Kluppe

Nachdem ich nun ein so schöne Säge habe, muss die natürlich auch ordentlich geschärft werden.

Eine Kluppe (Feilkluppe/Sägekluppe) muss also her.

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Meine bisherige (aus Metall) ist leider zu kurz.

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Die neue Säge passt da gar nicht mehr rein – sie ist mit 40 cm deutlich zu lang.

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Der Bauplan ist dieses mal recht übersichtlich.

Ich möchte die Kluppe allerdings in der Höhe variabel haben (um sowohl im Stehen als auch im Sitzen arbeiten zu können) und möglichst flexibel sein, wo ich arbeite.

Das lasse ich jetzt mal „purzeln“ und sich entwickeln.

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Also schnappe ich mir ein paar Resthölzer vom Ahorn, die hier noch rumliegen.

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Es geht los mit dem Hobeln.

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Das war dann bald erledigt.

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Um einen besseren Kontrast zu erreichen, möchte ich oben auf der Kluppe ein dunkles Holz einbringen.

Ich hatte noch Ebenholzstückchen, das ich mir mal von einem Holzhändler bei einem Hamburgaufenthalt mitgenommen hatte. Ein sehr schönes Holz. Das habe ich bisher noch nie gehobelt. Ich bin von der Oberfläche und den Eigenschaften aber sehr angetan.

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Den Falz für das Ebenholz stelle ich mit der Tischkreissäge her.

Der erste Schnitt ist schnell gesetzt.

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Der zweite folgt sogleich.

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Mit den beiden Schiebehölzern ist mir an der Säge deutlich wohler.

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Passt schon mal ganz gut.

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Die Feinarbeit erledigt dann mein großer Lie Nielsen Falzhobel Nr. 610.

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Sieht gut aus – alles im Winkel.

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Niklas hat ein großes Projekt vor und besucht mich in der Werkstatt.

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„Papa, ich möchte mir ein Haus zum Sägen bauen. Da kann ich dann das Holz sägen, das ich den Nachbarn für ihren Kamin verkaufe“.

Geschäftstüchtig ist der junge Mann ja.

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Die Restebretter für das Dach sind auf der Tischkreissäge fix geschnitten.

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Die beiden Lauser haben dann gleich angefangen, zu bauen.

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Nun kann ich die Ebenholzstreifen einleimen.

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Ich bin ja – jedesmal – wieder aufs Neue überrascht, wie viele Zwingen man auch für an sich kleine Dinge braucht.

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Niklas baut dann ganz tapfer immer noch weiter, als er schon alleine war.

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Aus den Zwingen raus, konnte der Ebenholzstreifen schon passend geschnitten werden.

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Die Feinarbeit erledigt dann die große Lie Nielsen Rauhbank Nr. 7. Das muss alles präzise sein, sonst kann das Sägeblatt nicht ordentlich gespannt werden – und „singt“.

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Die Arbeitsschritte und der Aufwand ist dann wie beim Fügen per Hand.

Jetzt passt es.

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Damit ich mit der Feile besser an das Sägeblatt komme, schräge ich die beiden Hälften oben ab.

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Wird doch schon langsam.

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Dann macht es durchaus Sinn, sich einmal Gedanken zu machen, welche Sägen denn künftig mit der Kluppe geschärft werden sollen.

Also habe ich mir meine Lie Nielsen Zinken Säge geschnappt – die hat die geringste Sägetiefe und gibt damit die maximale Höhe der Backen vor. Sonst passt sie nicht in die Kluppe.

Also nehme ich das Maß direkt am Objekt ab.

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Und übertrage das mit dem Kombinationswinkel auf die Kluppe.

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Das muss alles weg. Rechts und links der Kluppe, damit man die Säge auch mal wenden kann.

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Das mache ich mit den Stemmeisen.

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Die kleinen Stücke, die ich vorhin abgeschnitten habe, können sich hier gut bewähren.

Sie helfen, als Unterlage, dass das Werkstück beim Stemmen nicht so stark schwingt.

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Na also, geht doch. Nun passt auch die kleinste Säge rein.

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Nun muss ich aber noch irgendwie die „Füße“ der Kluppe an die beiden Backen bekommen.

Zunächst wollte ich das mit einer Gratverbindung machen (ähnlich einer Gratleiste). Das ging dann aber nicht auf Anhieb und der Aufwand, den ich hätte treiben müssen, um das zum Laufen zu bringen, war mir zu viel.

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Also. Ganz klassisch.

Eine Schlitz- & Zapfen Verbindung. Die 1/3 Regel halbwegs beachtend, waren die Maße kurzerhand angezeichnet.

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Dann kann ich auch mal wieder mein „Zauberdingens“ aus der letzten Ecke der Werkstatt kramen, das ich mir mal vor Jahren gebaut habe.

Sehr oft nutze ich es offensichtlich nicht – sonst wäre es nicht so verstaubt.

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Der große Vorteil ist aber, das man ohne die Finger zu gefährden, den Schlitz sehr einfach an der Tischkreissäge herstellen kann.

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Das geht sehr schnell und ausreichend genau.

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Es empfiehlt sich allerdings, wenn es wirklich auf Präzision ankommt, den letzten Millimeter per Hand zu bearbeiten. Das Sägeblatt verläuft oder flattert doch gerne mal und die Toleranzen bei der Verbindung sind dann doch sehr gering, wenn die Verbindung wirklich dicht werden soll.

Nicht, dass es hier wirklich darauf angekommen wäre. Aber die „Lie Nielsen Floats“ (Fräserfeile) wollte auch mal wieder mitspielen und durfte dann die letzten Feinheiten bearbeiten. Der Vorteil von den Dingern gegenüber einer normalen Feile ist deren Nachschärfbarkeit. Sie arbeiten wie ein Hobel und das Ergebnis wird wirklich sehr gut. Sicherlich kein must have, aber durchaus gut brauchbar.

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Geht doch.

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Dann geht es ans Verleimen.

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Beim Aufräumen ist mir dann eingefallen, dass ich die „Abfallstreifen“ von der Schräge ja eigentlich auch sehr gut als Richtscheit (Winding Sticks) nutzen kann. Durch das kontrastierende Holz ist eine etwaige Schieflage beim Hobeln sehr gut zu erkennen.

Die hebe ich mir auf.

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Hier mal ein praktisches Beispiel (https://holzwerkstattblog.com/projekte/2014-2/schubkasten-regal/6-aushobeln-per-hand-3-teil/).

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Zum Brechen der Kanten nehme ich wieder den kleinen Lie Nielsen Nr. 102 und für die letzten Ecken ein Stemmeisen.

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Die kleinen Scharniere montiere ich an der Hobelbank vor. Das Brett dient mir als Anschlag, damit alles auch gerade wird und in der Flucht ist.

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So vorbereitet, kann dann auch die zweite Seite der Scharniere angebracht werden.

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Und der Block mit den Scharnieren angeleimt werden.

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Nun müssen noch zwei Schrauben durch, damit die Kluppe fest gespannt werden kann.

Die vorderen Schrauben möchte ich bündig mit der Front haben. Die Vertiefung arbeite ich mit einem Forstnerbohrer an.

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Dann kommt ein langer Holzbohrer zum Einsatz.

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Der erste Versuch war mit diesen Maschinenschrauben.

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Das Gewinde war ein wenig zu kurz. Nachgeschnitten war es schnell.

Das hat nur leider nicht funktioniert. Die Schraube ist immer durchgedreht. Ich fand es unpraktisch, wenn ich vorne immer mit einem Schraubenschlüssel und hinten mit dem „Schraub-Ring-Ding“ hätte hantieren müssen. Kontern war wegen des nicht durchgehenden Gewindes nicht möglich.

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Dann habe ich mir kurzerhand zwei Gewindestangen passend geschnitten.

Und schon geht’s.

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Ich kann die Kluppe sowohl in der Vorderzange,

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als auch in der Hinterzange spannen. Die „Beine“ sind unterschiedlich breit. So wird nur an dem hinteren Bein gespannt und das vordere ist frei beweglich. Das hat den Vorteil, dass ich die Hinterzange nicht jedesmal öffnen muss, wenn ich die Säge um-/ausspanne.

Das hintere Bein ist länger als das vordere, so dass ich auch in der Vorderzange spannen kann.

Und zu guter letzt kann ich auf diese Art und Weise auch die Arbeitshöhe variieren.

Ziel erreicht.

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Die Backen schließen perfekt.

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Auch die selbst gebaute, neue Säge passt in ihrer vollen Länge rein.

Fertig.

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