2. Aushobeln – maschinell

Heute hatte ich gut Zeit und konnte mich der Mammut Aufgabe stellen: Das Holz für die Tischplatte samt zwei Verlängerungen und die sieben Gratleisten war zu hobeln. Mein Ziel war es, so ca. bei 5 cm zu landen. Eine echte Plagerei mit vier Säcken Hobelspänen von der Absaugung…

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So soll er mal aussehen, der Tisch. Ja, das ist ein Tisch – nur, wer keine Phantasie hat, erkennt ihn nicht 🙂

Besser kann ich’s nicht. Ich kann nicht richtig zeichnen; noch nie. Für Grobmotoriker, wie mich, reicht’s aber 🙂

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So habe ich mir den Auszugmechanismus vorgestellt. Der „entwickelt“ sich aber noch. Das lasse ich mal „purzeln“, wenn das lebende Objekt dann tatsächlich vor mir steht. Da fällt mir dann schon noch was zündendes ein.

Beschläge für zig hundert Euro werde ich aber nicht kaufen. Basta!

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Caro wollte gerne Metall am Tisch haben. Alles nicht so einfach, mit Metall hab ich’s ja nicht so. Gerd war mir behilflich und hat mir einen richtigen Plan gezeichnet – so macht man das. Vielen lieben Dank auch an dieser Stelle noch mal Gerd!

Mit dem bin ich dann zu verschiedenen Schlossereien gegangen. Ich sag mal so. Nach 3 Wochen haben wir die Beine immer noch nicht und die Angebote haben sich um bis zu 130 % unterschieden. Ach ja, hab ich eigentlich gesagt, dass ich allein für die Füsse nicht so viel Geld ausgehen wollte, wie ein fertiger Tisch im Möbelhaus kostet? Sonst ist mein Argument Caro gegenüber nämlich gerade mal futsch. Das GEHT NICHT – sonst darf ich nicht mehr in der Werkstatt arbeiten.

Nun gut. Für Ende nächster Woche hat mir der Schlosser die Beine jetzt versprochen. Wenn sie dann da sind, ist ja auch gut. Da freuen wir uns.

Nur gut, dass jetzt kein Druck entsteht… DSC_9031

Endlich kann  ich mal wieder mit richtigem Holz arbeiten. Es geht los.

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Die Holzfehler werden markiert.

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Und viel gemessen. Pläne geändert, modifiziert und noch mal (nur einmal…?) durchgerechnet.

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Das vorhandene Holz will gesichtet werden. Für die Platte soll nur das beste Holz verwendet werden. Nach Möglichkeit möchte ich da keine Äste drin haben.

Alles nicht so einfach.

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Diese Riesentrümmer von Brettern sind alleine durchaus eine Herausforderung, wenn man die den ganzen Tag durch die Gegend wuchten darf.

… wann darf ich noch mal wieder ins Büro? 🙂

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Das Holz für die Gratleisten muss besonders sorgfältig ausgewählt werden. Es sollte idealerweise stehende Jahresringe haben – sonst kann es passieren, dass die Gratfeder rausrutscht – und der Witz von der Gratleiste ist weg.

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Nach der ganzen Aussucherei und Rumwuchterei ist mein Holzvorrat schon beachtlich geschrumpft.

Ich muss noch eine Bank und ein paar Stühle daraus bauen. Darüber mache ich mir dann Gedanken, wenn’s so weit ist.

Jetzt bauen ich erst einmal einen Tisch!

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Die Bretter für die Platte sind bereit gelegt. Ne Menge Holz kommt in die Tischplatte rein.

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Zur Feier des Tages gönne ich mir ein ganz neues Sägeblatt 🙂

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Nur gut, dass mir das noch eingefallen ist! Meine Dickte schafft nur maximal 22,9 cm. An sich wollte ich die Bretter 30 cm breit machen – so breit, wie meine Hobelmaschine.

Kommando zurück. Dann mache ich alle Bretter gleich breit – und leider auch schmäler. Hilft nichts. Wenn ich das alles per Hand hobeln möchte, bin ich im Herbst noch nicht fertig. Geht gar nicht.

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Die Drechselbank steht im Weg. So bekomme ich die Bretter nicht durch die Hobelmaschine.

Meine Felder Kombi hat aber glücklicherweise eine Fahreinrichtung. Das geht. So ganz locker vom Hocker wuchtet man (… ich) aber die 1,5 Tonnen (?) auch nicht mal eben durch die Gegend.

Geht dann aber doch. Gut, dass ich alleine im Haus war und mich keiner gehört hat…

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Die Bretter müssen – ganz grob – auf Breite gesägt werden.

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Um mir die schöne Maserung in der Mitte der Bretter zu erhalten, schneide ich von beiden Seiten je etwas weg. Das ist zwar mehr Arbeit, sieht hinterher aber schöner aus.

Irgend einen Vorteil muss es ja haben, wenn man es selber macht. Die Tische im Möbelladen haben in der Regel viel schmalere Lamellen – und sind meist recht lieblos „ausgewählt“. Da kann man ja fast schon froh sein, wenn sie wenigstens die gleiche Holzsorte verarbeiten.

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Die Werkstatt ist einfach zu klein. JAWOHL!

Die Bretter sind – knapp – zu lang. Also muss ich jedes Brett noch um rd. 30 cm kürzen. Die Stichsäge hat mit den rund 6 cm Ahorn Bohlen ganz schön zu kämpfen, schafft es aber …

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Da kommt echt ne Menge Holz zusammen. Das Holz für die Gratleisten ist hier noch gar nicht mit dabei.

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Das Aushobeln geht los. Die erste Seite wird plan gehobelt.

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Auf dem schönen Schiebetisch kann man gut prüfen, auf welcher Seite das Brett mehr wackelt (= hohl ist). Die Seite, wo das Brett besser aufliegt, richte ich dann zuerst ab.

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Die erste Kante wird winklig gehobelt. Mit den fast 2,3 m langen Brettern ist das gar nicht so leicht (im wahrsten Sinne des Wortes).

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Ich kontrolliere das lieber immer noch mal. Einmal nicht richtig / fest genug gedrückt und schon ist der Winkel dahin.

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Hobeln für Dummies. Die noch nicht gehobelten Flächen markiere ich mit einem Zeichen. Wenn dann alle Flächen „sauber“ sind, weiß ich, dass ich rum bin.

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Nun kann ich mir auch die Gratleisten aus den Brettern schneiden. Hier aber noch mit sattem Übermaß.

Auch hier wieder. Eine Kante war schon winklig gehobelt. Die kann ich nun am Parallelanschlag (und der abgerichteten Fläche unten) anlegen. Das Kantholz, das dabei entsteht hat dann schon einen 90 Grad Winkel und muss nur noch durch die Dickte.

Mit einer Kombimaschine muss man sich die Prozessabläufe immer gut überlegen.  DSC_9058

Alle Bretter haben nun eine (breite) abgerichtete Fläche und eine dazu im 90 Grad stehende Kante.

Die Dickte kommt an die Reihe. Die Bretter habe ich mir alle schon bereit gelegt – gut, dass die Maschine so stabil gebaut ist. Die Werkstatt ist zwischenzeitlich recht verstellt mit der Absaugung, die irgendwie immer im Weg steht.

Ist das eigentlich normal, dass die Bretter so unregelmäßig gewachsen / gesägt sind? Da sind Unterschiede von fast 1 cm dabei…

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Die zweite breite Fläche der Bretter wird zur ersten parallel gehobelt.

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Das braucht schon ein paar Durchgänge. Ich nehme lieber immer je nur 1 bis 2 mm ab. Nicht, dass ich von dem schönen Holz zu viel „verschenke“. Ausserdem soll die Platte möglichst massiv werden.

Den letzten Durchgang mache ich dann mit einer Zustellung von max. 1 mm – die Ergebnisse werden dann am besten.

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Ein kompletter Tag Arbeit und Maloche liegt da jetzt in der Werkstatt. 4 Säcke von der großen Absaugung an Spänen hat das ergeben. Der Kompost freut sich.

Allein das Aufräumen und sauber machen in der Werkstatt hat fast eine Stunde gedauert.

Jetzt freue ich mich auf mein Sofa – und einen Malt – Whisky 🙂

Es geht weiter mit „3. Fügen, Verleimen Hobeln – per Hand

Zurück zur Projektübersicht „Esszimmertisch„.

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8 Kommentare zu „2. Aushobeln – maschinell“

  1. Hallo, bezüglich der Dickenschwankungen der Bohlen. Ich kenne diesen welligen Schnitt von Blockbandsägen. Es liegt oft an der Schärfe und der Bombierung.
    Wir haben einen 50 Jahre alten Sägegatter und lassen die großen Stämme über 70 cm Durchmesser auf einer mobilen Blockbandsäge (Breitband) zuschneiden. Dort kam es früher oft zu diesem Welligen Schnitt. Seit dem die Blätter von einer Schleiferei gewalzt und Nassgeschliffen werden funktioniert das perfekt ohne Wellen. Falls jedoch die Schärfe minimal nachläst verläuft die Bandsäge.
    Beim Sägegatter kann man dagegen mit wesentlich stumpferen Sägeblättern (Verschleißgrenze) noch gerade Bohlen schneiden.

    Sehr gute Dokumentation der Arbeit!

    Mfg Ulrich

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  2. Hallo Tom,

    ich hab gesehn, das du die Silent Sägeblätter verwendest. Ich bin auch gerade am überlegen mir welche zuzulegen. Lohnt sich die Anschaffung? Was ist deine Meinung?

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    1. Hallo Stefan,
      mir fehlt da der Vergleich. Ich habe nur die – und ich bin auch zufrieden mit ihnen. Wie „silent“ sie aber im Vergleich zu anderen Blättern sind, kann ich nicht sagen.
      Herzliche Grüße
      Tom

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  3. Hi Tom,
    da hast Du ja ein wahrliches Mammutprojekt angegangen.
    Erinnert mich irgendwie an meinen massiven Eiche-Esstisch, der am Ende so schwer wurde, dass er die Trittschalldämmung unter dem Parkett flachgedrückt hat und nun jeder Fußtritt meinen Subwoofer übertönt.
    Das hatte ich vorher nicht auf dem Schirm…

    Hinterher ist man ja immer schlauer… Hauptsache, sie kritische Regierung hat wieder einen Grund, zu fordern, dass das nächste Möbel wieder vom freundlichen Möbelhaus kommt 😞

    Viel Erfolg!
    Manfred

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    1. Hallo Manfred,
      ups; das Thema hatte ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm. „Gefühlt“ müsste das bei uns aber gehen. Der Fussbodenaufbau ist hier auch anders (Parkett, Kleber, Estrich, Dämmung).

      Herzliche Grüße

      Tom

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  4. Hallo Tom,
    nicht jammern. Ich hab schon ein paar Tische gebaut und kann dir deshalb aus Erfahrung sagen, dass es erst richtig „lustig“ wird wenn du die Tischplatte verleimen musst. Sie ist danach auch nicht leichter als deine Bohlen jetzt. 😉
    Kopf hoch – trotzdem schönen Sonntag noch!
    Volker

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    1. Hallo Volker,
      die Platte wird ohnehin noch lustig. Die kann ich nicht mehr in der Werkstatt verleimen – ich würde sie nicht mehr aus dem Keller bekommen…

      Herzliche Grüße

      Tom

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