Palettenmöbel für den Garten

Lina hat sich einen „ich baue mit dem Papa eine Chill Ecke – Tag“ gewünscht. Was kann ein armer Papa bei einer solchen Bitte von seiner Tochter schon entgegnen?

Die Frauenfraktion hat mehrere Tage im Netz nach geeigneten Möbeln gesucht. Das Ergebnis waren Kosten über mehrere hundert Euro. Das war dem alten Herren zu teuer. Pfiffig, wie Lina nun mal ist, hat sie bei einem Nachbarn ein paar Paletten im Vorgarten liegen sehen – und hat kurzerhand gefragt, ob sie die haben könnte. Konnte sie.

Und mit dem Wunsch „Papa, können wir zusammen eine Bank und einen Tisch aus den Paletten für meine Chill Ecke bauen?“ ist sie dann mit leuchtenden Augen und zwinkernden Wimpern an mich herangetreten.

Aber klar doch – ich habe schon seit Jahren darauf gewartet – endlich mal richtigen Möbelbau mit Paletten machen zu dürfen; und dann auch noch für meine Lieblingstochter. 🙂

Das Wetter ist herrlich, wir haben Zeit, es kann losgehen.

Der Grundzustand der Ecke. Dort stand bisher das Brennholz in den alten, abgerissenen Holzlegen. Lina hat „in ihrer Ecke“ schon mal aufgeräumt.

… und es gibt doch einen Unterschied zwischen Mann und Frau 🙂

Das sind sie, die Palettenn (3 Stück). Das sind – denke ich – keine Euro Paletten. Das sieht für mich ganz danach aus, als ob da jemand aus Restholz Paletten gebaut hat. Zum Teil war da sogar Douglasie mit dabei. Keine Flecken von Farben oder Chemikalien (was häufig der Fall ist). Nun gut. Hätte schlimmer kommen können.

Niklas widmet sich in der Zwischenzeit den Ästen, die vom Unwetter letzte Woche runtergerissen worden sind.

Das ist unser neuer Häcksler (Eliet Minor 4s; Benzinmotor). Wenn man den (durchaus beträchtlichen…) Schmerz der Anschaffungskosten einmal überwunden hat, kann man sich über einen Häcksler freuen, der – endlich – mal das tut, was ein Häcksler so tun soll. Häckseln. Ich habe nun schon 4 Modelle über die Jahre ausprobiert. Bis hin zu teuren Modellen (bis knapp 1 T€). Also entweder haben wir andere Gartenabfälle, als die anderen. Aber bei mir ging mit den Dingern nichts. Der letzte war ein Viking GE 355. Das Ding ist laufend stehend geblieben. Man musste die Äste immer „mundgerecht“ aufbereiten. Alles in allem sinnfrei. Bei dem Neuen ist das alles gar kein Thema mehr. Angemacht, Äste, Strauchschnitt oder was  sonst so anfällt rein – fertig. So hab ich mir das vorgestellt.

Einzig der Kauf an sich war ein kleines Abenteuer, aber das sprengt den Rahmen hier…

Niklas will – doch – mitbauen und fängt an, die Paletten zu zersägen.

Lina will aber – natürlich – auch an ihrer Ecke mit bauen. Sägen Wechsel…

Das sollen die Lehnen werden. Da fehlt noch ein Stück, sonst hält’s nicht.

Den Zwischenkeil holen wir uns aus dieser Palette.

Beleidigt, dass er nicht sägen darf, verdrückt sich Niklas in die Ecke unter dem Baumhaus und schraubt die Schrauben aus den  alten Holzlegen.

Aus dem Holz wollen wir noch was bauen 🙂

„das musss, doch, irgendwie – raus gehen!“. Papa!

Mit einem Hammer, guten Argumenten und einer großen Brechstange bekommen wir die Klötze dann raus.

Nun noch die überstehenden Nägel krumm geschlagen.

Und schon passt’s. Zumindest fast. Bei dieser Palette hat jemand zusätzlich zum Klotz noch ein Brettchen mit eingebaut.

Das haben wir uns dann kurzerhand aus der anderen Palette rausgeschnitten und hier untergelegt.

Schon passt es und es kann mit dem Nägel eintreiben losgehen.

In der Zwischenzeit ist das Häckselgut fertig und kann auf dem Boden verteilt werden.

„Das soll schön gemütlich und chillig werden, Papa!“

Es wird kritisch Maß für die Armlehnen genommen.

„So passt es Papa“.

Dann waren die Einzelteile miteinander zu verbinden. Irgendwo findet sich schon eine Stelle, wo genug Holz ist, in das der Nagel getrieben werden kann.

Aus dem verbliebenen Rest der zweiten Palette wird nun die Rückenlehne gemacht.

„So soll sie hin Papa“

 

Aus der letzten Palette machen wir den Unterbau für die Sitzbank. Dafür wird die letzte Palette in der Mitte geteilt. Das habe ich mit der Kettensäge gemacht – und war froh, eine alte Kette drauf zu haben. Der ein oder andere Nagel war da durchaus drin, auch, wenn ich versucht habe, „drum rum zu sägen“…

Das wird der Unterbau für die Sitzbank.

Nun auch die noch mit ein paar Nägeln verbinden.

Weil eine Bank ohne alles nicht geht, braucht Lina natürlich noch einen Tisch.

Die verbliebene, letzte Palette war ihr zu groß. Also wird ein Stückchen abgeschnitten.

Weil wir keine Paletten mehr hatten für den Unterbau mussten zwei Holzstumpen als Unterbau herhalten, die da rumstanden.

Lina übt, einen Nagel mit dem Hammer einzuschlagen. Hat sehr gut geklappt.

Fertig ist Lina’s Chill Ecke aus Paletten Möbeln.

Der Papa ist ganz schön stolz auf seine große Tochter… 🙂

 

 

Zum Vergleich:

Die Ecke von Niklas. eine selbst von ihm gebaute Hütte und eine „Zündelstelle“… 🙂

 

 

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Mein Weg als Hobbyschreiner

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