Brennholzunterstand – auf die etwas rauhe Art

Seit wir unser Haus gebaut haben, mußte unser Brennholz in den damals während der Bauphase „mal eben schnell“ zusammen geschusterten Häuschen trocken. Leider sind die viel zu klein geraten – das Holz war nur leidlich trocken.

Eine Lösung musste her. An sich hatten wir uns schon eine Ecke im Garten ausgesucht und der Haus & Garten – Malocher (= ich…) hat letztes Jahr dort auch schon Vorarbeiten gemacht. Die Fundamente waren gelegt. Dann kam der Schnee und das Projekt war erst einmal auf Eis.

Dieses Jahr war definitiv nicht das Jahr unserer Fichten. Nach dem wir im Frühjahr von Orkan „Niklas“ heimgesucht wurden und schon einige Bäume rausnehmen mussten (der Bericht von damals ist hier zu finden), ist der Rest nun auch noch krank geworden. Ich würde sagen, dass ist der Borkenkäfer. Die 5 Fichten haben über einen Sommer sämtliche Nadeln abgeworfen und sind gestorben. Jetzt haben wir keinen Nadelbaum mehr im Garten.

Ich habe versucht, aus der Not eine Tugend zu machen und unseren Plan wegen des Brennholzunterstandes über den Haufen geworfen. Ich hatte einen Samstag Zeit, war alleine und wollte kein Geld ausgeben. Keine optimalen Voraussetzungen. Dafür habe ich mir aber einen Tag im Garten gegönnt und habe auch mal wieder etwas „Grobes“ gemacht, wo es nicht hyperst genau zugehen muss und man auch mal nach Augenmaß arbeiten kann. Auch mal schön.

Manchmal muss etwas  nur funktionieren.

Aber seht selbst, was es nun geworden ist:

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Da lebt leider nichts mehr.

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Was das genau ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist da sogar mal ein Blitz reingefahren. Gesund sieht’s zumindest nicht aus.

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Für meine Begriffe sind das die typischen Schadbilder eines Borkenkäfers mit den Gängen.

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Die Bäume stehen leider sehr ungünstig. Das war mir zu gefährlich. Also habe ich die Baumkletterer bestellt.

Den ersten, vordersten Baum haben sie an ein Seil vom Auto gehängt und schon ging’s los.

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Der Rest ging dann nur noch mit der Klettertechnik.

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Höhenangst habe ich zwar keine. Wirklich wohl hätte ich mich da oben aber auch nicht gefühlt. Ausserdem hätte ich da erst wieder zig Sachen gebraucht, die ich nicht habe.

Ist mir lieber so.

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Ich habe die Baumkletterer gebeten, möglichst lange Stücke abzuschneiden und nicht die typischen Meterstücke. Das Holz möchte ich noch verwenden. Warum auch Geld ausgeben, wenn man das Holz doch da hat? Muss ja nicht sein.

Die Spitze von den Bäumen war noch nicht so schlimm. Die ist nicht sonderlich schwer. Je tiefer wir aber gekommen sind, desto schwerer wurden die 6 m langen Stücke. Sie haben dann erst einmal ihr starkes Seil und das große Equipment rausgeholt. Als ich gesehen habe, was da oben abgeht im Baum, wenn so ein langes Teil zuerst abgesägt wird und dann ins Seil fällt, war mir das jeden Euro wert, den die Jungs bekommen haben!

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Nach rd. 3 Stunden waren sie dann fertig.

Ich habe die äusseren Baumstümpfe stehen lassen und möglichst viel, möglichst langes Holz schneiden lassen.

Der Plan ist, den Unterstand an den alten Stämmen zu fixieren. Das erspart mir viel Arbeit. Bis die Dinger verfault sind, das erlebt wahrscheinlich selbst Niklas nicht mehr.

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Heute ging’s dann aber wirklich los. Also habe ich die Fundamente in der einen Ecke im Garten ausgegraben und hier wieder eingegraben.

Da das ja eine schöne Arbeit ist, mache ich die Plagerei in dem völlig verwurzelten Boden doch gerne…

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Wenigstens ist mir noch eingefallen, dass wir von der Oma noch diese uralte Schubkarre haben. Eigentlich sollte die schon längst auf den Müll (wer wollte die da eigentlich hinbringen?….)

Hier ist sie jetzt aber Gold wert. Man kann die eine Kante bis zum Boden absenken. Nun kann ich dieses mordschwere Teil reinrollen und dann fahren. Das ist tatsächlich sehr praktisch, das alte Teil….

Das sind übrigens die Steine, aus denen man sonst Mauern baut. Das Stück kostet so um die 2 €. Dann mit Beton ausgegossen. Fertig ist das Fundament.

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Die beiden äußeren Baumstämme habe ich mit Puffer absägen lassen. Mit der Schnur ermittle ich die Höhe und versuche, dass das Ganze auch einigermaßen gerade wird (= Augenmaß).

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Dann muss die Kettensäge ran.

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Nun geht’s an die Vorbereitungen. Der erste Ständer braucht natürlich einen halbwegs geraden Boden. Kettensägen Einsatz.

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Die Standfüße für die Eckpfosten schraube ich mit den längsten Schrauben, die sich in meinem Schraubennirwana gefunden habe.

Die Schräge der Schrauben ist übrigens Absicht – dann halten sie besser, weil sie nicht nur gerade in Hirnholz reingehen und sich so die Holzfasern besser mit dem Gewinde verhaken.

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Das war durchaus eine Herausforderung. Einen Pfosten so zu fixieren, dass er auch dann noch hält, wenn oben etwas draufgeschoben wird.

Ich hatte noch zwei Dachlatten. Damit ging es halbwegs – mehr aber auch nicht… Und wenn man schnell zur Seite springt, trifft einen der Balken auch nicht. Die Beule am Kopf, weil ich an den Zaunpfosten gefallen bin, nachdem ich über das wild durcheinander liegende Zeug am Boden gestolpert bin tut auch gar nicht mehr weh. Jawohl!

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Für die Hauptbalken habe ich eine einigermaßen gerade Fläche gesägt. Davon verspreche ich mir mehr Stabilität.

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Da merkt man den Bürojob. Das Ding ist durchaus schwer. Und wenn man es – um des besseren Trainings wegen – gleich viermal hoch tiefen darf, wird der Balken nur noch schwerer.

Was habe ich geflucht! Einmal passt die Höhe nicht. 3 mal ist mir der Pfosten umgefallen. Einmal passt die Vertiefung nicht. Nun gut. Irgendwann war das Ding oben – und blieb auch da.

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Damit der Balken oben nicht so leicht verrutscht, habe ich noch eine kleine Kerbe angebracht.

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Mit der Feineinstellung für Waldarbeiter läßt sich der Eckpfosten gut justieren. Das 500 Gramm Hämmerchen da rechts wurde nicht wirklich für voll genommen…

Garrett Hack hat das mal sein „Micro Adjustment“ genannt. Auch gut. 🙂

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Dann kamen die Nägel rein.

Hm. Blöd. Über diesen Kinderkram hat der Balken nur milde gelächelt. Er will ernst genommen werden!

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Also. Alle drei Nägel wieder raus.

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Beim nächsten Versuch habe ich lieber vorgebohrt.

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Denn jetzt kommen die Zimmermanns Nägel. Damit gings dann.

Männerspielzeug halt…

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So. Drauf ist er – und da bleibt er auch.

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Der zweite Querbalken hat dann nicht mehr so lange gedauert. Man lernt ja dazu und umschifft die Gemeinheiten, die einem Balken so einfallen können.

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Dann ging es an die Querbalken. Mann waren die schwer! Aber irgendwann hab ich auch das geschafft. Man lernt, sich zu überlegen, wie man den Balken am effizientesten bewegen muss, wo man Hebel nutzen kann und vielleicht sogar eine Wippbewegung zu seinem  Vorteil ausnutzen kann.

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Als die dann oben und fixiert waren, konnte ich alle auf eine halbwegs gleiche Länge kürzen. Damit das Kopfholz nicht so viel Wasser ziehen kann, habe ich die Enden noch abgeschrägt.

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Der Unterstand ist rd. 5 m lang. Das war mir als lichte Strecke zu lang. Also musste noch ein mittlerer Pfosten rein. Nachdem nun das äussere Gerüst steht, musste ich nur noch den Punkt finden, an dem die drei Pfosten auf einer Linie sind.

Meine „Männer Brechstange“ dient mir hier als Peilobjekt. Sind dann alle drei Pfosten auf einer Linie kann’s losgehen.

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Messen mit dem Maßband mag ich nicht. Ich mach das lieber am lebenden Objekt. Also muss die Dachlatte noch mal ran; der Pfosten war mir zu unhandlich.

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Irgendwann ist Niklas dann von seinem Turnier zurück gekommen. Das Kerlchen ist recht geschäftstüchtig. Er hat erkannt, dass wir gerade viel Holz haben. Also schnappt er sich die Äste, sägt sie klein – und verkauft sie dann.

Da hat er sich nun schon 40 € auf diese Art & Weise verdient. Respekt!

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Auch der Mittelpfosten ist nun drin – inkl. der hinteren Seite.

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Noch schnell zum Baumarkt gefahren. Mist! Eigentlich wollte ich diese Metall Profil Platten. Gab’s nicht. Grummel…

Nun gut. Dann wird’s eben dieses blöde Well – PVC. Wenigstens war’s – deutlich – billiger. Es muss ja nicht schön sein. Funktionieren reicht.

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Als es dann dunkel geworden ist, war ich – endlich – fertig.

Im zwar wahrsten Sinne des Wortes. Ich will jetzt nur noch auf meiner Couch langsam vor mich hinsterben….

Wenn ich mich dann – irgendwann – wieder erholt habe und halbwegs aufrecht gehen kann, möchte ich die Seiten noch mit Dachlatten verkleiden. Dann können wir das Holz einfach nur reinschütten – und sparen uns dieses leidige Brennholz Gestapel…

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Eine Kleinigkeit wollte ich Euch noch zeigen. Letztes Wochenende waren wir in den Bergen und da bin ich an diesem Baum vorbeigekommen.

„Das“ ist mal ein Drehwuchs!

Die Fertigstellung ist hier hinterlegt: https://holzwerkstattblog.com/projekte/2017-2/brennholzlege-fertigstellung/

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