Bogenbau

Lina hat letztes Jahr mit den „Naturindianern“ Pfeil & Bogen gebaut. Niklas wollte damit natürlich auch spielen – leider ist er dabei gebrochen. Großes Drama… Das müssen wir „wieder gut machen“.

Reparieren ging nicht. Wie man einen Bogen baut, wußte ich auch nicht. Kann ja nicht so schwer sein – dachte ich. Ich also in den Garten zum Haselnussstrauch; der soll sich ja (… dachte ich…) besonders gut zum Bogenbau eignen. Ich mach’s kurz. Tut er nicht. Das Holz ist sofort gebrochen („Mensch Papa“….).

Das konnte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Durch eine glückliche Fügung, hat mich Marcus (wir haben uns über den Blog kennen gelernt; http://www.erdenweg.de) erklärt, wie man einen Bogen baut. Dafür konnte ich ihm die Werkstatt, Hobel und etwas rund um das Schärfen zeigen. Das war ein, wie ich denke für beide Seiten „gewinnbringender“ & kurzweiliger Abend :-). Er hat mir dann den Tip gegeben, es mal mit Rattan zu versuchen; das bricht nicht so leicht. Nun ging es – wieder – los. Die Sucherei nach Holz. Marcus hat mir dann den entscheidenden Tip gegeben – und mir eine Adresse im Internet „verraten“, wo ich das Holz bestellen kann.

Nun konnte es also – endlich – losgehen:

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Schon nach 3 Werktagen war das Material da – inkl. der Bogenschnüre.

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In der Mitte soll der Griff hin. Hier mußte mal die Hand vom Papa als Maß herhalten.

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Dann nach beiden Seiten hin möglichst gleichmäßig viel abtragen. Als Vorlage dient hier ein Holz aus der Restekiste.

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Das so ermittelte Maß wird auf beide Seiten umgeschlagen – sonst wird des hinterher arg schief und der Bogen schießt nicht ordentlich.

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Zwischenzeitlich kommt Lina – ganz stolz – in die Werkstatt und will uns ihr Kommunionskleid samt Frisur vorführen. Am Sonntag ist es soweit 🙂

Eine richtige kleine Dame.

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Nun ging es los – das Elend.

Erster Versuch. Am Schleifzylinder an der Tischfräse.

Das wäre recht praktisch gewesen, da ich die Absaugung nutzen kann. Rattan stinkt (O Ton Lina: „hier riecht es wie in einem Kuhstall“). Ging leider nicht wirklich.

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Zweiter Versuch auf dem Billig Bandschleifer (Parkside).

Ein Mistding. Sobald das Holz auch nur in die Nähe kommt, fürchtet sich das arme Ding und bleibt stehen.

Der kommt jetzt – endgültig – weg.

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Dritter Versuch. Ziehmesser.

Ging besser. Richtig gerade wird das so aber nicht. Ausrisse treten leicht auf.

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Vierter Versuch. Raspel.

Das geht gut, hinterlässt aber eine sehr raue Oberfläche.

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Mit der Raspel läßt sich die Rundung kurz nach dem Griff recht einfach anbringen.

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Niklas wollte – natürlich – auch mal. Weil „Mann“ da ganz schön ins Schwitzen gerät, mußte natürlich der Pullover ausgezogen werden.

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Fünfter Versuch. Einhandhobel.

Das geht sehr gut. Großes Hobelmaul ergibt hohen Abtrag und praktisch keine Ausrisse. Die Oberfläche wird auch schön glatt & eben.

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„Ich will auch mal Papa!“

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Sechster Versuch: Schweifhobel

Das geht auch sehr gut. Vor allem die Rundungen lassen sich sehr gut ausformen. Der Lie Nielsen ist aber eher für feinere Arbeiten gebaut. Der Abtrag ist nicht so hoch, wie mit dem Einhandhobel.

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Der erste Bogen ist in der Rohform fertig. Lina ist wieder umgezogen und kann mit dem „Feinschliff“ beginnen.

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Parallel dazu probiert Niklas an seinem Bogen schon mal aus, ob er ihn überhaupt biegen kann.

Geht.

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Schleifen ist angesagt.

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Man glaubt es kaum. Aber die beiden Racker helfen sich gegenseitig, Lina zeigt ihrem Bruder wie sie es gemacht hat und Niklas hilft Lina, beim halten.

Das hat mich gefreut. Bringt also durchaus was, wenn man mit den Rackern was zusammen macht 🙂

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Für die Bogensehne muß noch eine Kerbe angebracht werden. Hier leistet die Raspel gute Dienste. Wichtig ist, dass die Kerbe „schief“ ist; so, dass die Bogensehne im gespannten Zustand – in etwa – gerade durch die Kerbe verläuft (so nach Augenmaß … 🙂 ).

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Damit die Oberfläche in der Kerbe nicht zu raub ist, gehe ich noch einmal kurz mit einer Rundfeile drüber.

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Die Bogensehne ist fertig zu stellen.

Marcus hat mir den Tip gegeben, dass beide Stränge für sich „gedrallert“ werden müssen.

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Danach dann beide Sehnen, wieder mit einander verdrallern. Hier hilft mir die Hinterzange an der Hobelbank.

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So tue ich mir aber noch leichter 🙂

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Fertig.

Ein netter Bastelnachmittag mit den Kindern.

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4 Kommentare zu „Bogenbau“

  1. Hallo Tom,
    freut mich das es geklappt hat und ihr Drei zu einem guten Ergebniss gekommen seit. Ich gehe mal davon aus, das ihr auch schon die ersten Schüsse damit versucht habt. Ich wünsche euch viel Spass damit und ein schönes Wochenende.
    Gruß Marcus

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  2. Hallo Tom,
    es ist immer wieder schön zu sehen, wie Du mit Deinen Beiden Deine Leidenschaft teilst. Damit wird ein wichtiger Grundstein gelegt,den die Kinder ihr Leben lang behalten werden. Vor allen Dingen aber gemeinsame Zeit verbringen. Ein sehr schöner Beitrag!
    Herzliche Grüße
    Uwe

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