Bienen Ablegerkasten

Die Bienen der Imkerin, die bei uns im Garten ihr neues zu Hause gefunden haben gedeihen prächtig und brauchen ein neues Häuschen. Ein neuer Bienen Ablegerkasten muss her. Klar, dass wir den selbst bauen wollen.

Klar, dass wir den selbst bauen wollen.

Ein  paar Stichworte zu dem Projekt:

  • Aushobeln maschinell
  • Nut- & Feder Bretter mit dem Kombinationshobel herstellen
  • Leimholz selbst machen
  • Tip’s
  • Einsatzfräsen
  • Schneiden von dünnen Leisten
  • Falzen an der Kreissäge
  • Kinder in der Werkstatt

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Die Rähmchen (darin bauen die Bienen dann später die Waben und sammeln den Honig für den Nachwuchs) sollen längs rein. Weil der Platz aber ein wenig zu eng war, soll im neuen ein bisschen mehr Platz bleiben.

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Der Deckel braucht keine Einlage / Isolierung.

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Aus diesem Holz (Fichte) möchte ich den Kasten bauen. Nun ja. Eigentlich sollen es ja zwei werden – dazu aber unten mehr….

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Es geht los mit dem Besäumen.

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Ich habe mir angewöhnt, auch die einigermaßen großen Stücke von der Waldkante aufzuheben – für irgend etwas kann man auch das noch nutzen und freut sich dann über ein Restholz.

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Daraus kann man allerdings nichts mehr machen.

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Nun ja. Für den Brennholz Stapel ist es allemal noch gut. Dann muss die arme Felder wieder als Brennholz Säge herhalten.

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So, einigermaßen gerade Bretter haben wir schon mal.

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Der junge Mann macht sich nützlich.

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… und hat sichtlich Spaß dabei – der Lauser 🙂

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Dann kann auch schon die erste Seite von den Brettern gehobelt werden.

Druck immer nur auf dem hinteren Tisch – sonst wird’s „schief“. Die Hände NUR oben auf dem Brett, NIE mit den Fingern das Brett „umfassen“. Die Finger danken es auf Dauer, so einer Hobelwelle ist es gerade mal egal, was sie da gerade bearbeitet.

Von der Sauerei in der Werkstatt mal ganz zu schweigen…

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Dann kann auch schon die erste Kante winklig zur ersten Fläche gehobelt werden.

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Ausgehend von diesen Bezugsflächen können die jeweils gegenüberliegenden Seiten in der Dickte parallel gehobelt werden.

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Nach über einer Stunde habe ich auch schon „ein paar Bretter“.

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Aber: Obwohl „nur“ Fichte – die Maserung ist sehr schön, praktisch keine Äste; fast schon zu schade für Bienenkästen.

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Für den Hauptkasten muss ich je zwei Bretter zusammenleimen; sie waren zu schmal. Nur stumpf leimen möchte ich nicht. Wenn der Leim – doch – mit der Zeit aufgehen sollte, wird’s den Bienen kalt und das soll nicht sein.

Ich werde also Nut- & Feder Bretter herstellen. Das möchte ich mit meinem Multi Hobel von Gerd machen. Die Tiefe von der Nut ist fix eingestellt.

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Er zieht schöne Späne. Die Arbeit geht gut voran.

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Es bleibt aber Arbeit – da kommt man glatt ins Schwitzen. Nach den Feiertagen ist das aber gar nicht so schlecht. Hm…

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Wird schön. So was gefällt mir ja. Das ist – trotz der zwei zu hobelnden Bretter – viel schneller, als mit der Maschine, wo ich erst lange hätte herrichten & einstellen müssen.

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So sollen die Bretter dann zusammen.

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Um nicht durcheinander zu kommen, markiere ich sie mir lieber mit dem Schreinerdreieck.

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Nun kommt das andere Eisen von Gerd Fritsche zum Einsatz, mit dem ich die Feder anhobeln kann.  Beides passt perfekt zusammen.

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Hm – nur leider stößt das Eisen am Tiefenanschlag an.

Mit ein paar Feilenstrichen ist das aber schnell behoben.

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Nicht schön – tut aber, was es soll.

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Nun noch eine letzte Justage, genau abgestimmt auf die schon angehobelte Nut.

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Und schon kann es losgehen.

Die Feder ging nicht ganz so gut wie die Nut. Aber alles in allem war das keine Aktion und macht sogar auch noch Spaß.

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Zum Verleimen sind alle benötigten Dinge vorbereitet.

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Ich habe mich für den „wasserfesten“ Weißleim (D4) entschieden. Wirklich wasserfest ist der auch nicht – nur wasserfester, als der übliche Weissleim (D3).

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Die Qualitätskontrolleure sind in der Werkstatt – hoffentlich genügt es den strengen Augen….

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Der Verleimaufbau. Damit die Bretter beim Verleimen durch den immensen Druck der „dicken Blauen“ nicht krumm werden, habe ich noch die senkrechten Hölzer angebracht.

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Nun können die Bretter am Parallelanschlag auf die richtige Breite gesägt werden.

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Ein klein wenig Versatz entsteht – immer – beim Verleimen. Da hilft die Dickte.

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Die Beiden Bretter, aus denen die Bienen Ablegekästen gebaut werden sollen.

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Der Zuschnitt der Bretter.

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Und fertig sind die Bretter für den Grund – Kasten.

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Von nun an bekommt jedes Brett seine bestimmte Position. Verwechselungen verhindert das Schreinerdreieck.

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So weiß man immer ganz genau, welches Brett wohin gehört.

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Maß nehmen vom Original.

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Der Boden ist in die Seitenbretter eingenutet. Die Nut mache ich mit der Hochgeschwindigkeitsspindel an der Fräse.

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Der Parallelanschlag muss mit einem Vorsatzbrett verlängert werden.

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Damit mir das Brett am Ende nicht „abhaut“, unterstütze ich es von hinten mit einem Magneten. Das Teil ist super. Es hält 50 kg (?), ist schaltbar (An / Aus) und ich kann es an jeder beliebigen Stelle am Maschinentisch montieren. Sogar Schrauben könnte man darin befestigen.

Wo ich es her habe, weiß ich leider nicht mehr genau. Ich „meine“, das habe ich damals bei dem Laden in Großbritannien mitbestellt, bei der Stemm Maschine.  DSC_0630

Niklas macht sich wieder nützlich und säubert den Original Bienen Ablegerkasten.

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Da sind böse Worte in der Werkstatt gefallen!

Mit ist ein Brett (natürlich das größte) vom zweiten Ablegerkasten runtergefallen. Dabei ist es gebrochen. Es ist müssig, ob es einfach Pech war oder ob da ein versteckter Riss drin war.

Kaputt ist kaputt. Ich habe kein weiteres Holz mehr. Jetzt gibt es leider nur noch einen Kasten. Ärgerlich.  DSC_0639

Die Nuten müssen noch einen Tick angepasst werden. Das erledige ich mit meinem Lie Nielsen Seitenwangen Hobel (Nr. 98 & Nr. 99).

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Nun passen die Teile für den Boden (vorne & hinten) in die Nut stramm rein. Sehr schön.  DSC_0642

In der Mitte vom Boden soll ein Gitter rein.

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Niklas hat ein dünnes Reststückchen entdeckt, dass gesägt werden muss.

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Schau mal Papa – das kann ich biegen 🙂

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Dass muss natürlich irgendwie zusammengehalten werden.

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Mit einer Schnur geht’s besser, als mit Klebeband (links). Man muss sich nur Lösungen suchen.

Ist mir – deutlich – lieber so, als wenn er nur Probleme sehen würde…

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Die dünnen Leistchen, die dann das Gitter aufnehmen sollen, werden am Parallelanschlag gesägt.

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Hier muss auch noch je ein Falz rein.

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Den mache ich dieses mal an der Fräse.

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Ok – passt. Der Boden ist im Grunde schon mal fertig.

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Das Holz für die Einflugöffnung soll variabel sein. Deshalb ist das Holz zum rausnehmen.

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Die richtige Größe / Höhe der Einflugöffnung nehme ich direkt ab.

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Hier ist Einsatzfräsen gefragt. An sich kein Hexenwerk – wenn man mitdenkt.

Also. Das Werkstück wird Links angelegt und – WICHTIG – wird Rechts durch einen Anschlag / Brett unterstützt. Nur so kann verhindert werden, dass das Werkstück beim Einsetzen des Fräsers zurückschlägt.

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So vorbereitet, ging das sehr schnell. Nun können die Fluglöcher schnell & einfach in der Größe variiert werden.

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Nun noch auf die richtige Höhe zusägen.

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Und fertig sind die Eingangstürchen für unsere Bienen.

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Die Rähmchen liegen Innen auf einem Falz auf.

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Den einen Falz kann ich an der Kreissäge machen.

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Mit zwei sauberen Schnitten ist das ratz fatz erledigt.

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Auf der anderen Seite werde ich eine kleine Leiste anschrauben.

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So passen die Rähmchen gut in das künftige zu Hause.

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Unter dem Gitter im Boden ist noch ein weiterer Boden.

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Diesen Boden lasse ich auf einer dünnen Leiste laufen. An der Säge sind die schnell geschnitten.

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Weil sie gar so dünn sind und die Schrauben das dünne Holz sprengen würden, bohre ich lieber vor.

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Nun können die Leisten angeschraubt werden.

Tip:

Bei meinem Protool Schrauber (sollte baugleich zum jetzt zu kaufenden Festool sein) kann man die Bits auch direkt in den Antrieb stecken und spart sich so die Spezial Bits von Festo….

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Dann ist der „unterste“ Boden auch schon fertig.

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Die Teile vom Rohbau sind nun komplett.

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Niklas hilft mir, kleine Leistchen zu sägen.

… diese automatische Rechtschreibkorrektur macht mich noch verrückt: sie wollte „Leichen sägen“….

=> hat jemand eine Ahnung, wo man das deaktivieren kann? Ich finde diese Einstellung leider nicht und die nervt ungemein…

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Das Gitter im Boden läßt sich gut mit einer Schere auf Maß schneiden.

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Niklas hat sich eine spezial Vorrichtung einfallen lassen, wie man kleine Teile schleifen kann.

Recht findig der junge Mann 🙂

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Nun kann ich das Gitter in den Boden festtackern.

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Damit die Bienen sich später aber nicht verletzen, kommen auf das Gitter noch kleine Schutzleisten. Die säge ich an der Säge.

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Niklas passt auf, dass der Papa alles richtig macht.

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Mit diesen kleinen, dünnen Leisten ist er zufrieden.

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Die können nun oben auf das Gitter genagelt werden.

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So sind keine scharfen Ecken & Kanten mehr und für die Bienen besteht keine Verletzungsgefahr mehr.

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Auf „Schreinerpapier“ ist ein Maß mal eben schnell notiert.

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Niklas hat vorgeschlagen, noch kleine Griffe an den Brettchen für das Einflugloch anzubringen. Dann kann man sie besser wechseln.

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Eine gute Idee und schnell umgesetzt.

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Die Kanten werden noch mit dem kleinen immer dabei Hobel – meinem Lie Nielsen Nr. 102 gebrochen.

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Für den Deckel müssen wieder zwei Bretter zusammen geleimt werden. Da hier noch ein Blech drüber kommt, werde ich diese Bretter „nur“ stumpf verleimen.

Dieses mal habe ich die Bretter zusammen gefügt.

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Das geht schnell und funktioniert sehr gut.

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„Papa, ich will auch einen Kasten bauen“.

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Der Deckel ist dann schnell verleimt.

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Fertig.

 

11 Kommentare zu “Bienen Ablegerkasten”

  1. Hallo Tom,
    schönes kleines Projekt und Du hast gleich wieder mal ein paar Werkzeuge ausprobieren bzw. Bearbeitungsmethoden (Nut- und Federhobel) üben können!
    Ich hatte mir ja auch ein Brett von der Fichte mitgenommen für das kleine Nachtkästchen – die astfreie Optik ist wirklich schön, besonders, wenn das Holz noch so schön hell ist.
    Auch bei mir hat sich nach dem Verleimen der Deckplatte ein Riss gezeigt, den ich aber mit etwas verdünntem Leim und mittels Staubsauger, der den Leim durch den Riss saugt, sehr gut reparieren konnte. Er ist nach dem Schleifen nicht mehr zu sehen.
    Beim einem der nächsten Treffen müssen wir mal die Bienen besuchen gehen!

    Gruß
    Martin

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  2. Hallo Tom,
    schöne Kästen, handwerklich schön umgesetzt. Bienen sind schon was Tolles – das wird sicher auch spannend für die Kinder, sie im Garten zu beobachten.
    Herzliche Grüße,
    Andreas

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  3. Hallo ihr beiden,
    das habt ihr wieder sehr schön gemacht und es ist wirklich ein sinnvolles Projekt.
    Die Überlegung hatte ich auch schon, für Barbara´s Bienenkästen, aber mangels Dickenhobel hätte ich alles von Hand machen müssen.
    So haben wir uns entschieden die Kästen doch zu kaufen. Wie du schon sagst, selber machen ist nicht billiger, aber man hat mehr Spass dabei

    Gruß Marcus

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  4. Hallo Tom sowie Niklas,
    da habt ihr zwei wieder ein schönes Projekt gestartet.Ich lese Euren
    Baubericht aus dem fernen Thailand.Also,ich möchte die schönen
    Berichte von Dir sowie M.Hild oder Heiko Rech fern ab von der Heimat
    nicht verpassen.
    Viele Grüße
    Klaus

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    1. Hallo Klaus,
      schon witzig, was das Internet so mit uns gemacht hat. Selbst am „Ende der Welt“ kann man noch Neuigkeiten aus der Heimat abrufen. Dir eine schöne Zeit in diesem tollen fernen Land! Herzliche Grüße
      Tom

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  5. Moin Thomas,

    das sind sicher mit die am aufwendigsten hergestellten Bienenkästen. Respekt.

    Kleine Anmerkung, der gezeigte Ponal Wasserfest, ist aber kein D4 Leim sondern nur ein D3 Leim!
    D4 geht nur mit dem Ponalö Super 3 und dem D4-Härter Zusatz.

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    1. Hallo Micha,
      Danke für den Hinweis. Ich habe eben noch einmal nachgeschaut – der Leim hat tatsächlich „nur“ D 3. Bisher dachte ich, dass er das hätte. Jetzt ist’s aber klar.

      Wirklich wirtschaftlich ist der Bau von solchen Kästen tatsächlich nicht. Zumindest nicht, wenn sie das alles haben sollen, wie die hier gezeigten. Sicherlich könnte man den Prozess noch an der ein oder anderen Stelle optimieren. Wenn man sich aber mal vor Augen hält, dass sowas im Netz schon ab rd. 25 € angeboten wird. Da kostet das Holz ja schon fast mehr und da ist dann noch keine Arbeitszeit, Maschinen und, und, und…. eingerechnet. Das alte Thema…

      Herzliche Grüße

      Tom

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    1. Hallo Richard,

      vielen Dank, dass Du das rausgesucht hast. Wenngleich ich nicht annähernd so viel gezahlt habe. Die Dinger sind ja richtig teuer geworden…

      Herzliche Grüße

      Tom

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  6. Super Bericht – DANKE!
    Genau so ein Projekt steht bei mir auch an, da ich meine kleine Imkerei auch erweitern will – 2 Ablegerkästen und 3 komplette Beuten mit jeweils 3 Zargen 🙂

    Gruß aus dem Hochschwarzwald
    Frank

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