Sägen Schärfen

Für Heute habe ich mir das Schärfen der neuen Sägen vorgenommen  – eigentlich. Es kommt meist anders als man denkt. Etwas Positives ist aber doch immer dabei. So hat sich dann ein sehr schöner Ausflug zu Freunden „ergeben“.

Es geht los mit dem Schärfen. Meine Kluppe kommt wieder zum Einsatz.

„das ist aber ganz schön spitz Papa!“

Ich schnappe mir die „ultimative Feilhilfe“ von Gerd in der Version 2.0 (… kleiner Insider :-)) und los geht’s.

Mit den ganzen Fachbegriffen komme ich als Sägenbau Anfänger gerne und schnell durcheinander und deswegen habe ich mir den Tip von Gerd zu Herzen genommen und mir mal die grundsätzlichen Begriffe ausgedruckt und in die Werkstatt gehängt:

 

https://www.toolsforworkingwood.com/blogimg/sawspectra.pdf

http://www.badaxetoolworks.com

Ich habe mich für Sägenschärfen für Dummies entschieden und werde nicht mit irgendwelchen Winkeln „rumspielen“. Alles „gerade“ (horizontal, vertikal und was weiß ich noch für eine Richtung… 🙂 ).

Die kleine Einstelllehre von Gerd ist dabei sehr hilfreich.

Welche Feile hätten’s denn gerne?

Ich probiere ein wenig rum, wundere mich ob der doch beachtlichen Vielfalt – und entscheide mich für „diese“. Da passt der Sägezahn noch am besten zur Feile.

Es geht los. Also. Alles gerade, immer gleichmäßiger Druck, nichts verändern, den kleinen Zeh ruhig gehalten. Schon kann nichts mehr schief gehen.

Nun gut. Ja, ich brauche eine neue Brille (….). Praktisch ist aber, dass ich das ganze mit meiner Kluppe auch im Sitzen machen kann und nicht in irgendwelchen Fehlhaltungen da stehen muss.

Ganz links zum Vergleich meine Lie Nielsen Säge. Die nehme ich jetzt einfach mal als Referenz. Rechts die Schnitte mit der „mittleren“ Säge. Man erkennt, dass die ersten Schnitte nach Rechts gelaufen sind.

Dann habe ich mit einer feinen Diamant Platte einmal über die Seite gestrichen. Den Effekt erkennt man deutlich auf den Probeschnitten (Nr. 2 war einmal drüber, Nr. 3 zweimal drüber).

Die Maße der „mittleren“ Säge sind:

Länge: 32 cm

Schnitttiefe: 7 cm

Zahnteilung: 14 TPI (Spitzen per inch (= 2,54 cm)).

Nun ist „die kleine“ dran. Gleiches Procedere wie oben.

Auch hier wieder Testschnitte und der Vergleich mit der Lie Nielsen Säge.

Diese sägt gleich auf Anhieb gerade.

Die Maße der „kleinen“ Säge (Zinkensäge)sind:

Länge: 24 cm

Schnitttiefe: 4,2 cm

Zahnteilung: 19 TPI (Spitzen per inch (= 2,54 cm)).

Was auffällt ist, dass die Schnitte nicht „sauber“ sind.

Hm. Da muss ich mal eine Nacht drüber schlafen, ob mir das „so“ gefällt und ich das dabei belassen möchte.

Hier mal in der Übersicht die drei neu gebauten Sägen (die zwei unteren sind die neuen).

Ich habe Gerd angerufen und ihn mein „Problem“ geschildert. Ich wollte Gerd ohnehin schon lange mal wieder besuchen und da habe ich ihn gefragt, ob es ihm (und Hanne) recht sei, wenn ich für 2 Stunden vorbeikäme. War es – und schwups standen wir in der Werkstatt von Gerd.

Man erkennt deutlich den Unterschied von der Lie Nielsen Säge (ganz rechts) zu den anderen Testschnitten.

Gerd begutachtet alles genau.

Und probiert’s auch mal selbst aus.

Lass mal sehen…

„Da hast Du zu viel geschränkt“.

Hm. Ich kann nicht sagen, dass er es nicht gesagt hätte. Was bleibt ist natürlich, was ist „nicht zu viel“?

Ich hatte es fast schon vermutet. Im Netz stand, dass man es tunlichst sein lassen sollte, mit einem Hammer auf das Blatt zu hauen. Da brechen die Zähne gerne ab. Was geht ist, noch einmal zu schränken, dann aber mit weniger Schränkwinkel.

Der schnellste und pragmatischste Weg ist aber, die Säge in einem Schraubstock einzuspannen. Dann muss er aber gerade/Plane Backen habe und man muss etwas zwischen legen, damit die Schräkung nicht komplett egalisiert wird.

Noch einmal messen. Jetzt ist wieder gut.

Jetzt war ich wirklich schon einige male bei Gerd und auch in seiner Werkstatt. Sie ist aber wie ein Wimmelbild. Es gibt – immer noch – etwas Neues zu entdecken.

An seiner Säge hat er sich einen neuen Queranschlag montiert. Sieht sehr pfiffig aus (auch der eingebaute Niederhalter).

Sein neuestes Werk – die Kantenhobel. Rechts daneben einige von den Hobelsohlen, die in die Simshobel kommen (dazu kommt unten noch was).

Ein kleines Stillleben der kleinen Schraubzwingen.

Gerd wechselt in die Schleifecke – der Amboss von meiner Schränkzange muss präpariert werden.

Auf dem Weg dorthin ist Niklas noch über die Anzünder á la Gerd „gestolpert“. Eierkartons, gefüllt mit Sägespänen und Wachs. Gute Idee.

Ein Teil der Schleifmaschinen, die neu/überarbeitet worden sind. Ganz schön groß, die Dinger.

Die Bohrmaschine steht nun nicht mehr am Fenster sondern hinter der Drechselbank. Den Unterschrank hat Gerd „mal eben“ neu gemacht und mit Vollauszügen versehen. Sehr praktisch.

Das ist – immer noch – eine tolle Tischbohrmaschine. Das Bohrfutter ist von Metabo (schön klein).

Noch ein anderes, ein wenig größer. Ich hab mir die angeschaut, weil mein – extra neu gekauftes – Schnellspannbohrfutter abstrus groß ist und so recht viel Platz verschenkt wird.

Die Schleifecke von Gerd. Schon praktisch, wenn man alles „einfach so“ liegen lassen kann und einfach anfängt, wenn man’s braucht.

Auch praktisch ist dieser „Stein“ mit der Vertiefung für die Schleifsteine. Da verrutscht nichts mehr.

Der Amboss aus meiner Schränkzange.

Er wird in die Vorrichtung von Gerd eingespannt, der gewünschte Winkel (16 Grad) eingestellt – und los geht’s.

So simpel wie genial.

Als ich „das“ gesehen habe, ist mir wieder brühend heiß eingefallen, wann mir Gerd den Amboss für meine Schränkzange mitgegeben hatte.

Als ich meine Rahmensäge gebaut habe. Nun ist auch klar, warum die Sägeschnitte von den neuen Sägen allesamt so rauh und breit waren. Das war die Schränkung von der doch „etwas“ rauhen Rahmensäge.

So macht’s dann mehr Sinn.

Der Amboss sollte auch zum Sägezahn passen. Das tut’s bei meiner Schränkzange auch nicht – der ist viel zu breit. „So“ soll er aussehen.

Noch einmal über die Seite. Fertig ist die „mittlere“ Säge.

Die „kleine“ Zinkensäge muss ich neu schärfen. Da stimmen die Zahnhöhen nicht.

Mit der Feilhilfe sind die Sägezähne aber recht schnell wieder auf eine Höhe gebracht.

„So geht’s“.

Ein praktisches „Ding“ – muss ich mir auch noch machen. Das kann man bestimmt auch für die Kanten von den Skiern nehmen (das sind diese komischen Dinger, mit denen man früher über dieses kalte, weiße Zeug in den Bergen gerutscht ist – soll ziemlich Spaß gemacht haben).

Die Sägezähne werden unter der Lupenlampe begutachtet.

Dann zeigt mir Gerd noch, wie man den Sägerücken einer Säge einbaut, die einen runden Griff hat.

Das sieht sehr nachvollziehbar und folgerichtig aus.

So sieht so ein „Ding“ dann aus.

Hier noch die Vorrichtung vom Simshobel, an dem Gerd derzeit arbeitet.

Die Hobelsohle besteht zwar aus zwei Teilen, wird aber während der Herstellung zusammen gelötet (so wird’s besser gerade).

Das Hobelmaul wir noch vor dem Zusammenlöten ausgefräst – da kommt man besser hin.

Gerd’s Schatzkiste. Von einem befreundeten Drechsler hat er – echte – Schätze bekommen und hat sie uns voller Stolz & Freude präsentiert.

Ein besonders schönes Stück wurde gleich rausgeholt und „angehobelt“, um die Maserung zu sehen.

Ein Traum!

„Das sieht aber toll aus Gerd!“

Ein alter Schaber (in dem „U“ fehlt noch ein Rundholz).

Die Ziehklinge muss noch passend gemacht werden.

So wird er dann geführt. Das (fehlende) Rundholz gibt dann den Winkel vor.

Sieht praktisch aus.

Ein alter Kombinationshobel. Veritas baut so einen nun wieder – und will rd. 470 € dafür haben. Wie viele Eisen dabei sind, habe ich dabei noch gar nicht gesehen.

Eine alte Kluppe – ein Wahnsinns Teil!

Ein „Profil Hobel“.

Mal was anderes.

Niklas hat sich am Schraubstock eine echt fies aussehende Blutblase geholt. Tapfer der junge Mann.

Als kleines Trostpflaster hat ihm Hanne was mit auf den Weg gegeben.

Ein echter Schatz 🙂

Diese beiden Streichmaße habe ich zwar schon mal bei Gerd gesehen – das Auge bleibt an solch wunderschönem Werkzeug aber immer wieder hängen.

Ein „Fritsche“ 🙂

Ein Kantenhobel. Auch eine gute Idee.

Ein Bausatz, den Gerd auch anbietet. Hier in der Version, wo die Seitenteile bereits vernietet sind und „nur noch“ das Holz und die Finish Arbeiten zu erledigen sind.

Eine Gehrungslade. Das Ding hat mich durchaus überzeugt. Nicht so ein Mord Trumm und simpel im Aufbau.

„Gerd, was ist das denn für ein komisches Ding?“

Das ist ein Gewehrlauf, aus dem ich eine Hülse machen werde. Timo wird’s freuen, für den ist sie nämlich.

„Ich seh Dich“ 🙂

 

 

Wieder zurück bei mir in der Werkstatt, gehe ich die Schränkzange an. „So“ komme ich aber nicht an den Amboss ran.

Also wird sie auseinander gebaut.

Da ist er ja, der Amboss.

Nun geht das Feilen los.

Bis der Amboss auf den Sägezahn passt. Nochmal mache ich nicht den gleichen Fehler….

Und damit ich mir beim Einstellen leichter tue, habe ich die drei Winkel durchnummeriert.

So erkenne – selbst ich -, was eingestellt ist.

Nun kann ich die Schränkung noch einmal machen. Hätte es wahrscheinlich gar nicht gebraucht, war mir aber lieber.

Und noch einmal mit der Feile drüber.

Dieses mal möchte ich aber einen kleinen Winkel haben; dann schneidet die Säge aggressiver. Das ist mir im direkten Vergleich zu den Lie Nielsen Sägen aufgefallen, dass die „schneller“ schneiden.

So ist die Einstellung aber schnell & einfach erledigt.

Niklas will auch mitmachen und hilft mir, alles fest zu ziehen.

Und schon ist seine Säge rausgeholt. Die muss natürlich auch geschärft werden 🙂

Zum Feilen wechselt er aber an die andere Bank mit der anderen Kluppe.

Schön, dass er sich damit – schon jetzt – beschäftigt.

Da sind sie nun. Meine drei selbst gebauten Sägen und eine der Lie Nielsen Sägen (rechts).

Hier nun die finalen Test Schnitte. Ganz rechts Lie Nielsen, die Schnitte links davon meine.

So soll’s sein. Nun gefällt’s mir. Alles sauber, gerade und nicht so breit.

Zum Schluss reibe ich noch alles wieder mit dem BW 300 Öl ein. Ich habe festgestellt, dass das Kamelienöl, das ich bisher genommen habe, mit der Zeit fest wird. Da ich nun leider nur noch so wenig machen kann in der Werkstatt, ist das auch ein Thema.

Mit dem BW 300 ist das kein Thema mehr.

Nun brauchen die Sägen natürlich noch ein neues zu Hause. Sie dürfen an den Hobelschrank.

Noch mal Maß nehmen am lebenden Objekt.

Ein paar Holzdübel rein.

Und schon hängen sie griffbereit für neue Aufgaben.

Fertig.

 

Advertisements

Mein Weg als Hobbyschreiner

%d Bloggern gefällt das: