13. Finale

Der Tisch wird heute fertig. Ein paar letzte Arbeiten stehen noch an, dann kann er an seinem neuen Wohnort einziehen.

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Die Schublade braucht noch eine Führung. Ich habe mich für eine simple, in einer Nut geführte Variante entschieden.

Und hier kommt der „große Einsatz“ von dem Restholz, das ich ganz am Anfang von dem Ursprungsbrett abgesägt habe.

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Die Maße werden angerissen und gegenseitig übertragen. Wichtig war mir, dass die Nut nicht genau in kritischen Stelle rauskommt.

So kann ich es so ausrichten, dass die Nut mittig in einer Schwalbe/kurz davor endet.

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So kann ich dann den Falz anzeichnen.

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Den Falz säge ich an der Tischkreissäge.

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Der erste Schnitt.

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Der zweite Schnitt – das Abfallholz ist links vom Sägeblatt und kann sich so nicht zwischen Parallelanschlag und Sägeblatt verklemmen.

Das ist eine Unfallquelle!

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So aber kann nichts klemmen – und alles ist gut.

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Noch ein paar Hobelzüge mit dem großen Lie Nielsen Simshobel. Ich möchte die Oberfläche möglichst glatt haben, um so eine möglichst leichtgängige Funktion zu gewährleisten.

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Nun noch ein paar Löcher vorgebohrt, damit die Führungsleisten montiert werden können.

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Fertig sind die Führungsleisten – für „mau“.

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Nun kann ich mich an die Nut im Schubkasten wagen.

Damit die Ausrisse möglichst verringert werden, habe ich mich für einen Spiralfräser entschieden.

So ein „Zufall“, dass der einen Hauch breiter ist, als der Falz von der Führungsschiene.

Das sind Dinge, an die denke ich mittlerweile vorher. Das spart viel lästige Nacharbeit…

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Die maximale Tiefe vom Falz ist angezeichnet. Ich werde einen Hauch darunter bleiben. Davon verspreche ich mir, dass die Schublade später dann leichter läuft.

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Mit dem Parallelanschlag der Oberfräse geht’s dann zur Sache. Wichtig war mir, dass da – auch am Schubkasten selbst – nichts wackelt und alles schön fest ist.

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Die Nut selbst war dann schnell gefräst.

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Nun kann die Schublade montiert werden – ein spannender Moment. Passt auch alles?

Ich bin allein und habe nur zwei Hände. Ich behelfe mir mit den Schraubzwingen. So kann ich so lange fummeln, bis die Schublade genau so sitzt, wie ich sie haben möchte.

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Was habe ich da geflucht! 2 Stunden sind bei so einem albernen Schritt drauf gegangen.

Ich konnte die Löcher nicht vorbohren, weil mein Schrauber zu lang war. So habe ich mir damit beholfen, Schrauben zu nehmen, die ich mit einer Ratsche eindrehen kann.

Dumm nur, dass die erst greifen müssen. Und das tun sie nur, wenn ordentlich Druck ausgeübt werden kann. Gar nicht so leicht tief unter dem Tisch….

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Weil’s so viel Spaß gemacht hat und auch so hervorragend funktioniert hat, ist mir dann nach drei Schrauben noch ein „Problemchen“ eingefallen.

Ich habe die Löcher in den Führungsschienen passend vorgebohrt. Das hat zur Konsequenz, dass ich die Tischplatte mit den dann sechs Schrauben am Arbeiten hindere – und so die ganze Arbeit mit den Gratleisten zunichte machen würde.

Also; hilft nichts. Alles noch einmal raus. Es war sehr gut, dass ich allein in der Werkstatt war….

Nun habe ich die Löcher – satt – erweitert, Unterlegscheiben verwendet und dann das ganze Spielchen von vorne…

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Irgendwann war’s mir dann zu blöde. Ich habe den Tisch auf den Auslegertisch von der Kombimaschine gestellt. Dann muss ich – wenigstens – nicht stundenlang auf dem Boden rumkriechen und versuchen, blöde Schrauben einzudrehen.

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Dann hatte ich – doch noch – eine Idee. Vorbohren konnte ich nicht. Was aber geht, ist eine dünne Schraube mit einem ganz kurzen Schraubendreher einzudrehen. Das erzeugt das notwendige Führungsloch.

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Auf die Idee hätte ich mal früher kommen sollen! Ab da ging’s dann sehr flott.

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Geht doch! Der Schubkasten lässt sich nun so weit ausziehen, dass man auch noch „hinten“ gut dran kommt und der Schubkasten selbst aber noch stabil von der Führungsschiene geführt werden kann.

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Damit der Schubkasten nicht im Eifer des Gefechtes ganz heraus gezogen wird, habe ich noch an beiden Seiten Stoppklötzchen angebracht.

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Fertig ist der Tisch.

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Wirklich?

Die Qualitätskontrolleure waren in der Werkstatt und haben Pfusch entdeckt…. Ok – ich geb’s ja zu. Hat mir auch nicht gefallen. Ich hatte aber keine Lust mehr, alles – noch mal – auseinander zu nehmen.

An der Montage vom Zwischenboden muss also noch etwas geändert werden.

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Also zeichne ich die Umrisse der Auflageplatten an.

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Und nehme den Tisch – doch – wieder auseinander. Zumindest an einer Seite.

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Nun kann ich mit der Oberfräse das „zuviel“ weg fräsen. Das mache ich frei Hand. Es geht ja nur drum, dass die Tiefe einheitlich ist. Der Rest muss keine Schönheitswettbewerb gewinnen, da im nicht Sichtbereich.

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Nicht perfekt, erfüllt aber seinen Zweck.

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Die Platten passen nun rein. Auch hier habe ich kleinere Schrauben genommen, als die Löcher groß sind. So kann die Platte noch arbeiten.

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Gefällt uns – viel – besser.

Der Abstand zu den Füßen ist bewußt – das ist der Puffer, um dem Holz die Möglichkeit zum Arbeiten zu geben.

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Die Oberflächenbehandlung möchten wir an derjenigen vom Esszimmertisch orientieren. Beide Tische sollen gleich aussehen – nicht nur vom Stil her.

Die feinen Weißpartikel erhalten den schönen, hellen Ton vom Holz sehr gut (= zusätzlicher UV Schutz).

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Insgesamt drei Aufträge hat der Tisch bekommen.

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Und dann kommt der Brennstempel zum Einsatz 🙂

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Nun kann der Tisch endlich an seinen Bestimmungsplatz.

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Der Schubkasten läuft butterweich und läßt sich mit nur einem Finger bedienen.

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Wir haben uns gegen einen Griffknauf entschieden. Er würde den Gesamteindruck nur stören und wäre auch nur etwas, an dem man immer wieder mit dem Fuß hängen bleibt.

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Die Schweizer Kante und die nicht sichtbaren Gratleisten gefallen mir sehr gut. Das freut mich sehr, dass das so gut geklappt hat.

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Ein moderner Tisch, gefertigt in der klassischen Technik. Es geht – uns gefällt’s.

Fertig.

Zurück zur Projektübersicht Couch Tisch.

Die Oberflächenbehandlung ist unter „Oberflächenbehandlung – Esstisch, Couchtisch & Barhocker“ dargestellt.

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9 Kommentare zu „13. Finale“

  1. Ich bin wieder mal überrascht, wie Du mit frischem Elan so ein Projekt angehst. Danke auch für das Finish mit der Lasur. Das ist recht unkonventionell. Normaler Weise würden wir das Pigmentöl in Kalkweiß empfehlen. Aber offensichtlich hast Du den Bogen raus, dass es nicht zu einer Überölung kommt und dennoch genug von dem Naturharzöl eingezogen ist.

    Grüße aus Frangn

    Frank von Natural-Farben.de

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  2. Hallo Tom,
    wieder ist ein schönes Stück entstanden mit Höhen und Tiefen,jedoch
    jetzt freut man sich und alles ist vergessen.Herzlichen Glückwunsch.
    Herzliche Grüße
    Klaus.

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  3. Hallo Tom,

    sehr schön geworden, dein Tisch!
    Gefällt mir sehr gut!!
    Sag mal: was ist denn eigentlich der Grund, dass man die Bilder nicht mehr in „gross“ anschauen kann??
    Viele Grüsse
    David

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    1. Hallo David,
      🙂 Danke.

      Das mit den Bilder ist ein Thema, das ich leider nicht steuern kann und den genauen Grund schon seit Monaten nicht herausbekomme. Geht mir nämlich auch auf den Senkel. Die Bildergröße ist die gleiche. Das ist „irgendeine“ Einstellung, die jedoch weder ich noch der Support von WordPress finde. Da wurde offenbar etwas am grundsätzlichen Skript geändert.

      Gibts’s ein Bild, das dich besonders interessiert – das könnte ich Dir natürlich per eMail schicken.

      Herzliche Grüße

      Tom

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      1. Hallo Tom,

        haha – ich kann nächste Woche mal einen Spezi fragen – vllt. weiss der ja was..
        Ich finde alle Bilder interessant 🙂 ich schaue die Seite halt auch ab und an mit dem iPad an – und dann sind die Bilder teils halt doch recht klein…

        Viele Grüsse
        David

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  4. Hallo Tom,
    sehr schön und individuell ist Dein Tisch geworden, und er passt perfekt zum Esstisch!
    Man kann viele schöne Details und klassische Elemente entdecken – kaufen kann man so ein Schmuckstück nirgends (außer beim Schreiner).
    Mit dem Bohren bei beengten Platzverhältnissen hatte ich auch schon so meine Probleme. Inzwischen leihe ich mir da gerne die Nagelbohrer/Handbohrer meines Sohnes aus – die werden oft unterschätzt und sind dennoch preiswert.
    Schön, dass Du auch noch die Ausfräsungen an der unteren Platte vorgenommen hast. Das war mir auch aufgefallen und so ist der Tisch nun wirklich perfekt und Deines Stempels würdig!
    Liebe Grüße
    Martin

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    1. Hallo Martin,
      🙂 Danke

      Das mit den Nagelbohrern (ich kenne sie unter Kastanienbohrern 🙂 ) ist auch eine gute Idee – Danke für den Tip.

      Herzliche Grüße von der anderen Ecke von München

      Tom

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