7. Schweizer Kante – Teil 2

Heute geht es weiter mit der Schweizer Kante. Das wird wieder recht anstrengend werden…

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Doch bevor es an die eigentliche Arbeit geht, ist erst einmal Feintuning gefragt.

Die Kanten der sind zu brechen. Solch filigrane Arbeiten mache ich am liebsten mit meinem kleinen Lie Nielsen Nr. 102.

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An der schmalen Kante zieht der wieder diese lustigen Spiral Hobelspäne.

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So langsam wird’s. So gefällt es mir jetzt sehr gut.

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Nach dem vielen und langen Arbeiten sammelt sich in meiner kleinen Kellerwerkstatt recht viel Feuchtigkeit. Meine Hobel rosten leider, wenn ich sie nicht immer mit einem dünnen Ölfilm überziehe.

Ich habe mir daher angewöhnt, die Hobel nach dem Arbeiten mit einem Microfasertuch abzureiben und dann mit einem dünnen Film von Kamelienöl einzureiben. Das geht seit nunmehr rd. 3 Jahren recht gut und die Hobel sind gut in Schuss.

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Nun kann ich mich der zweiten Platte widmen (= Zwischenboden vom künftigen Tisch).

Die Schräge wird mit einem Bleistift, geführt am kleinen Kombinationswinkel, angezeichnet.

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Doch bevor es richtig losgehen kann, muss der Hobel erst noch einmal geschärft werden.

Die Führung wird an meiner Einstelllehre eingestellt. Das Ding ist so einfach & simpel wie genial. Geht ratz fatz und kostet „nichts“.

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So vorbereitet, kann ich dann auf meiner Schleifführung die (Mikro) Fase nachschärfen.

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Das ist dann auch recht schnell erledigt. Man erkennt die Mikrofase recht gut. Das reicht.

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So vorbereitet, zieht der Lie Nielsen Nr. 4 wieder schöne Späne.

Wenn man ganz genau hinschaut sieht man, dass die Ecken vom Eisen einen Tick „angehoben“/verrundet sind. Der Span wird zu den Kanten hin immer dünner. Das verhindert oder reduziert zumindest die durchaus lästigen Hobelspuren, wenn das Eisen in der Fläche ins Holz eintaucht. Aber so getunt, ist das kein Thema mehr.

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Man muss schon ordentlich „hinlangen“ und auf Dauer ist das für einen Büromenschen wie mich durchaus anstrengend.

Ich muss einfach wieder mehr auf’s Rennrad, so geht das nicht auf Dauer … 🙂

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Aber, die Lie Nielsen Hobel sind selbst von dem doch sehr harten Ahorn Holz recht unbeeindruckt und verrichten hervorragende Arbeit.

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Hier ist noch einmal zu sehen, dass ich eine kleine, zusätzliche Kante bis kurz vor den Anriss angehobelt habe, um ein Maß zu haben, bis wohin die Schräge geht.

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Irgendwann war’s mir mit dem Hobeln dann aber doch zu fad und ich wollte mal was Neues ausprobieren.

Also habe ich mich daran erinnert, dass man mit einem Zugmesser – gut und schnell viel Abtrag erreichen kann.

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Das ging dann tatsächlich erstaunlich gut. Man muss sich ein wenig daran gewöhnen und ein Gefühl für das Messer entwickeln. Besser ist auch, wenn man daran denkt, beim Ziehen die Knöchel einzuziehen. Die rumpeln sonst gegen die Gratleisten und das gibt dann Blutflecken auf dem frischen, unbehandelten Holz, die erst wieder mühsam entfernt werden müssen.

Braucht kein Mensch… 🙂

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Ok. Feinarbeit sieht wirklich anders aus. Aber für’s Grobe war das tatsächlich gar nicht so schlecht. Ging zumindest deutlich schneller, als mit den Hobeln.

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Das Finish haben dann aber wieder die Hobel übernommen.

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Endlich! Beide Platten sind fertig.

Es geht weiter mit „8. Zarge + Halteklötzchen

Zurück zur Projektübersicht Couch Tisch.

 

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5 Kommentare zu “7. Schweizer Kante – Teil 2”

  1. Hi! Deine Ahorntische sehen sehr gut aus! 🙂
    Ich verarbeite gerade Ahorn zu einem Bett und mach mir Gedanken über die Oberflächenbehandlung. Idealerweise sollte die dezente Maserung des Ahorns etwas angefeuert werden – aber ohne den hellen Ahorn insgesamt stark zu verdunkeln.
    Was hast du für deinen Esstisch gewählt? Im Blogeintrag finde ich leider keinen Hinweis 🙂

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    1. Hallo Andreas,
      für die letzten Arbeiten mit Ahorn (Esstisch, Sitzbank und jetzt den Couchtisch) habe ich ein Öl verwendet, in dem Weißpigmente enthalten sind (hier ist ein Bild von dem Gebinde: https://holzwerkstattblog.com/projekte/2015-2/esszimmertisch/17-schlussarbeiten/). Bisher sind wir durchaus zufrieden mit dem Produkt. Man muss sich nur im klaren sein, dass eine geölte Oberfläche empfindlicher ist, als eine lackierte. Letztere hat noch weitere Nachteile (z. B. kein „Holz“ Gefühl mehr, die schichtbildenden Oberflächenbehandlungen bekommen früher oder später Risse, in die dringt Feuchtigkeit ein und dann ist der Aufwand, das wieder zu reparieren um ein Vielfaches größer).
      Am besten wird sein, Du probierst das mal an einem Restholz aus. Gerade das Anfeuern ist sehr individuell und von Holz zu Holz unterschiedlich (sogar selbst bei „Ahorn“).

      Viel Erfolg!

      Herzliche Grüße

      Tom

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      1. Hi Tom, danke für die schnelle Antwort – den Abschnitt mit der Oberfläche hatte ich irgendwie übersehen :/
        Ein Bekannter hat mir den Tipp gegeben den Ahorn vorher mit Holzlauge zu behandeln (bspw. von WOCA). Damit soll angeblich das nachgilben deutlich reduziert werden. Hast du da Erfahrungen mit? Googlen bringt irgendwie nur mehr oder weniger offensichtliche Werbeseiten dieser Firma hervor.

        Danke für deine Unterstützung!
        Gruß
        Andreas

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      2. Hallo Andreas,
        das mit der Holzlauge habe ich noch nicht probiert – da möchte ich nicht’s zu sagen. Zumindest in der Produktbeschreibung von dem Öl mit den Weißpigmenten steht, dass die eben das Vergilben rauszögern sollen. Beim Tisch haben wir nach rd. 1 Jahr noch nichts negatives feststellen können.
        Herzliche Grüße
        Tom

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