Nähkästchen – 3. Teil

Das Nähkästchen braucht noch einen Deckel. Ziel ist es, einen Weg zu finden, den Schrauben der Beschläge Platz bieten zu können, ohne dass sie durch das Holz durchgehen. Ich habe mich dafür entschieden, die Konstruktion  an diejenige der übrigen Kästchen anzulehnen. Das sollte dann ein einheitliches, harmonisches Gesamtbild ergeben. Vorteil ist noch, dass dann im Deckel noch ein paar Kleinigkeiten untergebracht werden können, die man immer braucht beim Nähen, wie z. B. die Nadeln.

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Nur ein Maß vorzugeben, ist mir zu abstrakt. Ich will in der Realität sehen, wie hoch der Deckel werden wird. Ich habe mich da dann Schnitt für Schnitt langsam rangetastet, bis es mir von den Proportionen her gefallen hat.

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Für mich ist systematisches Vorgehen immens wichtig. Sonst komme ich durcheinander; Fehler  sind vorprogrammiert.

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Das Maß für die Teile reiße ich direkt mit einem Anreißmesser an.

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Das Kürzen mache ich dann auf meiner Sägelade.

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Damit alles ganz gerade wird, hole ich auch noch die Stoßlade mit samt dem Bestoßhobel raus.

Erst, seit ich das Teil habe, merke ich, wie oft ich ihn in der Hand habe. Heute kann (und will) ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie ich das früher gemacht habe. Zumindest mit meinen Sägekünsten erreiche ich die notwendige Präzision nicht.

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Bevor die ganzen Maße für die Schwalbenschwänze angebracht werden, verputze ich die Teile noch mit dem Nr. 4. Nicht, dass die Verbindungen an sich perfekt gearbeitet werden (wie selbstverständlich immer bei mir…. 🙂 ) und sich dann doch Ungenauigkeiten einschleichen, weil noch ein klein wenig weg gehobelt werden muss. Wäre ärgerlich.

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Ich muss noch ein wenig Platz lassen für die Nut vom Deckel. Der Schwalbenschwanz wird daher ein wenig ausserhalb der Mitte platziert. Angerissen wird mit dem Stechzirkel. Das ist ganz praktisch. Einmal eingestellt, kann ich das gleiche Maß auf alle Teile übertragen und so eine – einigermaßen – gleiche Größe der Schwalbenschwänze erreichen.

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Immer noch ein Check, ob alle Teile auch die gleichen Ausrichtungen haben – da schleicht sich sehr schnell ein Fehler ein und ein Schwalbenschwanz ist mal anders rum, als die anderen. Und schwups, schon kannste ein neues Teil machen und alles geht wieder von vorne los.

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Gesägt habe ich in der Vorderzange. Das geht ganz gut. Ich bleibe bei dem bei mir bewährten Weg. Alle gleichen Schritte (= Sägeschnitte) werden in einem Rutsch durchgeführt. Da tue ich mir beim Sägen leichter, den Winkel zu halten.

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Ein ganz klein wenig wird noch nachgestochen. Das wird gerader, als beim Sägen. Gut geht es, wenn man mit dem Streichmaß eine kleine Nut eingeritzt hat. Darin wird das Stemmeisen gelegt – und die Schnitte sind sicher alle auf einer Höhe.

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Immer wieder noch ein Check, ob alles gerade ist.

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Schön geworden. Langsam wird’s mit dem Zinken per Hand. Da freue ich mich richtig drüber.

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Die Schwalbenschwänze übertrage ich dann mit Hilfe der Hinterzange. Das liegt mir mehr, als an der Vorderzange und ich produziere weniger Ungenauigkeiten. Das mag daran liegen, dass der Rechte Winkel ohne weitere Hilfsmittel erreicht wird, sobald das Werkstück ganz hinten in der Zange anliegt.

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Ich räume das Werkzeug, das ich bei dem jeweiligen Arbeitsschritt nicht benötige, immer gleich weg. So ist es übersichtlicher und das bringt Ruhe in das ganze Geschehen. Davon verspreche ich mir dann, ein präziseres Ergebnis.

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Wird doch – so stelle ich mir das vor 🙂

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Es geht an die Erstellung der Nuten. Ich wollte mal was anderes ausprobieren und die Nuten nicht mit der Stemm Maschine machen. Also, habe ich mir mein breitestes Stemmeisen rausgeholt und steche den Rand von der Nut vorsichtig vor. Damit soll eine scharfe Kante für die Nut erzeugt werden.

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Ja, ist ja gut. Verstanden. Keine gute Idee, längs der Faser in einem nur noch rd. 11 mm dicken Stückchen Holz zu Stemmen.

Ein neues Teil muss her…

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Die Nuten habe ich dann – doch – mit der Stemm Maschine gemacht. Geht ja. Ich wollte aber die Nut Ränder scharf haben. Da helfen mir die Flankenhobel Nr. 98 & 99. Sehr schön die beiden Kleinen.

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Ein paar mal auf jeder Seite durch.

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Und fertig ist die Nut mit scharfen Kanten.

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Nun kann ich mich daran machen, die Deckel – Füllungen zu fertigen. Bevor es losgeht, werden sie erst noch bestoßen.

… hm – „Blutzoll“ habe ich auch noch gegeben… Darüber will ich aber nicht reden – ich lebe ja noch 🙂

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Damit die Ausrisse nicht so schlimm werden, reiße ich die Innenkante vom Falz noch ringsum an.

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Auch die Tiefe der Nut markiere ich mir.

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Auch hier wollte ich mal was Neues ausprobieren. Ich schneide am inneren Rand vom Falz mit der Säge vor. Das ergibt eine schöne gerade und scharfe Kante.

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Den Rest vom Falz kann ich dann mit dem Kombinationshobel weg. Das hat ganz gut geklappt. Der Prozess ist aber noch „optimierungsfähig“.

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Zum Verleimen wird alles vorbereitet und so hingelegt, wie es dann zusammen kommen soll.

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Diesmal brauche ich gar keine Zwingen. Das ging ohne sehr gut zusammen, war im Winkel und die Verbindungen sind dicht. Was will man mehr?

Ich bin zufrieden.

Es geht weiter mit „Nähkästchen – 4. Teil

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