Werkzeugwand – Drechseleisen Wandhalterung

In den letzten Monaten habe ich viel rumprobiert mit den Drechseleisen. Bisher mussten meine Drechseleisen in einem Eimer ihr Dasein führen. Das ist nicht nur gefährlich sondern tut den Eisen auch nicht gut. Übersichtlich ist es auch nicht. Eine Lösung musste her.

Da das Thema „Drechseleisen“ bei mir noch immer sehr im Fluss ist,

  • musste die Lösung genügend flexibel sein, um mir eine gewisse Flexibilität für die Zukunft zu erhalten,
  • ich wollte bestehendes Holz verwenden und
  • schliesslich muss ich noch Platz für Künftiges frei halten.

Ich habe mir dazu dann eine Lösung für eine selbst gebaute T Nut und eine dazu passende T Nut Schiene einfallen lassen. Das hat den Vorteil, dass ich die Eisen später dort hinschieben kann, wie & wo ich sie brauche und sie fallen mir nicht runter.

Endlich mal wieder ein wenig Schreinern. Ich freue mich auf einen entspannten Nachmittag mit Niklas in der Werkstatt:

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Die Ausgangssituation. Meine Eisen „stehen“ in einem Eimer. Während des Drechselns lege ich sie auf der Hobelmaschine ab. Nicht optimal.

Das muss besser gehen.

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Das ist die Wickelkommode (das war mein allererstes Schreiner Projekt – damit fing alles an…).

Wir brauchen sie jetzt nicht mehr. Zum Wegschmeissen war mir das Holz aber zu schade. Jetzt ist eine gute Gelegenheit, dem Holz ein zweites Leben zu geben.

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Die Platte, auf der unsere beiden Kinder gewickelt worden sind, wird jetzt die Trägerplatte für meine Drechseleisen – und mich so hoffentlich noch das ein oder andere Jahr begleiten.

Auch eine schöne Vorstellung.

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Damit ein wenig Luft hinter der Platt zirkulieren kann, leime ich flux zwei dünne Leisten hinten an.

Das muss nicht schön sein – das Ergebnis zählt.

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Die vier Löcher habe ich schon in der Platte angebracht. Bevor ich jetzt umständlich anfange, zu messen, übertrage ich die konkrete Position der Löcher lieber von der Platte direkt auf die Wand.

Kleiner Tip am Rande.

Ein Bleistift ist da nicht so geeignet. Ich komme offenbar langsam in ein Alter, in dem man einen dünnen Bleistiftpunkt nicht mehr so ohne weiteres von einem kleinen Loch in der Betonwand unterscheiden kann. Aber – ohne jeden Zweifel –  das kann nur an dem bei mir in der Werkstatt unzureichendem Licht liegen…

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Dieser „Staubfänger“ ist sicherlich kein Muss. Er hilft aber und fängt den Staub zuverlässig auf.

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„Ich will auch mal Papa!“

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Und schon ist die Platte an der Wand. Das ging schnell.

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Niklas sucht sich eine Beschäftigung.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, wer den Steinbohrer so verbogen hat, dass er zum Bohren nicht mehr zu gebrauchen ist. …

Nun gut. Niklas hat beschlossen, ihn wieder „zu reparieren“. Wenn’s ihm Spaß macht.

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… Anfangs schon….

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So schlimm war’s aber dann doch nicht. Mit ein wenig kaltem Wasser war das Unglück schnell wieder vergessen.

Tapfer der junge Mann.

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Die Vorgabe war, möglichst wenig neues Holz zu verwenden. Also habe ich ein wenig in meinen Holzresten gekramt. Und siehe da, es haben sich noch ein paar dünne Leisten gefunden.

Daraus möchte ich das T Profil machen, das an der Platte an der Wand befestigt wird.

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Eine automatische Höhenverstellung für die Dickte habe ich heute auch. Nur die Sache mit dem genauen Maß muss sie noch üben 🙂

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Niklas freut sich, wenn er auch etwas an der Maschine arbeiten darf.

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Im Anschluss daran kann die erste Kante im 90 Grad Winkel angehoben werden.

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So ist das nunmal bei Resten. Die haben alle ein unterschiedliches Maß.

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Also müssen sie noch mal durch die Säge am Parallelanschlag und mit Schiebeholz.

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Geht doch – schon besser, aber noch nicht fertig.

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Also kommen sie noch einmal durch die Dickte. Weil so dünne Leisten gerne mal „aus dem Winkel“ gehobelt werden, drücke ich sie alle zusammen und lasse sie so durch.

Im Ergebnis kriege ich dann dünne und winklige Leisten.

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Ok – Nun habe ich also schon mal das Ausgangsmaterial für das T Profil.

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Niklas versucht sich im Schleifen seines Hobeleisens. „Papa, das geht ja gar nicht. Das muss ich unbedingt schärfen“.

Nun gut. So geht’s aber nicht (ruckartige Bewegungen nach rechts / links).

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Eine kleine Einweisung und der Hinweis, dass er den Winkel möglichst genau gleich halten soll, war dann recht hilfreich.

Jetzt geht er mit dem Eisen nach vorne / hinten.

Nun gut. Wirklich scharf wird das Eisen so natürlich nicht. Aber auch ein langer Weg fängt mit den ersten Schritten an 🙂

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Nun kann ich die dünnen Leisten auf das schmale Brettchen leimen. Wo sie hin sollen, markiere ich mir mit dem Streichmaß.

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Dann kann ich auch schon leimen.

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Nun müssen sie nur noch auf die richtige Länge gekürzt werden. Das Maß nehme ich gleich direkt an der Stelle, wo sie später hin sollen.

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Bis dahin sieht’s schon mal ganz brauchbar aus.

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Nun müssen die Löcher noch vorgebohrt werden. Das Maß rechne ich einmal aus und übertrage es dann gleichzeitig auf alle drei Leisten.

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Die Mitte der Leiste markiere ich mir mit dem Streichmaß.

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Vorgebohrt wird an der Tischbohrmaschine.

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Und weil’s ja schön werden soll, werden die Löcher auch noch gesenkt.

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So sollen die Eisen dann – in etwa – später hin.

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Von diesem Maß ausgehend, kann ich dann die Leisten – grob – montieren. Zuerst die Schraube in der Mitte, dann ist die Leiste schon mal dran. Nun kann ich sie mit der Wasserwaage ausrichten und mir gehen nicht immer die Hände aus.

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Fertig sind die T Profile, die an die Wand kommen.

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Nun muss ich mir noch etwas einfallen lassen, wie ich die Eisen auf dem T Profil befestigen kann. In meinem Fundus habe ich noch „Dachlatten“.

Mal sehen, was sich daraus machen läßt.

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Zuerst kommen sie mal durch die Dickte. Das soll alles gerade werden.

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Die Nut fräse ich mit meinem Verstellnuter. Die Höhe nehme ich direkt ab.

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So vorbereitet, kann ich mich auch schon ans Fräsen machen.

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Nichts Großes – halt eine Nut.

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Wie durch einen Zufall, passt das T Profil da genau rein 🙂

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In so einer offenen Nut hält das T Profil natürlich nicht. Also habe ich  dann wieder ein Brett draufgeleimt.

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Das Ganze muss dann wieder gehobelt werden. Damit die Maschine nicht vollends versaut wird, entferne ich den Leim im noch kaugummiartigen Zustand mit meiner Leimziehklinge.

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So sieht’s bis jetzt aus. Bis zum Strich muss das Holz aber wieder ab, sonst passt das alles nicht zusammen.

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Also, wieder ab durch die Dickte.

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Danach wieder ein Besuch an der Fräse.

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Und „schon“ hab ich ein Profil, das mit meinem T Profil zusammen passt.

Sicher gibt es auch spezial, spezial Fräser für so etwas. Die kosten dann aber sicher ein Vermögen – und so geht’s auch. Das freut mich immer, wenn ich mir selbst eine Lösung ausgedacht habe, die kostengünstig ist – und dann „sogar“ noch funktioniert 🙂

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Im letzten Schritt muss ich mir noch etwas einfallen lassen, wie ich die Eisen selbst befestige.

Sie

  • sollen sicher befestigt werden können,
  • müssen leicht zu entnehmen sein und
  • ich muss berücksichtigen, dass meine Eisen von – diversen – Herstellern sind, die alle unterschiedliche Maße haben.

Das hat den Hintergrund, dass bei meiner ersten Drechselbank einige Eisen mit dabei waren und ich im Netz einen billigen Satz Eisen gekauft hatte (da wollte ich das Schärfen „üben“). Das ein oder andere neue Eisen habe ich mir doch noch gekauft und flux kommen „ein paar“ Eisen zusammen.

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Dieses Arsenal möchte ich unterbringen.

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Dieses Maß der Zwinge gibt vor, wie groß das Loch werden soll.

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Und so tief muss die Halterung sein.

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Der junge Mann hilft mir wieder, die T Profil Schienen zu sortieren.

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Da kommt einiges zusammen.

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Nun kann ich die Löcher an der Standbohrmaschine bohren. Eine kleine Halterung hilft mir, nicht bei jedem Teil aufs neue messen zu müssen.

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Nun muss noch etwas „rein“, damit ich die Eisen von vorne entnehmen kann und nicht immer von oben durchschieben muss. Also mache ich noch einen Schlitz rein.

Das Maß wird wieder vom lebenden Objekt abgenommen.

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So kleine Teile an der Tischkreissäge zu schneiden ist immer recht heikel.

Das eine Maß habe ich am Parallelanschlag eingestellt. Für das andere habe ich mir eine kleine Markieren am „Fritz & Franz“ angebracht.

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So vorbereitet, kann ich aber selbst so kleine Teile sicher und effektiv sägen.

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Die Schlitze müssen ein wenig unterschiedlich breit werden – das ist also fast „Maßarbeit“.

Um den Überblick nicht zu verlieren, bleiben von nun ab Eisen und Halterungen zusammen.

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Dann kann ich auch schon die T Nut Schienen ablängen.

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Nun kann die Halterung verleimt werden.

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Fertig ist meine Wandhalterung für die Drechseleisen.

Ich bin gespannt, wie sie sich bewähren wird. An der unteren Schiene möchte ich mir noch so das ein oder andere anbringen für die vielen Kleinigkeiten, die man so beim Drechseln braucht.

Das kommt dann aber noch später.

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