Zettelkasten

Bei dem Sauwetter heute brauchen Niklas und ich eine kleine Beschäftigung in der Werkstatt. Wir bauen einen Zettelkasten. Als Holz schnappen wir uns aus der Restekiste ein paar Stücke Mahagoni. Nichts Großes – aber ein paar herrliche Papa / Sohn Stunden in der Werkstatt.

Und endlich kann ich mich mal wieder meinem Projekt „Zinken per Hand“ widmen. Denn, wenn ich nie damit anfange, wird’s auch sicher nie was werden. Wäre ja gelacht.

DSC_8253

Mal sehen, was wir aus diesen kleinen Schätzen so zaubern können.

DSC_8254

Ein – recht grober – Plan ist schnell gemacht.

DSC_8255

Mit Fritz & Franz ist der Zuschnitt schnell erledigt.

DSC_8256

So soll der Kasten dann mal – grob – aussehen.

DSC_8258

Im vorderen Bereich soll er aber ein wenig tiefer werden. Den Ausschnitt mache ich mit meiner Stichsäge. Damit beide Seiten gleich werden, säge ich sie in einem Rutsch.

DSC_8259

Der kleine Winkel sagt, dass alles schön gerade geworden ist. Geht doch.

DSC_8260

So lange die beiden Teilen noch zusammen gespannt sind, steche ich mit einem Stemmeisen die Kanten noch schön plan.

DSC_8261

Von der eben gesägten Kante ausgehend, kann ich gleich das Maß für das vordere kleine Stückchen nehmen.

DSC_8262

Und zusägen.

Über Fritz & Franz freue ich mich sehr. Selbst so super kleine Stückchen lassen sich so gut sägen – und die Hände sind nicht mehr im Gefahrenbereich.

DSC_8263

Wird langsam.

DSC_8265

Eine von meinen beiden neuen Wunderwaffen – die habe ich von meinem Besuch bei Gerd Fritsche mitgebracht.

Mit diesem Record Multi Plane Nr. 405 möchte ich die Nut für den Boden anbringen. Das Teil soll ein wahrer Zauberkünstler sein. Es ist einiges zum Einstellen. Wenn man sich aber einmal mit den vielen Schräubchen beschäftigt und verstanden hat, wofür die jeweils sind, kann er wunderbare Dienste leisten. Gerd hat mir noch einige von seinen Eisen in verschiedenen Breiten und sogar noch ein Eisen mitgegeben, mit dem ich eine Feder an ein Brett anhobeln kann.

DSC_8267

Wenn man am Ende der Nut anfängt, hat der Hobel eine besser Führung und die Nut wird gerader.

DSC_8266

Nach nur ein paar Hobelzügen ist die Nut angebracht. Ich denke, das gefällt mir.

Endlich habe ich einen Weg gefunden, Nuten auf die „leise Art“ (d.h. ohne Maschine) zu fertigen.

DSC_8268

Bevor ich mich an die Verbindungen mache, werden die Teile mit dem LN Bestoßhobel Nr. 51 und der Stoßlade winklig gehobelt.

DSC_8270

So passt das. Es kann losgehen.

DSC_8271

Die Brettstärke wird mit dem Streichmaß abgenommen und dann auf die Verbindungsstellen ringsum übertragen.

DSC_8292

Dieses mal möchte ich diese Zinkenschmiege ausprobieren. Der Vorteil soll sein, dass die Zinken einheitlich groß werden.

… ach ja. Man sollte darauf achten, „wo“ die Zinken die Schräge bekommen sollen. Verschläft man das, wird der Zettelkasten eben ein klein wenig kleiner. Mir ist das natürlich nicht passiert – nur für die, die bei sowas noch nicht so die Übung haben… 🙂

DSC_8293

Die Bereiche, die weg sollen, markiere ich mir lieber. Da kommt man (ich) gerne durcheinander. Niklas passt auf, dass Papa auch alles richtig macht.

DSC_8282

Zunächst noch ein wenig weg vom eigentlichen Riss.

DSC_8283

Dann in kleinen Schritten immer weiter nach unten arbeiten.

DSC_8285

Ungefähr in der Hälfte kann dann der Zinkengrund gestemmt werden. Konzentration ist angesagt. Kommt da dann am Ende eine Fuge, sieht’s blöd aus.

DSC_8288

Niklas will das natürlich auch mal probieren. Was macht man nicht so alles….

DSC_8298

Ok – das ist schon mal ganz gut geworden.

Jetzt will Niklas aber auch was selbst machen.

DSC_8299

Er möchte das gleiche machen, wie der Papa. Stemmen.

Puh….

Nun gut. dann soll er aber wenigstens ein scharfes Eisen nehmen. Er passt auf, dass alles auch mit rechten Dingen zugeht.

DSC_8300

Man kann mit einem Winkel natürlich auch schiefe Linien zeichnen  🙂

DSC_8301

Volle Konzentration beim Stemmen.

DSC_8302

DSC_8303

Und voller Körpereinsatz.

DSC_8305

DSC_8306

Oh – da war er stolz. Ein kleines Häuschen, das er ganz alleine gemacht hat.

DSC_8310

Ein bisschen Hobeln musste – natürlich –  auch noch sein. War klar. 🙂

DSC_8304

In der Zwischenzeit konnte ich die Zinken fertig machen.

DSC_8308

Hm – blöder Anfängerfehler. Eigentlich finde ich ja, dass „Schwalben zuerst“ praktischer sind. Hätte ich nicht gepennt, hätte ich das auch so gemacht.

Nun gut. So sehe ich mal, dass es „so rum“ nicht so sonderlich praktisch ist.

Angerissen wird mit einem Messer.

DSC_8309

Damit ich die Linien aber besser sehe und auch gleich noch den Abfallbereich kennzeichnen kann, kommt auch noch der Bleistift zum Einsatz.

DSC_8295

Heute war Niklas Tag. Er liegt mir schon seit Wochen in den Ohren, dass er einmal schmieden möchte.

Ok. Also haben wir einen Nagel in die Glut vom Ofen gelegt (den man bei so einem Sau Wetter sehr gut gebrauchen kann). Als der dann rotglühend war, ging’s ganz schnell ab in die Werkstatt.

DSC_8296

Nichts spezielles. Niklas hat sich aber gefreut, dass er Metall bearbeiten konnte. Damit war er dann auch zufrieden.

DSC_8311

Es geht weiter mit dem Bodenbrett.

Hier nehme ich Maß, wie breit das Brett werden soll.

DSC_8312

Die zweite Wunderwaffe von Gerd. Ein Falzhobel von Rapier (mehr steht da nicht drauf). Praktischer Weise passen die Eisen von dem Record Nr. 405 hier auch rein.

DSC_8314

Beim Hobeln quer zur Faser reisse ich lieber mit dem Streichmaß vor – das beugt Ausrissen vor.

DSC_8319

Das Ding ist nicht sonderlich groß.

DSC_8316

Leistet aber sehr gute Dienste – die beiden Nuten treffen sich präzise.

Die beiden Wunderwaffen sind in der Kombination tatsächlich recht praktisch. Einmal eingestellt, kann ich sie so im Schrank liegen lassen. Bei Bedarf ist dann eine Nut und der dazu passende Falz im Handumdrehen hergestellt.

DSC_8320

Nun kann es auch schon an die Feinarbeiten gehen. Die Kanten breche ich mit dem LN Nr. 102.

DSC_8321

In den Ecken, in denen ich mit dem Hobel nicht hinkomme, behelfe ich mir mit dem Stemmeisen.

DSC_8322

Die Vorbereitungen zum Verleimen.

DSC_8323

Der Verleimaufbau.

DSC_8324

Das bisschen Leim, das ausgetreten ist, nehme ich gleich mit der Ziehklinge ab.

DSC_8329

Nun kann ich auch gleich noch die beiden kleinen Zwischenwände mit dem Bestoßhobel anpassen und einleimen.

DSC_8330

Zum Verputzen nehme ich den Lie Nielsen Nr. 62 und den Nr. 4. Wichtig ist, immer nur von Aussen nach Innen zu hobeln – sonst brechen die mühsam gefertigten Zinken aus. Das wäre ärgerlich.

DSC_8332

Offenbar ist die Werkstatt ein guter Ort um einen „sit in“ zu veranstalten…..

DSC_8333

Fertig.

DSC_8334

Nicht 100 % perfekt. Für das erste mal – ernsthaftes – Zinken per Hand nehme ich das jetzt mal so hin.

Als Resümee halte ich für mich mal fest, dass es auch per Hand geht und nicht immer erst die Leigh D 4R rausgeholt werden muss. Die Einstellerei ist recht kompliziert. Die Genauigkeit ist bei ihr aber – noch … – besser.

Wie heißt es so schön? Mit der Übung kommt der Meister. Los geht’s!

2 Kommentare zu “Zettelkasten”

  1. Sehr schöne Arbeit und ich finde es toll, wie auch dein Sohn sich begeistert für das Hozwerken. Mal sehen ob ich meinen auch noch weiter dazu bringen kann. Mit der Japansäge Leisten durchtrennen kann er zumindest schon mal, mit 3 1/2.
    Gruß
    Martin

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Mein Weg als Hobbyschreiner

%d Bloggern gefällt das: