Nussknacker – Version 2.0 – Teil 1

Ich bin ja selbst schuld. Caro hat mein Nussknacker zu gut gefallen. Sie hat dann umgehend beschlossen, dass das doch ein sehr schönes Geschenk ist. Über die Jahre habe ich gelernt, dass es besser ist, seiner besseren Hälfte solche Wünsche nicht abzuschlagen. Sie ist ja ohnehin sehr tolerant, was das Thema „Werkstatt Zeit“ angeht… 🙂

Also – ich habe den Auftrag, noch einen Nussknacker zu bauen. Im Grunde soll er werden, wie der erste, den ich schon gebaut habe. Caro wollte ihn jedoch aus dünnerem Holz und ein bisschen kleiner. Das sollte ich hinkriegen.

Da ich das alles aber schon mal gemacht habe, sollte es diesmal schneller gehen. Ich möchte das alles an einem Tag schaffen. Mal schauen, ob ich das hinkriege, da werde ich an der ein oder anderen Stelle „optimieren“ müssen:

DSC_8727

Es kommt wieder Eiche zur Anwendung. Mal sehen, was ich aus diesem Brett rausbekomme.

DSC_8728

Es geht los mit dem hobeln der ersten Seite (Druck nur auf dem hinteren (Abnahme) Tisch und schieben nur mit Schiebehilfe; Hände auf dem Brett – die Finger werden es danken…).

DSC_8729

Dann kann die erste Kante winklig angehoben werden.

DSC_8730

Die Dickte erledigt dann das parallel hobeln.

DSC_8731

Fertig ist ein gerades Brett 🙂

DSC_8732

Das ist aber noch zu dick. So trenne ich es mit der Säge auf. Noch kann ich das nur so machen – eine Lösung für das Problem ist aber Dank Gerd schon in Arbeit 🙂

DSC_8733

Aus Eins mach Zwei.

DSC_8734

Die dann noch durch die Dickte – fertig sind zwei gerade Bretter.

DSC_8736

Hmpf. Caro hat beschlossen, dass wir nicht nur ein Geschenk brauchen. Es sind insgesamt derer 5.

Nun gut. Noch geht’s. Also. Das Ganze noch mal…

DSC_8739

Auch die zusätzlichen Bretter dürfen durch die Dickte.

DSC_8740

Welche Seite will denn noch einen zärtlichen Zug mit dem Hobelmesser?

Das ist immer eine kleine logistische Herausforderung, wenn man von beiden Seiten gleichmäßig viel Holz weghobeln möchte – so wird der Verzug vom Holz minimiert.

DSC_8741

Also. Aushobeln die Zweite. Die fertig ausgehobelten Bretter.

DSC_8742

Der erste Zuschnitt kann gemacht werden.

DSC_8743

Die Breit der Kästen „steht“ schon mal (= links) und die Böden (= rechts) sind auch schon so weit fertig.

DSC_8744

Die sägerauhen Kanteln werden mit der bereits abgerichteten Kante nach unten durch die Dickte geschickt. Damit der Winkel nicht wieder kaputt geht, wenn die Kanteln kippen, drücke ich sie zusammen und lasse sie in einem Rutsch durch.

DSC_8745

Der Zuschnitt für die Kästchen beginnt. Recht praktisch ist, dass ich sogar zwei Anschlagreiter habe. Dann kann ich jeden Kasten quasi in einem Rutsch sägen und muss nicht immer umstellen – das provoziert nur Fehler. Ich säge auch gleich die beiden gegenüberliegenden Seiten gleichzeitig – dann sind sie sicher gleich lang. Das ist durchaus hilfreich, wenn der Kasten gerade werden soll 🙂

DSC_8747

Die Teile für die Kästen sind fertig zugeschnitten. Das ist – für mich zumindest – schon eine logistische Herausforderung. Die Teile dürfen nicht durcheinander kommen.

DSC_8748

An sich wollte ich das per Hand zinken. Dann wäre ich aber nicht an einem Tag fertig geworden. Also hole ich – doch wieder – die Leigh D4R raus. Das geht doch schneller und wiederholgenauer.

Die Einteilung der Zinken ist doch immer eine rechte Fummelei und Rumprobiererei. Das mag ich ja nicht so sonderlich…

DSC_8749

Die Frästiefe wird am Strich eingestellt – stimmt. Der erste Strich war falsch. Das war die Brettstärke, ich brauche aber bei den halbverdeckten Schwalbenschwänze noch ein klein wenig „Überstand“.

Aber, ich hab’s ja noch rechtzeitig genug gemerkt 🙂

DSC_8750

Das sieht schon mal recht sauber und einheitlich aus.

DSC_8751

Einmal eingestellt, geht das recht gut.

DSC_8752

So haben dann die ersten 10 Teile á 2 Seiten keine 20 min. gedauert. So schnell wäre – ich – per Hand nie im Leben. Aber irgendwie habe ich schon ein „schlechtes Gewissen“.

Das Zinken per Hand übe ich aber wieder – ganz sicher 🙂

DSC_8753

Der Gegenpart ist dann auch schnell erledigt. Die Einstellungen an der Fräse sind nicht zu ändern. Nur der Kamm von der Schablone ist rumzudrehen.

DSC_8754

So sind die Verbindungen von den 5 Kästen relativ fix erledigt – wenn auch nicht „kunstgerecht“, per Hand gefertigt.

DSC_8755

Die Nut für die Böden möchte ich aber per Hand machen. Der Multi Hobel von Gerd ist recht schnell mit dem Kombiwinkel eingestellt.

DSC_8756

Das geht tatsächlich recht gut. Ein paar Züge – und fertig ist die Nut.

DSC_8757

Gefällt mir sehr gut.

DSC_8762

Vorteil der verdeckten Schwalbenschwänze ist, dass ich keine gestopppten Nuten machen muss, sondern durchgehen kann. Das geht schneller und einfacher. Bei der Einstellung kann ich mich „am lebenden Objekt“ orientieren und die Nut so einstellen, dass sie durch die Schwalben geht. Dann ist im montierten Zustand nichts mehr von der Nut zu sehen.

DSC_8763

Ein wenig muss man aufpassen, dass der Hobel nicht verrutscht. Hier hat es aber gut geklappt und die Nuten treffen sich. Wunderbar.

DSC_8765

Man sieht es leider recht schlecht. Aber eine Seite muss noch abgeschnitten werden – da kommt dann später der bewegliche Boden raus. Das Maß gibt die Nut vor; die Säge kann eingestellt werden.

DSC_8766

Das Ganze ist recht eng. Das mache ich lieber mit zwei Schiebestöcken, dann sind die Hände weiter vom offenen Sägeblatt weg.

DSC_8767

Langsam werden es ganz schön viele Teile, die nicht durcheinander geraten dürfen. Die kleinen Leistchen, die ich eben abgeschnitten habe, hebe ich auf. Da habe ich eine Idee. Dazu dann weiter unten mehr.

DSC_8769

Nun kann ich die Kästen auch schon leimen.

DSC_8770

Der Leim kommt nur in die Schwalben – relativ wenig, dann drückt es nicht so viel raus und die Sauerei ist hinterher nicht mehr so groß. Das spart dann auch Zeit & Nacharbeit.

DSC_8771

Alles im Winkel. Es ist immer besser, wenn man erst gar keine Zwingen braucht. Die drücken einen Kasten dann eher aus dem Winkel.

Es geht weiter mit „Nussknacker – Version 2.0 – Teil 2

Advertisements

2 Kommentare zu “Nussknacker – Version 2.0 – Teil 1”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Mein Weg als Hobbyschreiner

%d Bloggern gefällt das: