2. Teil – Kopfteil

Heute möchten wird das Kopfteil bauen. Wir müssen

  • eine Schablone bauen, um am Anlaufring zu fräsen
  • viele Stäbe herstellen und
  • diverse viereckige Löcher stemmen

Es geht los.

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Als erstes möchten wir uns den Füßen vom Kopfteil widmen. Die beiden Teile müssen absolut gleich werden.

Ich habe mich dazu entschieden, dass zu fräsen. Dafür muss ich mir eine Schablone bauen und an der kann ich dann mit dem Anlaufring die Form abfahren.

Rechnen…

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Mit Hilfe von Fritz & Franz kann ich selbst schiefe Schnitte mit so einem blöden Winkel wie hier gut & sicher schneiden.

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Die grobe Form ist fertig.

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Weil sich aber später beim Fräsen jede Unebenheit am fertigen Werkstück zeigen würde, muss die Form penibelst mit den Hobeln nachgearbeitet werden.

Ein durchgehender Span, selbst hier in Multiplex ist dann – wie auch sonst – ein gutes Zeichen.

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Fertig ist die Form für die Füsse.

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An ihr können wir dann die Maße direkt abnehmen, anzeichnen und auch mal visualisieren, was wir uns bisher nur theoretisch ausgedacht haben.

Die ein oder andere kleine Änderung hat sich dann schon noch ergeben. Und genau dafür kann so eine Schablone auch gut sein.

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Die Maße vom Zapfen der Streben im Kopfteil habe ich mir an einem kleinen Muster angezeichnet. Ich muss sowas immer erst einmal sehen.

Es macht Sinn, dass man sich an dieser Stelle Gedanken über die Prozessschritte macht, die danach kommen. Ich habe keine Domino Dübelfräse (und bin mir ehrlich gesagt auch gar nicht sicher, ob ich sie überhaupt haben will / brauche). So werden wir die Leisten mit einem Zapfen versehen. Das Zapfenloch möchten wir mit der Stemmmaschine machen. Und weil wir zwar Büromenschen – aber nicht blöde – sind, machen wir den Zapfen genau so breit, wie mein breitester Stemmmeissel ist (= 12 mm). Und um nicht an allen Seiten ein neues Maß einstellen zu müssen, machen wir an allen vier Seiten den gleichen Abstand.

So hat es sich „ergeben“, dass der Zapfen 12 mm breit wird (und damit sogar stärker als der stärkste Zapfen der kleinen Domino…) und 31 mm lang. So brauchen wir bei den Zapfenlöchern nur drei mal eintauchen und müssen nicht in der Breite verstellen.

… wäre doch gelacht…

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Das ist ein Ergebnis vom „lebenden Objekt“. Die Streben im Kopfteil sollen nicht mittig angeordnet werden, sondern ein Stückchen in Richtung Bett. Das hat den Vorteil, dass die Kante, die man im Bett sitzend im Rücken hat, nicht so stark ist.

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Die Zapfenlöcher in den beiden Hölzern vom Kopfteil müssen angezeichnet werden. Die Breite wird dann gleich direkt vom Stemmmeissel abgenommen. Das verhindert evtl. Messfehler.

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Ok – das war jetzt wirklich ausprobieren. Die Streben vom Kopfteil sollen gleichmäßig verteilt werden. Mit meinem kleinen Muster ging das dann aber – relativ… – leicht.

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Sergio streng sich ganz doll an, keine Fehler zu machen…

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In der Zwischenzeit kann ich mich den beiden Beinen vom Kopfteil widmen.

Die Schablone schraube ich an den Beinen fest. Natürlich habe ich ein wenig Übermaß gelassen. Dort kann ich nun die Schrauben einschrauben. Das wird dann am Ende abgeschnitten und stört keinen mehr.

So ist die Schablone fest und kann beim Fräsen nicht mehr verrutschen.

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Wieder das Thema „wie ging das gleich noch einmal mit dem Anlaufring?“

Mein Bildchen hilft mir hier aber und so ging’s auch schnell von statten.

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… das dauert…

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Der Fräskopf wird eingestellt.

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Der Fräsaufbau. Schaut so unspektakulär aus.

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Es fliegen doch einige Späne aus der Maschine, die die Absaugung nicht eingefangen hat. Nur höllisch aufpassen, keinen Fehler zu machen. Ich könnte mir vorstellen, dass das keinen Spaß macht, wenn so ein riesen Trumm durch die Werkstatt fliegt.

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Einen kleinen Rand habe ich stehen gelassen, sonst hätte ich mir in die Schablone gefräst.

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Das ist aber überhaupt kein Thema. Die Schablone wird abmontiert und das Fußteil einfach um 180 Grad gedreht noch einmal an der Fräse vorbei geführt. Die vorhin erzeugte Fläche fungiert nun als Form für den Anlaufring und stellt so eine durchgehende und einheitliche Form sicher.

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Die Kopfteil – Bettfüße sind fertig. Das freut mich immer, wenn etwas so gut und schön funktioniert und das Ergebnis gut wird.

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Mann! Irgendwie ist bei dem Projekt der Wurm drin. Ich habe leider die Sicherungsschraube oben am Fräskopf nicht vollständig festgezogen. Das Ergebnis war, dass sich der Fräskopf verkantet hat – und nicht mehr von der Frässpindel gehen wollte. Gar nicht.

Da half nur noch eine zündende Idee und Schmackes. Nicht toll, geht aber.

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Nun kann es mit dem Stemmen der Zapfenlöcher vom Kopfteil weitergehen.

Der Stemmmeissel wird aber zuerst noch geschärft.

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Den Innenkegel säubere ich mit so einem Diamant Kegel. Den habe ich dann noch in die Tischbohrmaschine eingespannt. Das ging besser, als in der Hand.

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Die Stemmmaschine wird eingerichtet. Mit Hilfe von dem Brett wird der Meissel zum Anschlag hin parallel gestellt.

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Nun kann Sergio ganz viele, eckige Löcher stemmen.

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Geht gut mit dem scharfen Meissel.

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Alleine ging das natürlich nicht und so hilft im Niklas tatkräftig.

DSC_1194In der Zwischenzeit kann ich mich den Leisten vom Kopfteil widmen.

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Die Stelle, wo später die beiden waagerechten Balken vom Kopfteil sein werden habe ich mir markiert. Nun kann ich mit Hilfe von meinem kleinen Muster anzeichnen, bis wohin der Zapfen geht. Das mache ich oben und unten.

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Nun kann ich das so – am lebenden Objekt ermittelte – Maß abnehmen und die Leisten zuschneiden.

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Wir brauchen 26 Leisten. Als Reserve (man weiß ja nie, was noch so kommt…) habe ich mir aus nicht ganz so schönem Holz noch 4 Leisten geschnitten.

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Mein Urmodell dient mir als Einstellhilfe für die Tischkreissäge bei der Höhe. Die Zapfen sollen abgesetzt werden. Die Zapfenflanken möchte ich ringsum einschneiden.

Das ergibt sehr saubere Flanken und sieht später einfach besser aus.

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Auch die Tiefe der Zapfen nehme ich direkt von meinem Modell ab.

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Und schon kann ich anfangen, die Zapfen abzusetzen.

DSC_1203Das sind sehr viele Schnitte. In der Zwischenzeit ist Sergio nun auch mit dem Stemmen der Zapfenlöcher fertig geworden.

Es sollte ja „genau“ werden.

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Die eigentlichen Zapfen fräse ich dann an der Tischfräse.

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Niklas wollte weiter arbeiten. Er will „glatt“ machen.

Mit dem „Kinder“ Schwingschleifer darf er also die Mittelstrebe schleifen.

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Da freut sich aber jemand!

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Im ersten Schritt habe ich alle Längsseiten gefräst.

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Dann die kurzen Seiten. So musste ich nicht ständig die Maschine neu einstellen.

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Beim präzisen Fräsen ist manchmal voller Körpereinsatz gefragt. Vor allem, wenn die dünnen Leisten rumzicken.

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Gefällt mir gut so. Keine Nacharbeit notwendig.

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Nicht, dass ich in irgend einer Weise Druck auf Sergio ausgeübt hätte. Nichts liegt mir ferner.

Aber er hat sich dann doch dazu entschieden, die Zapfenlöcher noch ein wenig zu säubern.

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Das ist schon fast Fließbandarbeit. Aber irgendwann war ich dann auch damit fertig.

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Nun konnten wir die beiden Balken vom Kopfteil auf die endgültige Länge kürzen.

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Und auch hier Zapfen anbringen. Das Vorgehen war so, wie oben schon beschrieben.

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Nun haben wir ein „lebendes Objekt“ und können den Zapfen am Kopfteil – Fuß direkt anzeichnen.

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Und mit der Stemmmaschine ein Zapfenloch herstellen.

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Per Hand gestemmt könnte es sauberer sein – aber auch schlechter. So sieht ein mit der Maschine gestemmtes Zapfenloch – ohne Nacharbeit aus. Die Passung ist aber sehr gut und einen Schönheitswettbewerb brauchen wir im nicht Sichtbereich auch nicht gewinnen.

Halten muss es – und das macht’s.

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Nun kann das Maß der beiden waagerechten Balken auf das Brett von Kopf- und Fußteil übertragen werden.

Diese Bretter müssen genau das gleiche Maß haben, sonst wird das Bett schief.

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Sergio schlägt das Maß mit dem Schreinerwinkel um.

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Ich bin dann der arme, der den „finalen“ Schnitt setzen darf.

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Nun können wir das Maß der Füße vom Kopfteil auf die Füße vom Fußteil übertragen.

Das Bett soll ja schliesslich vorne und hinten gleich hoch werden.

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Wieder Maß nehmen am lebenden Objekt. Dieses mal am Fußteil.

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Sergio wollte wieder Stemmen.

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Über diese eckigen Löcher freue ich mich ja jedes mal aufs Neue.

DSC_1245Sergio freut sich auch – er kann es nur nach rd. 10 Stunden in der Werkstatt nicht mehr so gut zeigen…

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Nun muss der Zapfen doch noch mit 3 – 4 Hobelzügen mit dem kleinen Lie Nielsen Simshobel angepasst werden.

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Jetzt ist erst einmal Feierabend.

Das Holz wird aber noch sauber aufgeräumt. Es soll sich beim Lagern in der Werkstatt nicht verziehen.

Es geht weiter mit „3. Teil – Verputzen, Zusammenbau – Finale

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2 Kommentare zu “2. Teil – Kopfteil”

    1. Schönen guten Morgen Anna,
      das Bett steht ja nicht (mehr) bei mir; ich kann also nicht mehr messen. Auf dem „Plan“ im 1. Teil hatte ich mir 1,6 m notiert. Das sind die Innenmaße, orientiert am Lattenrost.
      Herzliche Grüße
      Tom

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