizeiten um das erhalten der wichtigen dinge unserer kultur kümmern!

    greettzzi aus bärlin
    detlef

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  2. Hallo Tom, schöner beitrag; für einen Besuch aus Mainz leider etwas weit weg.
    Leider ist es so, wie ganz zum Schluß schreibst: mit jeder Generation geht einiges an Wissen unwiderbringlich verloren.

    Gruß Bernhard

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