Schleifpapier Rollen Halter – Teil 1

Seit einiger Zeit gehe ich schon schwanger damit, mich dem Thema „Schleifen“ zu nähern. Die letzten Projekte und nicht zu letzt das Drechseln haben wieder einmal gezeigt, dass es – endlich – an der Zeit ist, einen ordentlichen Schleifaufbau anzugehen.

Das habe ich nun endlich getan und einen Schwung Schleifpapier bestellt. Der muss nun aber halbwegs ordentlich aufbewahrt werden. Eine Anregung habe ich in einem Forum gefunden, die ich gerne aufgenommen habe.

Ein Schleifpapier Rollen Halter wird gebaut. Sicher nicht die größte Design- und/oder Schreinerkunst. Das Ziel ist „Zweckmäßigkeit“ – quick and dirty.

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Kein riesen Plan. Für ein so grobes Projekt reicht das schon. Ich wollte unter den eigentlichen Rollen noch eine Möglichkeit haben, benutztes Schleifpapier aufzuheben – dann hört hoffentlich endlich dieses Kuddelmuddel in der Werkstatt mit rumfliegendem Schleifpapier auf. Also kommt unter jeder Körnung noch eine kleine Schublade rein.

Die Maße geben die Schleifpapierrollen vor.

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Im Baumarkt habe ich mir dann zwei Baudielen geholt. Mein Verhältnis zum Baumarkt ist und bleibt einfach gespannt. Das hat sich auch dieses mal wieder gezeigt.

Es mag an mir und meiner zugegeben etwas flüchtigen Art liegen, Preise am Produkt zu lesen und zu überschlagen, ob mir das zusagt und dann über Kauf oder Nichtkauf zu entscheiden. Aber bei unserem ist es mir nun schon – wiederholt – passiert, einen Preis gelesen zu haben, nur um dann an der Kasse festzustellen, dass das nicht (wie sonst üblich) der Preis für das Brett im Ganzen war sondern nur der pro Meter. Der Dame an der Kasse war das leidlich egal („da kann ich auch nichts machen“).

Also ich komme mir da für dumm verkauft vor. Zugegeben. Ich könnte ja einfach genauer schauen. Ich bin dann sogar noch mal zurück gegangen. Es stimmt. Der Preis pro Brett steht da auf dem Schild – in einer Schriftgröße von geschätzten 4. Der Preis pro Meter ist in 24-er Schrift. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Zumal es bei den allermeisten Produkten (auch dort im Markt) genau anders rum ist. Der Preis für das Produkt groß, der pro Einheit klein. Nun gut.

Jetzt weiß ich’s ja – und kaufe wo anders.

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Ich habe dann ein wenig im Netz nach dem günstigsten Schleifpapier Rollen gesucht. Schleifpapier ist teuer. Aber bei meinem Verbrauch sollte es Jahre reichen.

Wichtig war mir, dass es flexibel ist. Ich möchte es vornehmlich zum Drechseln haben und da sind immer wieder runde Formen zu schleifen.

Bei der Abstufung hat es sich bewährt, die nächste Körnung so zu wählen, dass der Abstand von einer Körnung zur anderen etwa die Hälfte der gröberen entspricht. Hört sich komplizierter an, als es ist.

Beispiel: 1. Körnung 80; 2. Körnung 120 usw. Das habe ich dann bis Korn 400 durchgezogen.

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Die Dielen werden gehobelt. Erste Seite.

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Erste Kante.

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Und dann in der Dickte die jeweils gegenüberliegende.

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Fertig ist das Ausgangsmaterial.

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Maß nehmen „am lebenden Objekt“.

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Dann kann auch schon abgelängt werden.

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Der Rohbau entsteht.

Damit ich als einfach strukturierter Mensch nicht durcheinander komme. werden alle Teile zusammen aufgestellt – und bleiben auch dort. Nur zu schnell schleicht sich sonst ein Flüchtigkeitsfehler rein und der Ärger ist hinterher groß.

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Das Maß für die Stange, auf der die Rollen aufgehängt werden, übertrage ich mit dem großen Kombinationswinkel; einmal eingestellt, spare ich mir dann bei den ganzen Brettern das dauernde Messen.

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Die Stange möchte ich so einbringen, dass ich sie nach oben hin rausnehmen kann, wenn eine Rolle zu wechseln ist. Das Ende bohre ich mit einem Forstnerbohrer vor.

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Den Rest mache ich dann an der Fräse.

Der Magnet (im Vordergrund) ist das Ende der Fräsung. Diese Magnete habe ich mir mal in Großbritannien bestellt; ich bin sehr überzeugt von den Dingern, weil man sie überall frei platzieren kann. Sehr praktisch.

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Das ergibt dann eine saubere Führungsnut.

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Jetzt geht mir das Holz aus. Neues wollte ich nicht mehr kaufen (siehe oben…).

Meine Rahmensäge kommt zum Einsatz.

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Das Brett wird in der Mitte auseinander gesägt. Mit der Rahmensäge geht das tatsächlich ratz fatz.

Also zumindest für diese Anwendung brauche ich mal keine Bandsäge.

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Der Schnitt ist „ordentlich“.

Das, was nicht ordentlich ist, liegt an dem Typ hinter der Säge; dafür kann die Säge nichts.

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Die Kleinigkeiten werden mit der Dickte beseitigt.

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Im Grunde ist der Rohbau jetzt fertig.

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Die Verbindungen mache ich mit der Domino Fräse DF 500.

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Großartig Anzeichnen wollte ich nicht. Die Domino hat da ja diese durchaus praktischen Pins – dieses Maß habe ich dann einfach genommen. Da hat jemand mitgedacht bei der Konstruktion der Maschine.

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Fertig sind die Teile + Verbindungen.

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Es kann losgehen mit dem Verleimen. Alles ist vorbereitet. Bei so einem Projekt nehme ich lieber meine selbst hergestellten Dübel. Da reichen die allemal – und kosten „nix“.

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Es kommen doch einige Teile zusammen, die innerhalb der (immer zu kurzen), offenen Zeit vom Leim zusammengebaut werden wollen.

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So. Das wäre schon mal geschafft.

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Der erste Teil des Halters passt schon mal in die Ecke. Zugegeben. Die Bretter sind „ein wenig“ zu dick/wuchtig. Alles durch den Hobel jagen wollte ich aber nicht. Ist ja nur für die Werkstatt.

Der zweite Teil muss oben drüber. Er passt aber nicht. Das Rohr hatte ich nicht auf dem Programm…

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Na, da schneide ich eben die vordere Ecke ab.

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Das war dann an den äußeren Ecken schnell erledigt.

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Die beiden mittleren Bretter wurden mit der Stichsäge behandelt.

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Und schon passt es.

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Ich habe mich für die „quick and dirty“ Variante entschieden. Mein Schleifpapier wird mit einer Schere von der Rolle geschnitten. Eine extra Vorrichtung zum Abtrennen war mir jetzt zu aufwändig. Sollte das auf Dauer nicht gehen oder die Schere zu schnell stumpf werden, kann ich mir immer noch etwas anderes überlegen.

Es geht weiter mit „Schleifpapier Rollen Halter – Teil 2

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8 Kommentare zu “Schleifpapier Rollen Halter – Teil 1”

  1. Hallo Tom,
    ein paar Gedanken meinerseits zum Thema Schleifpapier.
    Ich war auf einem Drechselkurs, wo mir gesagt wurde:
    „Leute, verwendet am Besten Schleifleinen anstelle von Schleifpapier. Papier „bricht“ wenn man es knickt! Und beim Grünholzdrechseln ist am Besten Schleifgitter zu verwenden, weil die kann, wenn es verklebt ist, ausgeblasen oder ausgewaschen werden!“

    Seitdem verwende ich für alle Arten von Holzarbeiten nur mehr die runden Schleifgitter, welche für den Schwingschleifer passt.

    lg Sigi

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    1. Schönen guten Abend Sigi,
      das stimmt sicherlich. Für meine Verhältnisse ist „das“ schon ein Quantensprung – ich hobele lieber. Sollte das jetzt nicht reichen, werde ich „aufrüsten“ 🙂
      Herzliche Grüße
      Tom

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  2. Schönes Projekt, sieht jetzt ordentlich aus… ordentlicher als bei mir 😉

    Wie sind denn eure Erfahrungen mit dem Shcleifpapier ? — Bei billigem Schleifpapier muß man doch schon ein wenig aufpassen.. mit dem aus dem BAumarkt macht man oft mehr kaputt als glatt…

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  3. Ein schönes Projekt und sehr nützlich. Ich spiele auch schon lange mit dem Gedanken mir einen Schleifpapier Abrolle zu bauen. Das wäre ein weiterer Schritt in Richtung aufgeräumte Werkstatt 😉

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  4. Hallo Tom,

    das sind die Projekte die Ordnung in die Werkstatt bringen. Über der Drechselbank hängt auch in ähnlicher Art und Weise das Schleifpapier auf Rollen. Ebenfalls das Indasa Rhyno White.

    Eine kleine Abreißkante aus Metall gibt es noch zusätzlich, ansonsten ist die Schere bald stumpf. Da kann ich dann auch die Reste von Schleifpapier mit einem kleinen Magenten festmachen. … Bilder wären jetzt wohl einfacher.

    Ich schicke dir eines per E-Mail.

    Viele Grüße
    Christoph

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