11. Schubkasten – 2. Teil

Heute kann ich mit dem Schubkasten weitermachen. Es steht Zinken per Hand auf dem Programm….

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Nachdem nun der kleine „Einschub“ erledigt ist und der Boden trocknet, kann ich mich nun dem Zinken widmen.

Die Brettstärke (= Schwalbenlänge) nehme ich mit dem Streichmaß direkt ab.

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Dieses Maß kann dann auf die Seitenteile übertragen werden.

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So. Nun ist es ganz gut zu erkennen, was ich oben mit der besseren Übersichtlichkeit mit der Nut für den Boden gemeint habe. Ich kann nun die Schwalben so ausrichten, dass die Bodennut schön verdeckt wird.

Das ist im Grunde kein riesen Drama, wenn man hinten ein „Loch“ sieht – muss aber nicht sein und sieht auch besser aus.

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Man kann sich das Leben auch leichter machen. Dieses mal habe ich sogar dran gedacht und den Zwischenraum gerade so groß gemacht, dass ich mit meinen Stemmeisen in einem Rutsch stemmen kann und nicht immer umsetzen muss.

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Noch mal ein Check, ob mir das so auch gefällt. Ich muss auch gestehen, dass es da durchaus mehrere Varianten gegeben hat… 🙂

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Nun geht es an’s Sägen. Nicht unbedingt meine Kernkompetenz.

Grund genug, es mal wieder zu üben!

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Ok – nicht perfekt, ich bin aber zufrieden.

Ich nehme mir vor, beim nächsten mal, die Säge – noch – „leichter“ in der Hand zu halten, damit das Sägeblatt durch den Druck nicht in eine Richtung gezwungen wird, in die es nicht soll.

Eine Sägeführung möchte ich – aus Prinzip – nicht. Ich will’s richtig lernen und nicht nur gerade sägen, weil es sowieso nicht anders ging, weil die Säge zwangsgeführt war. Basta. 🙂

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Nun kann ich mich an’s Stemmen machen. Es ginge sicher noch schmaler, aber ich will’s mal nicht übertreiben…

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Mit gefällt’s.

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Nun kann die Stärke der Schwalben auf das Frontbrett übertragen werden.

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Nun kommt ein Arbeitsschritt, bei dem ich – immer noch – die meisten Fehler mache. Das Übertragen/Anzeichnen der Schwalben.

Und da ist mir ein „Trick“ eingefallen, den ich mal in einer Fine Woodworking gelesen hatte. In die vorbereitete Bodennut wird ein passendes Hölzchen eingebracht. Das verringert die Neigung der Teile, zu verrutschen.

Ein passendes Hölzchen ist mit dem Hobel kurzerhand hergerichtet.

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Passt.

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Nun sind die beiden Teile zueinander fixiert; das Anzeichnen sollte einfacher/präziser gehen.

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Mit dem Anreißmesser übertrage ich die Maße.

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Weil die dünnen Schnitte nur schlecht zu sehen sind (…) habe ich sie noch mit einem Bleistiftstrich nachgezogen.

… und weil ich gerade dabei war, habe ich auch noch die Bereiche gekennzeichnet, die „raus“ müssen. Sicher ist sicher.

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Stemmen.

Zuerst quer zur Faser.

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Dann längs.

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An sich gefällt’s mir ganz gut.

Ich weiß nicht, wie’s Euch geht. Aber am meisten verletze ich mich beim Stemmen. Das ist meist nicht wirklich schlimm. Das Blut versaut aber das Holz (meist merkt man es gar nicht und tropft so lustig vor sich hin in der Werkstatt) und dann muss nachgearbeitet werden.

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Nun kann ich mich der Rückwand vom Schubkasten widmen.

Da habe ich mir fast ein wenig den Kopf zerbrochen, wie ich die Teile miteinander verbinden möchte. Entschieden habe ich mich dann für eine simple Nut-/Feder – Verbindung.

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Die Feder möchte ich mit der Handsäge herstellen.

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Die grobe Form, wie sie „aus der Säge“ kommt.

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Noch ein paar Züge mit dem Simshobel.

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Fertig ist eine winklige Feder.

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Auch die Nut möchte ich per Hand herstellen.

Die Flanken werden eingesägt.

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Das Gros vom „Abfall Holz“ stemme ich mit dem Stemmeisen raus.

… so ein „Zufall“, dass die Nut- / Feder gerade so breit ist, wie das Stemmeisen 🙂

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Damit der Nutgrund auch schön gleichmäßig wird und alles gerade ist, gehe ich mit dem mittleren Grundhobel noch mal drüber.

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Das Feintuning der Nutflanken übernimmt dann der kleine Lie Nielsen Nr. 98 Hobel.

Den braucht man nicht oft, aber wenn, dann bin ich sehr froh, ihn zu haben.

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So eine simple Tätigkeit und es liegt doch wieder einiges an Werkzeug auf der Hobelbank, das ich  gebraucht habe.

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Es wird spannend – das Verleimen geht los. Passt alles?

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Den Leim trage ich – hier – lieber mit einem kleinen Pinsel auf, da komme ich besser in die Ecken.

Nicht zuviel Leim, der quillt sonst nur raus und muss wieder mühsam rausgeholt werden.

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Alles im Winkel.

Wenn das – so – hinhaut, habe ich mir angewöhnt, gar keine Zwingen anzusetzen. Im Zweifel zieht man das Holz nur wieder aus dem Winkel und das Theater ist groß.

Die Verbindung hält aus sich heraus ja schon sehr gut.

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So kann der Schubkasten jetzt mal trocknen.

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Niklas hat sich noch ein Restholz geschnappt – er möchte ein Geschenk für seine Cousine bauen.

„Schau mal Papa, das kann ich alleine auseinander brechen“.

Mittlerweile weiß er schon, wie er das Holz belasten muss, damit es so bricht, wie er möchte.

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Dann wechselt er an die Tischbohrmaschine – er will „Löcher“ bohren.

Mit der Maschine lasse ich ihn mittlerweile sogar allein arbeiten. Er weiß, wo’s gefährlich werden kann und passt auf. Lange Haare hat er ja nicht (noch…).

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Dann geht es an’s Schleifen. Mann, war er da stolz, dass er mit der „richtigen“ Schleifmaschine arbeiten durfte.

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Fertig ist sein Geschenk.

Und wieder was für’s Leben gelernt – man muss nicht immer etwas kaufen, kann schöne Dinge auch selbst machen und so etwas persönliches mitgeben.

Es geht weiter mit „12. Schubkasten – 3. Teil

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3 Kommentare zu “11. Schubkasten – 2. Teil”

  1. Hallo Tom,
    ich verfolge, wie immer, ganz gespannt den Fortschritt Deiner Arbeit. Leider habe ich es auf dem letzten Treffen verpasst, mir den Tisch in natura anzusehen.
    Halbverdeckte Zinken erscheinen mir noch etwas aufwändiger zu sein als offene. Da gibt es mehrere Fugen, die genau passen müssen. Für Schubladen und insbesondere wenn kein Doppel vorgesehen ist, ist das aber die geeignete Variante. Und es ist einfach schön, wenn es Details gibt, die man nicht sofort sieht.
    Bei der Nut-Feder-Verbindung für das Hinterstück bin ich gespannt, ob das auf Dauer hält. Ich wünsche es Dir natürlich! Fingerzapfen mit Keil hätte ich hier auch ganz passend gefunden, habe ich aber selber auch noch nicht gemacht.
    So, und weil ich die Gelegenheit verpennt habe, muss ich jetzt wieder auf das nächste Kapitel warten!
    Liebe Grüße
    Martin

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    1. Schönen guten Abend Martin,
      🙂
      Mit der Nut-/Feder Verbindung lasse ich einfach mal auf mich zukommen. Große Gedanken mache ich mir aber nicht. Der Faserverlauf ist ja gleich und es ist keine echte Last drauf. Die gekeilten Zapfen hatte ich mir auch gedacht, dann aber wegen des Aufwands verworfen.

      Herzliche Grüße

      Tom

      PS: den Tisch kannst Du dir – sehr gerne – natürlich in Natura anschauen.

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      1. Ja, ja, bei mir meckern, weil die Schrauben an meiner Säge nicht ordentlich ausgerichtet sind und selbst zu faul für eine gescheite Verbindung 😉
        Du hast schon recht, die Hauptbelastung beim Öffnen und Schließen wird von Deiner Verbindung gut aufgenommen und der Faserverlauf stimmt natürlich auch.
        Beim nächsten Mal schaue ich mir den Tisch natürlich gerne genauer an.
        Liebe Grüße
        Martin

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