15. Auszugmechanismus – Teil 2

Der Auszugmechanismus ist noch nicht ganz fertig – es fehlt nur noch eine „Kleinigkeit“.

Es war wie immer: das sind die schlimmsten Dinge…

Das hat sich jetzt über fast 4 Wochen gezogen; alles recht mühsam. Ich habe dann mehrere Versionen ausprobiert und wieder verworfen. Aber, ich habe jetzt eine Lösung gefunden, die Ansteckplatten sicher unter dem Tisch zu verstauen.

Es geht los:

1. Versuch

DSC_9568

Im ersten Teil vom Bau des Auszugsmechanismus hatte ich schon geschrieben, dass ich das Blendenbrett an den kurzen Seiten mit einem Doppel befestigen möchte; vergleichbar mit einem Schubladen Doppel.

Damit ich mir das Maß hierfür direkt abnehmen kann, werden die beiden Schiebeleisten mit einem Verschnitt Holz fixiert.

Einschub:

Wenn man – genau – hinschaut sieht man, dass ich die Alu Leisten noch einmal mit einer Eisen Winkelschiene verstärkt habe. Ganz ausgezogen, haben sie ein wenig nachgegeben. So verstärkt, hält es besser. Die Löcher (vorne zu sehen) habe ich wieder gebohrt. Die Aktion war zwar nicht mehr so schlimm, wie die letzte. Mit dem Bohren in Metall / Alu werde ich aber sicher nicht mehr warm.

DSC_9569

So vorbereitet, kann ich die Löcher direkt am Doppel anzeichnen.

DSC_9570

Selbstverständlich sollen die Langlöcher in die Mitte vom Doppel. Mein Lineal für Dummies hilft mir da wieder :-).

DSC_9571

Dieses Maß kann dann mit dem Streichmaß übertragen werden.

DSC_9572

Mit meinem Winkel können die Maße dann schnell und unkompliziert übers Eck übertragen werden. Das Ding habe ich sehr oft in der Hand.

DSC_9574

Die Langlöcher mache ich dann mit meiner Stemm Maschine. Funktioniert wunderbar.

DSC_9575

Damit gewinne ich keinen Schönheitswettbewerb – es funktioniert aber und passt. Mehr muss das Ding nicht können.

DSC_9576

Die Vertiefung für die Schraubköpfe werden mit der Oberfräse gemacht.

DSC_9577

DSC_9579

Das ist dann auch bald durch. Ich brauche mal wieder einen neuen Fräskopf 🙂

Die Langlöcher für die Schrauben in den Aluschienen sind nun also fertig. Langlöcher deswegen, damit sich das Holz bewegen kann. Die Laufschienen sind nicht 100 % parallel montiert (ts, ts, ts…) und sonst würde das alles klemmen.

DSC_9580

Nun noch schnell die Löcher für die Befestigungsschrauben an der Tischbohrmaschine vorgebohrt.

DSC_9582

Und noch ein paar Hobelzüge – soll ja auch schön werden.

DSC_9583

Fertig sind die Doppel.

DSC_9584

Und passt sogar…

DSC_9585

Nun können die Doppel montiert werden.

DSC_9586

An sich passt’s…

DSC_9587

… dumm nur, dass das Holz zu wenig aushält – und bricht, sobald man am Auszugmechanismus zieht.

So geht’s also schon mal nicht – auch eine Erkenntnis.

2. Versuch

DSC_9588

Auch, wenn’s mir – gar nicht – liegt. Ich mach die Dinger nun also aus Metall.

Die Eisenstangen bohren sich deutlich besser, als dieses Alu Zeug.

DSC_9589

Im Grunde gleiches Spiel wie oben. Nur, dass jetzt das Doppel eben aus Metall ist.

DSC_9590

Wieder am Tisch montiert.

DSC_9591

Sieht grundsätzlich schon mal nicht schlecht aus. Die Blende ist mir noch ein wenig zu dick, da werde ich noch 1 bis 2 mm weghobeln, dann sieht das nicht so schebs aus.

DSC_9592

Ist ja eine nette Idee das Ganze. Funktioniert nur leider nicht.

Die Ansteckplatten passen so nicht mehr unter den Tisch. Das Blendholz ist im Weg.

… bloß gut, dass ich so ein ausgeglichener Mensch bin….

3. Versuch – so geht’s

DSC_9604

Was also tun?

Sicher war, dass die Blende vorne weg muss. Also, Kommando zurück und alles wieder ab.

DSC_9605

Die beiden Schienen müssen aber irgendwie miteinander verbunden werden. Sonst läuft das alles ungleichmäßig und verkantet. Ich hab’s mir jetzt einfach gemacht und dann schlicht eine Leiste hinten angeschraubt.

Das geht jetzt. Punkt.

DSC_9594

Die Gleitlager müssen vorne und hinten noch Anschläge bekommen, damit sie nicht von der Führungsschiene rutschen.

Vorne habe ich das mit einem kleinen Hölzchen gelöst.

DSC_9606

Hinten habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und zwischen die Schienen einen Holzblock angeschraubt, an dem dann beide Schienen anstoßen können und die Gleitlager nicht mehr runterrutschen.    DSC_9602

Die Eisenprofile macht auf dem hellen Ahorn leider schmutzige Streifen.

Das möchte ich mit dünnen Laufleisten lösen, auf denen die Ansteckplatten dann laufen.

Ein paar Hobelzüge

DSC_9603

 

und das leicht abgeschrägte Profil ist fertig.  DSC_9608

DSC_9609

Um zu wissen, wo ich die Löcher bohren muss, markiere ich sie mir mit einem Kleks Farbe und einem Durchstoßer (ein Bleistift hat nicht mehr durchgepasst).

DSC_9610

Diese Markierungen sind sehr gut zu sehen.

DSC_9611

So vorgebohrt und gesenkt, passen die Leisten dann.

DSC_9612

Man glaubt es kaum: Sie sind drin 🙂

Jetzt habe ich eine Lösung gefunden, die Ansteckplatten sicher unter dem Tisch zu verstauen.

DSC_9613

Es geht zwar recht knapp zu – aber das schadet ja nicht. Bin ich froh, dass das jetzt endlich geklappt hat.

DSC_9614

Die Blendbretter möchte ich mit Magneten befestigen. Wie es der Zufall so will, haben die Schienen ein Loch – und da passen diese Magnete mit dem Nippel genau rein.

Das ist dann wohl die ausgleichende Gerechtigkeit für die Geschichte von oben?  DSC_9617

DSC_9618

Die runden Magnete sind aber zu groß. Also schneide ich sie kurzerhand mit der Flex auseinander.

Das geht, ist aber nicht wirklich „schön“.

Aber: im nicht sichtbaren Bereich muss kein Mensch einen Schönheitswettbewerb gewinnen. Es muss nur funktionieren.

DSC_9620

Das Ganze wird dann mit diesem Metall Kleber verklebt.

DSC_9621

An den Blenden kommen dann als Gegenpart zum Magneten diese Metallstücke rein.

DSC_9622

Die Aussparungen dafür mache ich wieder mit der Oberfräse. Der Tiefeneinsteller ist für die Einstellung der Frästiefe wirklich zu gebrauchen.

Nicht weitersagen, dass ich das Ding die ersten Jahre schändlich missachtet habe…

DSC_9623

DSC_9624

Mit dem Parallelanschlag sind die Ausfräsungen dann fix erledigt.

DSC_9625

„Passt“….

DSC_9626

Die Dinger klebe ich – das hält erstaunlich gut. Schrauben wollte ich nicht. Die Blende ist recht dünn und so kurze Schrauben sind mir nicht geheuer – und machen auch keinen Spaß, wenn man mit dem Hobel auf der anderen Seite an die Schraubenspitze gerät…

DSC_9627

Als Ausgleich musste ich mich ein wenig an die neue Drechselbank stellen. Geworden sind es nun Honiglöffel.

Ein Vorteil vom Drechseln sind die schnellen Erfolge. Nach einer Stunde kann man mit einem „Teil“ aus der Werkstatt kommen und der Regierung eine Freude machen. Beim Schreinern geht nicht unbedingt immer so.

Es geht weiter mit „16. Ansteckplatten Erhöhung

Zurück zur Projektübersicht “Esszimmertisch“.

 

3 Kommentare zu “15. Auszugmechanismus – Teil 2”

  1. Tom,

    super Ergbnis. Vielen Dank für Deine ausführlichen Beschreibungen. Sehr lehrreich.

    Am Rande. Ich sehe Du benutzt den PVA Leim. Was hältst Du denn von Knochenleim (aus der Flasche)?

    Wäre es nicht einfacher und genauer mit einem Nagel zu markieren als mit der Farbe?

    Gefällt mir

    1. Hallo Mariano,
      🙂
      Mit Knochenleim habe ich bisher noch keine Erfahrung – das steht aber schon auf der Agenda. Allerdings dann den, den man erwärmen muss. Welchen aus der Flasche meinst Du (Titebond)? Mit dem Nagel zu markieren wäre natürlich auch eine Möglichkeit gewesen. Problem war hier aber, dass ich da nicht so fest draufhauen wollte und mit dem Halten, wenn man alleine ist, ist das immer so eine Sache. Die Idee an sich ist aber natürlich sehr gut.

      Herzliche Grüße

      Tom

      Gefällt mir

      1. Hallo Tom.

        Ja, meine den braunen Titebond. Habe ihn aber bisher nur gekauft, noch nicht benutzt 😉

        Wollte mich gerne langsam rantasten. Den Leim und das Werkstück zu erwärmen ist mir im ersten Schritt noch zu aufwändig.

        Bzgl. Nagel. Bald ist ja Dein Lauser so alt, dass er die Tischplatte halten kann 😉

        Mariano

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Mein Weg als Hobbyschreiner

%d Bloggern gefällt das: