Schärfen

Ich möchte hier Wege zeigen, wie ich zu einem scharfen Hobeleisen komme. Ich habe insgesamt 3 Hobeleisen geschärft. Jeweils eine vollständige Fase.

Die Schleifzeit könnte – deutlich – abgekürzt werden, wenn eine Mikrofase angeschliffen wird (vgl. hierzu das exzellente Kompendium von Friedrich Kollenrott / siehe Linksammlung). Um eine Vergleichbarkeit zu erreichen, habe ich – hier – jedoch darauf verzichtet.

Was das Schärfen angeht, habe ich  durchaus einen Weg hinter mir. Ziel dieses Artikels ist es denjenigen, die sich mit dem Thema „Schärfen“ eines Hobeleisens beschäftigen (müssen), eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben. Als ich vor der Entscheidung stand, wie ich künftig schärfen möchte,  hätte ich so etwas damals gut gebrauchen können – und mir viel Geld & Zeit gespart.

Nicht jede Methode ist für jeden etwas – die Schwerpunkte liegen anders. Das muss jeder für sich herausfinden.

1. Schärfen mit DMT Diamant Platten

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– Man kommt zu einem scharfen Hobeleisen.

– Es dauert ca. 20 min.

– Je DMT Dia Schärfplatte sind zwischen 60 € bis 80 € zu rechnen. Man braucht mindestens 3 Platten – insgesamt also ca. 200 €.

– Die Verschmutzung in der Werkstatt hält sich in Grenzen.

– Die Platten brauchen nicht plan gehalten werden. Wichtig ist, dass man mit wenig Druck arbeitet (die Platten gehen sonst unwiederbringlich kaputt).

– um ein – wirklich – gutes Schleifbild zu erhalten, ziehe ich das Eisen am Ende noch mal mit einem Wasserstein ab (= ein zusätzlicher Bearbeitungsschritt).

=> Ich verwende sie gerne.

2. Schärfen mit der Tormek T 7 / mit 2 Diamant Schleifscheiben

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– Man kommt zu einem scharfen Hobeleisen.

-Die Anschaffungskosten einer Tormek T 7 belaufen sich auf ca. 500 €.

– Fängt man mit der groben Scheibe (Korn 180) an und wechselt dann auf die feine Scheibe (Korn 1.200) dauert ein Schleifvorgang ca. 7 – 8 min.

– Läßt man die grobe Scheibe weg und schleift nur auf der feinen Scheibe dauert es ca. 15 min.

– Je Diamant Schleifscheibe muß man mit ca. 150 € rechnen. Die braucht es aber nicht zwingend. Die standardmäßig mitgelieferte Scheibe ist auch gut – muß aber plan gehalten werden. Hinzu kommt, dass sie sich abnutzt – dadurch wird der Hohlschliff an den Eisen immer stärker.

– Die Verschmutzung in der Werkstatt hält sich in Grenzen.

– Die Diamant Scheiben brauchen nicht plan gehalten werden. Wichtig ist, dass man mit wenig Druck arbeitet.

Als Nachteil an der Tormek T 7 empfinde ich, das

– Zwangsläufig ein Hohlschliff an der Fase entsteht (durch den Radius der Schleifscheibe). Je kleiner die Scheibe ist, desto größer fällt der Hohlschliff aus. Das schadet zwar nicht „wirklich“. Gut ist es aber trotzdem nicht, da die Fase geschwächt wird.

– eine Spiegelseite nicht bearbeitet werden kann. Das Planen auf dem mitgelieferten Stein an der Seite funktioniert auf Dauer nicht richtig. Auch diese Seite muß von Zeit zu Zeit abgerichtet werden, was aber nicht geht. Das Schleifkorn wird mit der Zeit „stumpf“.

– Eisen, die breiter als die Schleifscheibe sind, schleifen sich gerne & schnell „bauchig“ (an den Rändern wird mehr als  in der Mitte weggenommen).

– Bei der Tormek T 3 kommt noch dazu, dass man sie nur rd. 30 min. am Stück laufen lassen darf, da sonst der Motor Schaden nimmt. Ich hatte mal eine und habe sie recht schnell wieder verkauft. Mit der Zeitvorgabe bin ich  – nie – hingekommen. Ein weiterer Aspekt der „kleinen“ ist, dass der Durchmesser der Schleifscheiben kleiner ist – der Hohlschliff ist sehr deutlich.

– Die Idee, das Grobe auf der Tormek T 7 zu machen (z. B. eine neue Fase) und dann nur noch die Finalisierung auf den Wassersteinen funktioniert (bei mir) leider nicht. Den Winkel bekomme (ich) nicht so 100 % genau eingestellt, als dass sich nicht einen ganz geringer Unterschied ergeben würde. Der Hohlschliff von der Tormek T7 läßt sich nur schlecht rausschleifen bzw. der an sich gegebene Zeitvorteil ist dahin.

=> Die Tormek T 7 verwende ich nur noch selten

3. Schleifen auf dem Shapton Wasserstein

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– Man kommt zu einem scharfen Hobeleisen.

– Es dauert ca. 5 min.

– Je Shapton Wassersein sind zwischen 50 € bis 90 € zu rechnen. Man braucht mindesten 3 Stück also rd. 150 €.

– Die Werkstatt wird mehr verschmutzt, als bei den anderen gezeigten Varianten – hält sich aber sehr in Grenzen, da nicht sehr viel Abrieb am Stein anfällt.

– Die Steine müssen geplant werden. Das geht aber sehr schnell, wenn man es regelmäßig macht.

– Das Schleifbild gefällt mir von allen gezeigten Varianten am besten („spiegelblank“).

=> Ich verwende sie sehr gerne.

Ich kann – natürlich – nicht alle verschiedenen Möglichkeiten zeigen, die es gibt, um zu einem scharfen Hobeleisen zu gelangen.

Ich für meinen Teil, werde künftig aber hauptsächlich mit den Shapton Steinen schärfen. Das geht am schnellsten und ist am kostengünstigsten.

Hab ich’s schon mal erwähnt?

Schleifen nervt

2 Kommentare zu “Schärfen”

  1. Interessante Zusammenfassungen, das muss ich sagen. Danke!

    Allerdings – erlaube mir eine Frage: Wie viele € hast du in Summe in Schärfequipment investiert? Und hat es sich für dich gelohnt?

    Oder anders gefragt: Was ist deiner Ansicht nach der kosteneffezienteste Weg zum schnellen Schärfen?

    Gefällt mir

    1. Hallo Michael,
      da ist durchaus einiges Geld reingeflossen – leider. Um das anderen Leuten zu ersparen bzw. die Entscheidung für eine Variante zu erleichtern, habe ich diese Gegenüberstellung geschrieben.

      In meinen Augen das schnellste & kostengünstigste Verfahren ist das Schärfen auf Wassersteinen. Es muß nicht zwingend ein Shapton sein. Mit anderen Steinen lassen sich auch sehr gute Ergebnisse erzielen. Da fehlt – mir – allerdings der Vergleich.

      Die Ausführungen oben im Bericht habe ich vor dem Hintergrund Deiner Frage noch einmal ein wenig angepasst.

      Herzliche Grüße

      Tom

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