Werte

Ein Thema, das mich seit langem beschäftigt ist, warum in einer so technisierten Zeit wie unserer es immer mehr Menschen gibt, denen es wichtig ist, etwas selbst zu machen. Vielleicht sogar so, „wie unsere Väter“ dies einmal getan haben.

Da gibt es doch Maschinen, Computer und Spezialisten. Die können das sowieso viel besser. Stimmt. Ist aber nicht echt.

Das hat für etwas mit Werten zu tun. Dinge, die in einer so schnelllebigen Zeit vergessen oder in den Hintergrund gedrängt werden. Meist noch mit dem Zusatz „da habe ich jetzt keine Zeit“ dafür. Stimmt nicht.

Das bringt mich zurück zur Ausgangsfrage: Warum mache ich etwas selber?

Für mich hat das etwas mit Authentizität zu tun. Mir ist es wichtig, „für“ etwas zu stehen. Das sollen Dinge sein, die mir wichtig sind. Dinge, wie

–       Familie

–       Ehrlichkeit

–       Beständigkeit

Was haben zig „Facebook Freunde“, mit denen man noch nie ein einziges Wort gesprochen hat, mit nur einem einzigen „richtigen“ Freund gemein? Wie ehrlich ist es, wenn sich die Vorstände einer großen Bank in einem Jahr selbst mehr Bonus zahlen, als das gesamte Institut in dem Jahr verdient hat? Wie beständig ist ein Artikel auf einer Internetseite?

Mir gibt die Arbeit mit Holz sehr viel von dem, was mir wichtig ist. Ich werde meine Kinder nicht ihr ganzes Leben beschützen können. Ich kann aber versuchen, sie so auf das Leben vorzubereiten, dass sie sich in den Wirren des Lebens zurecht finden können. Wenn ich ein Brett abschneide und es zu kurz ist, kann ich daran nichts mehr ändern. Punkt. Wenn ich es jetzt aber schaffe, ihnen zu vermitteln, das es nicht schlimm ist, einen Fehler zu machen. Es aber schlimm ist einen Fehler nicht zuzugeben, habe ich schon sehr viel erreicht. Denn damit haben sie eine – ehrliche – Basis. Auf der können sie aufsetzen, aus den Fehlern lernen und so etwas beständiges erreichen.

Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, dass auch in Zukunft unsere Kinder noch sagen:

Das mache ich so, „wie mein Vater das immer gemacht hat“.

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8 Kommentare zu “Werte”

  1. Hallo Tom,
    nach vielen Suchen im Internet bin ich auf deinen Blog aufmerksam geworden und habe einen Artikel zum Hobeln gelesen. Nach dem ich diesen Artikel sehr hilfreich fand habe ich ein wenig auf dieser Seite gestöbert und bin bei diesem Artikel gelandet.
    Ich selbst beginnt gerade mit Holzarbeiten um es eventuell zu meinem neuen Hobby zu machen. Dieser Artikel „Werte“ spiegelt wohl genau den Sinn wieder. Ich mache es da ich etwas selbst schaffen möchte.
    In meinem Umfeld habe ich viele Firmen denen ich alles an Arbeiten auftragen kann. Von der Oberflächenbehandlung üder das Zurechtsägen, Lasern, Schneiden und vieles mehr. Was mich aber antreibt ist der Werkstoff Holz und es selbst zu schaffen daraus etwas zu bauen/fertigen.
    Ich werde sicher noch viele Stunden in deinem Blog verbringen und möchte alleine für diesen Post danke sagen, auch wenn wir uns garnicht kennen.
    Dieser Post wird schon eine Weile alt sein da der erste Kommentar bereits von anfang 2014 ist. Nun haben wir Anfang 2017 und ich habe ihn heute gefunden.
    Beste Grüße
    Denis

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  2. Hallo Tom, ich kann mich Marcus zu 100% anschliessen. Ich bin 71 und aus dem Berufsleben raus. Aber was macht man Heute im Beruf? Man ist meistens Rädchen in einer riesigen Maschine. Egal ob man am Computer arbeitet oder einer handwerklichen Tätigkeit nachgeht, man fängt an der hundertvierten Produktionstelle an und gibt gibt die Aufgabe nach Erledigung an eine weitere Stelle weiter. Man hat nie mehr das Gefühl, etwas selbst! erschaffen zu haben. Ganz anders, wenn du mit Holz oder auch einem andern Material arbeitest, Du musst planen, das Material kaufen und letztenendes mit deinen Händen etwas erschaffen. Nur eine solche Tätigkeit führt zu einer inneren und anhaltenden Befriedigung, ein Produkt zuerst in deinem Kopf und dann mit deinen Händen bis zu Schluss zu erschaffen.
    Gruss Philippe

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  3. Hallo Tom,

    sehr tiefgehende Gedanken, die Du da ansprichst. Sie gefallen mir, da damit Empfindungen ausgedrückt werden.
    Bei der Arbeit mit Holz kommt man früher oder später darauf. Der Ursprung war der Sämling und das Wachstum verläuft in anderen Dimensionen, als unser Lebensweg. Darauf sollten wir uns mit wertschätzender Arbeitsweise darauf einlassen.
    Dann leben wir immer mehr in einer nicht mehr sofort begreifbaren Welt. Die Mikronisierung schreitet immer weiter fort, Die Wege der Verarbeitung sind nicht mehr nachvollziehbar, und unsere Zeit ist so schnelllebig und stressvoll, dass man keine Zeit mehr für die Fragen hat, die man eigentlich stellen möchte.
    Die Arbeit mit Holz und möglichst mit Handwerkzeugen hat da einen ganz anderen Anspruch. Auch Holz lässt keine Fehler zu und wenn es zu kurz ist muss man es neu machen. Aber wir haben die Zeit für ein neues Stück. Fehler gehören zu unserem Leben, auch wenn es Menschen gibt, die sie nicht verzeihen. Diese sollte man da stehen lassen, wo sie stehen.
    Meinen Kindern habe ich immer gesagt, macht Fehler und Erfahrungen, denn das ist die Lebenschmiede, aus der ihr schöpfen könnt. Versucht sie möglichst nur zweimal zu machen, aber nehmt sie selbstbewußt an.

    In diesem Sinne, Dir und all Deinen Lesern einen schönen Tag,

    herzliche Grüße

    Uwe

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  4. Ich denke das hat sehr viel mehr mit Wertschätzung zu tun. Denn wenn man etwas selber gemacht hat, schätzt man es anders als wenn es „einfach“ nur gekauft ist.
    Meine Jungs haben auch schon sehr viel selber gemacht (Fell gegerbt, Messer geschmiedet, mit Holz gearbeitet, Bogen aus Esche geschnitzt…..).
    Zum einen hatten sie das Erfolgserlebnis, „ich kann das selber“ und bekommen einen Bezug zum Wert des selbst geschaffenen.
    Bei mir ist es auch ein „ich schaffe etwas was man in die Hand nehmen kann“.
    In meinem Job habe ich nur mit Papier zu tun und das auch noch virtuell. Man arbeitet den ganzen Tag, aber man sieht keinen direkten Erfolg. Denn der Computer ist aus und sieht genauso aus wie vorher.
    Wenn ich einen Hocker baue, steht der nach langer Zeit immer noch da und ich sehe direkt was ich mit meiner Zeit angefangen habe.

    Gruß Marcus

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