Zirben – Brotkasten mit Rolladen

Nachdem das mit dem Zirbenholz Bett so gut geklappt hat, wollte Sergio noch einen Brotkasten aus Resten vom Zirbenholz bauen. Weil’s schöner aussieht, soll auch ein Rolladen aus Holz dran. Das wird spannend – Neuland.

Klar, kriegen wir hin.

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So sieht der bisherige Brotkasten (Buche) aus. Zum einen stört Sergio das Holz. Zum anderen wird im hinteren Bereich Platz verschenkt, weil dort die „Rollklappe“ hin muss. Ein wenig größer wäre auch nicht schlecht.

Das Lastenheft ist also gut gefüllt.

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Ok. Ich geb’s zu. So ganz geheuer war mir nicht mit diesem Schiebe – Dingens. Das muss genau passen. Wenn nicht, war die ganze Arbeit umsonst. Wäre mir ja recht unangenehm.

Also habe ich Sergio vorgeschlagen, doch einen viel schöneren viereckigen Brotkorb zu bauen. Der passt auch besser in die viereckige Küche.

… man kann’s ja mal versuchen… 🙂

Holz haben wir noch genug und so bauen wir gleich zwei. Einen für Sergio, einen für uns. Weil wir aber eine Nase weniger sind, wird unserer bescheidener und kleiner.

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Ich hatte am Vorabend das Holz vom Zirbenbett Bau schon mal weitestgends vorbereitet. Im wesentlichen waren die rd. 6 cm starken Bohlen aufzutrennen. Das wäre uns für einen Brotkasten doch zu wuchtig geworden.

Das habe ich mit meiner selbst gebauten Rahmensäge gemacht. Das ist durchaus Arbeit für einen Büromenschen wie mich. Und weil Sergio auch was davon haben sollte, habe ich ihm wenigstens ein Brett aufgehoben, damit er auch was zum Spielen hat.

… ja, das macht Spaß.

Nach einem Brett hat er dann aber auch beschlossen, dass er keinen weiteren Spaß mehr braucht.

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So vorbereitet, können die Bretter in der Dickte auf eine einheitliche Stärke gebracht werden. DSC_1470

Aus diesen Brettern sollen die beiden Brotkästen entstehen.

Es kann nun losgehen.

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Die Rundung für das „Schiebe Dingens“ wird mit dem Zirkel angezeichnet.

Den Mittelpunkt sollte man sich gut markieren – den werden wir noch ein paar mal brauchen …. 🙂

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Der grobe Zuschnitt für die beiden Kästen ist erledigt.

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Niklas hilft uns, die Seiten winklig zu hobeln.

„geht doch ganz einfach“…

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Hat er gut gemacht der junge Mann.

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Damit die Kisten auch wirklich gerade werden, hobele ich dann immer zwei Teile gleichzeitig. So ist sichergestellt, dass sie – absolut – gleich groß sind.

Der Lie Nielsen Bestoßhobel zieht auch im Kopfholz wunderbare, druchgehende und hauchdünne Späne.

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Da war Niklas mal wieder richtig stolz! Er darf uns am richtigen Projekt mit helfen.

Wir brauchen eine kleine Leiste. Niklas übernimmt den Zuschnitt.

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Wir müssen uns einen kleinen Fräszirkel für die Oberfräse „basteln“.

Das Maß für die Löcher, um das Holz an der Fräse zu fixieren wird abgenommen und auf’s Holz übertragen.

Keine Ahnung, wofür diese Löcher wirklich sind – hier kann ich sie aber gut gebrauchen.

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Damit die Schraubenköpfe später das Holz nicht verkratzen, werden die Löcher noch gesenkt.

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Die beiden nehmen sich in der Zwischenzeit den Metallarbeiten an und kürzen die Schrauben auf die richtige Länge.

„oh – das wird ja richtig heiß“…. Nicht, das wir es ihm nicht gesagt hätten. Manche Dinge will „Mann“ aber offenbar am eigenen Leib erfahren….

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Nun noch den Grat weggefeilt.

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Und das Gewinde ein klein wenig nachgeschnitten.

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Schon ist die Frässchablone / der Fräszirkel an der Oberfräse.

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Lina stattet den Männern in der Werkstatt einen Besuch ab – und bringt eine Kokosnuss mit.

Die Löcher werden an der Tischbohrmaschine gebohrt.

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Die Kokosmilch sorgt dann für die notwendige Stärkung.

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… jeder hat was davon…

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Weiter geht’s.

Hier brauchen wir wieder den Mittelpunkt von vorhin (… und ich sach noch…).

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Und nun kann die Nut für die Schiebeklappe gefräst werden.

… die vielen 1/4 Kreise auf dem Holz sind bewußt da – das ist Kunst. 🙂

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Konzentrieren muss man (ich) sich aber schon. Es soll ja genau werden.

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Yep – so gefällt mir das.

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Nun kann auch die Aussenform passend gefräst werden.

… da war er wieder, der Mittelpunkt….

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Wird ja langsam.

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Ich bin ja beeindruckt. Die Teile sind schön gleich geworden.

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Das war dann bei beiden Kästen recht bald erledigt.

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Die „gerade“ Nut mache ich dann doch an der Tischfräse.

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Nun können die Teile mit Lamellos verbunden werden.

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Das war auch recht fix erledigt.

… man darf halt nur nicht durcheinander kommen und einen Schlitz an der falschen Stelle fräsen. Ich sag’s nur. Nicht, dass da jemand mal nicht dran denkt, durcheinander kommt oder sonst was. Wäre ja wirklich ärgerlich und mit Arbeit verbunden…

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Nun geht es an die Fertigung vom Schiebetürchen – oder wie auch immer wir das „Ding“ nennen wollen.

Mit diesen Dimensionen passt die Lamelle zumindest schon mal in die gefräste Nut und den Radius rein.

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Dann schneide ich die Leisten mit dem so ermittelten Maß zu. Meine Schiebehölzer helfen, dass die Finger dran bleiben.

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Er meint es nicht so – er ist nur konzentriert 🙂

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Ich hab Sergio lieber noch einen Espresso kredenzt.

Das hilft – immer.

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Und Caro hat den Kuchen spendiert. Geht doch.

… warum kriege ich eigentliche NIE (…) Kuchen, wenn ich alleine in der Werkstatt bin? 🙂

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Die vielen kleinen und dünnen Leisten lasse ich lieber zusammen durch die Dickte.

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Die Kanten der Leisten werden mit einem 1/4 Stab Fräser gerundet.

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Das mache ich lieber an der Tischfräse.

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In der Zwischenzeit widmet sich Sergio dem Schleifen.

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Nach – einigen – Durchgängen waren die Leisten dann auch fertig.

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Wie viele brauchen wir eigentlich bzw. wie viele passen da rein?

Das probieren wir kurzerhand aus.

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Den Kasten haben wir mal trocken zusammen gebaut. So kann ich das Endmaß für die Leisten abnehmen.

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Und die Leisten auf die richtige Länge kürzen.

Ach ja. Es hilft, wenn man sich vor Augen führt, dass die beiden Kästen unterschiedlich breit sind und das auch beim Zuschnitt berücksichtigt…

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Ein ganz kleiner Versatz hat sich doch noch in der Nut ergeben. Der wird kurzerhand mit dem Seitenwangenhobel egalisiert.

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Das tolle bei dem Wunderding ist, dass man den vorderen Teil abmontieren kann und so bis in die letzte Ecke kommt.

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Sergio war ganz begeistert, von dem Kleinen.

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Die Leisten müssen irgendwie fixiert werden. Normalen Stoff wollten wir nicht nehmen, der wird vom Leim durchtränkt, sieht dann nicht mehr gut aus und vor allem „bricht“ der Stoff mit der Zeit.

So haben wir uns vom „Buchbinder um die Ecke“ (http://www.cl-wittmann.de/) die nötigen Utensilien besorgt. Schön, dass es so etwas noch gibt. Frau Wittmann war uns gerne behilflich – ihr Laden ist ohnehin einen Besuch wert.

So haben wir also von ihr „Papier“ bekommen, das sonst für Buchrücken genutzt wird (das wird durch die vielen Bewegungen nicht brüchig). Dann haben wir noch einen passenden Leim gebraucht. Normaler Weißleim härtet aus und ist nicht mehr flexibel genug. Der Buchbinder Leim ist genau das, was wir brauchen. Der bleibt auch im ausgehärtetem Zustand flexibel genug.

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Weil es den aber nur in sehr großen Gebinden (so um die 10 kg) gibt, hat Sergio lieber ein eigenes, kleines Gläschen von zu Hause mitgenommen.

… die Beschriftung haben wir dann flux angepasst…

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Die Kinder fanden die Vorstellung, „Kinder Tomatensauce“ zum Kleben zu verwenden recht lustig.

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In der Anwendung ist der Buchbinder Leim wie normaler D3 Weißleim; nur flüssiger.

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Damit auch alle Leisten schön gleichmäßig und gerade verklebt werden, haben wir alles gut festgezwungen und gegen Verrutschen gesichert.

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Sieht schon mal gar nicht schlecht aus.

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Nun können wir die Überreste sauber und bündig mit einem Hobelmesser abschneiden.

„wow – das nenne ich mal scharf!“

So soll es sein.

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Der Verleimcountdown beginnt, alles ist vorbereitet.

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Das hat gut geklappt. Lina will kleinere Fehlstellen an unserem Brotkasten verschleifen.

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Damit hinterher alles gut und leicht läuft, haben wir die Nut noch mit Bienenwachs (… selbstverständlich aus dem eigenen Garten) behandelt.

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Fertig.

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… noch nicht ganz.

Premiere vom Brennstempel.

4 Kommentare zu “Zirben – Brotkasten mit Rolladen”

  1. Hallo Michael,

    ein tolles Projekt und wirklich sehr genau gearbeitet. Mir ist das Holz der Zirbelkiefer kürzlich in Südtirol begegnet. Hast du das Holz beim Händler vor Ort erworben?

    Grüße, Marcell

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