3. Teil – Zuschnitt der Beine

Eigentlich hätte ich den Beitrag auch „auf dem Weg in den Wahnsinn“ nennen können. Einfach strukturierte Menschen wie ich sind einfach mit zwei Winkeln (der Profi nennt es wohl Schifterschnitt) überfordert. Es hat dann einiges an Nerven und diverse Versuche gebraucht, bis es endlich gepasst hat.

Mein Weg beginnt:

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Nun kann ich die Füße aus den Brettern schneiden. Wichtig ist hier, das man auf die Faserrichtung achtet. Die Fasern sollten „übers Eck“ laufen, also so rund 45 Grad. Das ergibt bei den Füßen dann ein ruhigeres Bild und ist obendrein noch stabiler.

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Dann können die Leisten aus den Brettern am Parallelanschlag geschnitten werden.

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Die Beine im Rohbau.

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Die Sägeschnitte werden noch einmal gehobelt.

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Und dann alles auf einheitliche Dimensionen gebracht.

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Da haben wir die Beine und das Holz für die Zarge.

Nun kann ich mich

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Das mit den schräg verlaufenden Fasern hat – doch – ganz gut geklappt.

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Der Zuschnitt für die Beine, die Streben und die Zarge war dann schnell erledigt.

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Nein – ich mache keine krummen Dinger! 🙂

Caro hat vorgeschlagen (ok – ich habe sie gefragt; ich Depp), die Beine ein klein wenig auszustellen. Sie sollen also einen  Winkel bekommen. Und weil’s gar so schön ist, den gleichen Winkel in zwei Richtungen. Der fiese Schifterschnitt. Mit ihm hatte ich ja schon mal Bekanntschaft bei der Pyramiden Lampe gemacht. Gute Freunde sind wir damals nicht geworden.

Nicht viel, die 3 Grad machen’s aber aus.

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Das Maß wird mit der Schmiege auf den Queranschlag und auf das Sägeblatt übertragen.

Konzentration ist angesagt. Krumme Sachen sind mir als Jurist ja nicht so gelegen….

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Die Seite mit einem Winkel markiere ich mir lieber. Da kommt man (ich) gerne & schnell durcheinander und verliert die Übersicht.

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Ich brauche was handfestes. Also mache ich mir ein Teststück und prüfe, ob so auch wirklich – trotz „schief“ hinterher auch alles wieder gerade wird.

Die Wasserwaage sagt: ja

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Die Füße sind schon mal fertig. Schnell noch die Markierung drauf, bevor da ein Kuddel Muddel reinkommt.

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Die 3 Grad sind nicht viel, reichen aber, um dem Ganzen eine gefälligere Optik zu geben.

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Nun müssen die Zargenhölzer angepasst werden.

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Da ist er wieder – der vermaledeite Winkel.

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Es reicht natürlich nicht, dass der schon an den beiden Seiten der Beine sein Unwesen treibt. Nein, er muss auch noch an der Aussenseite der Zargen sein Unwesen treiben.

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So lassen? Nein. Diese schiefe Dingens geht gar nicht. Das sähe ja wie „ich hab’s nicht besser hinbekommen“ aus.

Der Ehrgeiz ist geweckt.

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Die Säge ist ja noch eingestellt, Fritz & Franz noch montiert. Ich krieg dich schon!

🙂

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Eine kleine Markierung hilft mir, den Schnitt einheitlich zu setzen. Mit dem Lineal kann ich das Ausrichten vereinfachen.

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Der Schnitt ist schnell gesetzt.

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Na also. Deutlich besser.

Puh – das übersteigt schlicht mein Vorstellungsvermögen. Alles so schief…..

Im Ernst. Das hat mich tatsächlich ziemlich in’s Schwitzen gebracht. Irgendwann bin ich dann ausgestiegen und habe beschlossen, ich muss das ganze live sehen. Ab da ging’s besser (… nicht gut).

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Die Stützen sollen auf die gleiche Höhe. Ein kleines Restholz hilft, den gleichen Abstand zu markieren.

Lina hat angemerkt, dass Caro und ich größer sind, als sie und Niklas. Dann können entweder nur die Kinder oder nur die Erwachsenen die Beine auf den Streben absetzen. Die Lösung war dann, dass je zwei Streben auf eine Ebene kommen werden. Eine hoch, eine tief. Macht’s nicht unbedingt einfacher. Jetzt ist’s aber auch schon wurscht…

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Und weil’s noch nicht kompliziert genug ist, muss das dann auch gleich noch an zwei Stühlen gleichzeitig genau gleich sein.

Hilfe!

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Chaos.

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Ja. Ich geb’s zu. Den ein oder anderen Testschnitt habe ich schon gebraucht und es hat sich auch Verschnitt ergeben. Das ist aber auch vertrakt mit diesem  doppelten Winkel /Schifterschnitt!

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Huch. Was macht das Reserveholz denn da auf der anderen Bank?

🙂

Irgendwann war dann zuviel „Testschnitt“ – das Holz war zu kurz und hat trotzdem den Winkel nicht richtig getroffen.

Also zurück auf Anfang.

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Die Reservehölzer müssen noch einmal durch die Dickte, um auf die gleichen Maße wie die restlichen Teile zu erhalten. Dann das gleiche oben schon dargestellte „Spielchen“….

Für heute reicht’s aber erst mal.

Es geht weiter mit „4. Teil – Verbindungen herstellen

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2 Kommentare zu „3. Teil – Zuschnitt der Beine“

  1. Mein Vorgehen bei solchen Schnitten: Ich nagle oder schraube mir kurz eine Schablone zusammen, in der das Werkstück liegt und die beiden Winkel berücksichtigt sind. Das schiebe ich dann am Anschlag durch meine Kreissäge. So muß ich nichts mehr denken und jeder Schnitt wird exakt gleich. Das bischen Aufwand für die Schablone macht sich da schnell bezahlt.

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    1. Hallo Wolfram,
      das ist eine gute Vorgehensweise.
      Bei mir war aber gar nicht so sehr das Problem, dass die beiden Winkel richtig geschnitten werden (das lässt sich bei meiner Säge mit dem Anschlag und dem verstellbaren Sägeblatt recht gut handhaben).

      Mein Thema war, „wo“ der Schifferschnitt hin muss. Sprich, wenn er am einen Ende der Leistchen „so“ ist, wie rum muss er dann am anderen Ende sein? Da stand das Räumliche im Vordergrund. Irgendwann ging’s dann – und wenn man sich ganz fest drauf konzentriert, dass die Seien jeweils genau gleich aussehen müssen und die entsprechenden Flächen einheitlich kennzeichnet und dann noch systematisch vorgeht – dann geht’s. Irgendwann…. 🙂

      Herzliche Grüße

      Tom

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