Ulmia Grathobel – es geht doch…

Bei meinen letzten Projekten hatte ich immer Probleme mit der Gratnut & -feder. Beim Fräsen der Gratnut sind mir bei zwei Projekten insgesamt 2 Fräser abgebrochen. Da die Dinger recht teuer sind, kann & möchte ich das nicht dauerhaft machen. Es mußte eine Lösung her – zumindest für die Gratfedern.

Vor einigen Monaten habe ich in einem Laden schon mal einen Ulmia Grathobel angeschaut. Leider habe ich auch nach rd. 15 Minuten keine ausrissfreie Gratfeder hinbekommen. Blöd.

Im Netz habe ich aber einfach keinen anderen Grathobel gefunden. Nachdem ich im Internet ein Video von jemandem „Wissenden“ gesehen habe, der mit eben diesem Ulmia eine sehr brauchbare Gratfeder hergestellt hat, dachte ich mir. Was der kann, kann ich auch. Also habe ich mir nun – doch – den Ulmia Hobel geholt.

Eine Alternative wäre noch ein Grathobel von Gerd Fritsche. Der ist SUPER! Ich habe mit Gerd auch schon deswegen telefoniert. Der Preis, den er für den Infill haben möchte, ist sicherlich angemessen – da steckt sehr viel Know how und Handarbeit drin. Derzeit ist mir das aber leider zu teuer. Er steht aber auf der „das wäre sehr schön“ – Liste… 🙂

Hier nun die Bilder vom meinem „Ulmia“ Experiment:

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Wichtig war mir, dass der Hobel einen Vorschneider hat und das Hobeleisen „gerade“ ist – alles andere ist mit erhöhtem Schärfaufwand verbunden, weil das Eisen dann auch „schief“ zu schärfen ist….

Die Verarbeitung ist gut; der Hobel ist im direkten Vergleich zu den Eisenhobeln allerdings sehr leicht. Nun gut, bei so einer Anwendung sollte das Gewicht nicht die entscheidende Größe sein.

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Die Eisen sind im Fabrikzustand zwar geschärft – wirklich „scharf“ ist aber was anderes. Man braucht sich nur mal die „Spiegelseite“ anschauen. Da spiegelt – gar nichts.

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So kommen sie – fabrikneu – aus dem Hobel. Das schreit förmlich nach Schärfen.

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Erster Check mit der DMT Platte – die Spiegelseite.

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Ca. 5 Striche über die DMT Platte (ca. 800). Da tut sich nicht sehr viel. Arbeit wartet…

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Also. Noch eine Stufe runter – auf den 120er.

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So sieht dann die Spiegelseite nach ca. 1 min. aus. Das wird noch dauern.

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5 min. später. Wird langsam.

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Ich hab die Spiegelseiten (auch vom Vorschneider) bis hoch zu dem ca. 6.000 DMT Platten geschärft.

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Dann ging es an die Fase. Ursprünglich war eine 25 Grad Fase angebracht. Ich verarbeite meist Hartholz – daher habe ich mich für 30 Grad entschieden.

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Das mache ich mit der Veritas MK II Schleifhilfe. Geht wunderbar.

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Den letzten Feinschliff mache ich dann aber doch mit dem 8.000 Shapton.

 

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Das Ergebnis: eine wunderschön spiegelnde Oberfläche.

Deutlich ist die abgesetzte 30 Grad Fase zu sehen.

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Hobeleisen & Vorschneider sind fertig.

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Stop. Noch ein wenig Kamelien Öl drauf – sonst rostet alles. Muß ja nicht sein. Zum Auftragen nutze ich sehr gerne dieses kleine Fläschen. Wunderbar praktisch.

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Der erste Hobelzug & – Span. Noch sehr große Spanabnahme eingestellt. Es geht aber. Deutlich besser, als damals im Laden.

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Damit kann man arbeiten. Ich freu mich.

 

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4 Kommentare zu „Ulmia Grathobel – es geht doch…“

  1. Hallo Tom,

    Ich habe vor ca. 4 Monaten eine Tischplatte mit Gratleiste gebaut. Mit einem ungebrauchten aber schon ca. 20 Jahre alten Grathobelnvon E.C.E.. Der Vor schneider ist rund. Ich kann mich daran erinnern, dass der Vor schneider von der Maserung geführt und sogar leicht weg gebogen wurde, so dass der Hobel die Spur verließ. Ich denke, es ist eine gute Idee, den Vorschneider in Faserrichtung nicht zu benutzen. Einen Vorschneider wie bei Fräser (die quadratischen) finde ich am besten.

    Das wirkliche Tolle am Grathobel ist, dass man Strich für Strich die Gratfeder genau passend machen kann. Mit Oberfräse könnte ich das nicht hinkriegen. Die Gratnut habe ich mit einer Gratsäge gemacht, was für eine Plackerei… 🙂

    Viele Grüße

    Markus

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  2. Hi Tom,

    ich finde die Form des Vorschneiders beim Ulmia nicht ideal. Als Sägezahn wäre das sehr agressiv. Runde Vorschneider oder flache Winkel schneiden sanfter also sauberer.

    Aber dass das Haupteisen eine rechtwinklige Fase hat ist natürlich sehr praktisch.

    Im Bid sieht es so aus, als ob der Anschlag nicht parallel zur Seite des Hobels (und damit zur Schulter der Gratfeder) stünde. Das wäre natürlich ungünstig.

    Liebe Grüße
    Pedder

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    1. Hallo Pedder,
      mit dem Vorschneider muß ich mal schauen – bei der „typischen“ Gratfeder (d.h. längs der Faser) möchte / werde ich ihn ohnehin nicht nutzen. Auf den Bildern ist er deshalb auch noch zurückgezogen – und ohne Funktion.
      Mit dem Anschlag messe ich gleich noch mal nach – hatte das aber schon beim Probe Hobeln gemacht. Diese Einstellerei ist leider tatsächlich „fummelig“; das lasse ich aber unter „das muß sich erst noch einspielen“ laufen.

      Herzliche Grüße

      Tom

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