Schärfen mit DMT Dia Sharp – Diamantplatten

Hier möchte ich – meinen – Weg zeigen, wie ich mit Hilfe von Diamantplatten zu einem  wirklich scharfen Hobeleisen komme.

Es wird ein Lie Nielsen Hobeleisen für einen „langen Flachwinkel Schlichthobel Nr. 62  geschärft. In diesem Falle die komplette Fase um den Ablauf besser zeigen zu können.

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Das Eisen für diesen Hobel ist zu schärfen. Er schneidet zwar noch hinreichend gut. Schiebt man das Schärfen aber nicht so lange raus, bis das Eisen „richtig“ stumpf ist, evtl. sogar schon Ausbrüche hat, dauert es auch nicht so lange.

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Der Originalzustand. Man erkennt eine 2. Fase am Eisen. Die Ursprungsfase hatte 25 Grad. Für harte Hölzer ist dieser Winkel aber sehr ungeeignet. So habe ich mir ein Wechseleisen gekauft und eine 50 Grad Fase angebracht.

Einer der Riesenvorteile der Flachwinkel Hobel. Bei ihnen kann der Fasenwinkel schlicht durch den Austausch des Eisens gewechselt werden. Bei einem „klassischen“ Hobel mit Frosch geht das nur sehr bedingt bis hin zu gar nicht. Die Flachwinkler sind daher – was das angeht – flexibler.

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Der Ursprungszustand der Spiegelseite. Leider ein Thema das mich ehrlich gesagt ziemlich nervt. Ich habe für mich jetzt beschlossen, auf den alten & durchaus richtigen Satz zurückzugreifen und ihn zu beherzigen.

Wichtig ist vorne – (nur) dort findet der Schneidvorgang statt.

Basta!

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Mein Schärfplatz.

Eine Kunststoffwanne, die sonst für die Schuhablage verwendet wird. Eine alte Mehrweg Plastikflasche mit einem winzigen Loch im Deckel, ein alter Lappen und eine Auflage für die Schleifsteine, damit die nicht so arg durch die Gegend rutschen. Fertig.

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Unter der Kunststofffwanne habe ich noch eine Anti Rutsch Matte. Die ist recht hilfreich.

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Jetzt geht’s los.

Mit Hilfe der Winkellehre wird der 50 Grad Winkel an der Veritas MK II Schleifhilfe eingestellt. Wichtig ist beim Schärfen gar nicht so unbedingt der absolute Winkel. Viel wichtiger ist vielmehr, dass der Winkel, den man schleift immer annähernd gleich ist; die Wiederholgenauigkeit gegeben ist. Das ist einer der wirklich wichtigen Dinge beim Schärfen. Kriegt man das nicht hin, schleift man sich – jedes mal wieder – einen Wolf…

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Ich beginne mit der „Coarse“ – Platte (ca. 800). Sollten doch einmal Ausbrüche vorhanden sein, fange ich mit der „Extra Coarse“ Platte an (ca. 180).

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Wichtig ist, dass die Platte vor dem Schleifen mit Wasser benetzt wird. Ein Vorteil der Dia Platten ist, dass sie nicht dauernd im Wasser gelagert werden müssen – und auch nicht geplant werden müssen. Das dauert, kostet Material und gibt eine Riesen Sauerei in der Werkstatt.

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Der Schärfvorgang. Beidseitig gleichmäßiger (sanfter!) Druck ist wichtig. Die Bewegung soll über die gesamte Platte gehen. Ab und zu auch mal drehen. So wird eine gleichmäßige Abnutzung erreicht.

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So sieht die Fase nach rd. 5 Strichen auf der Dia Platte aus. Man erkennt, im Hintergrund den Bereich, der bereits geschärft ist. Im Vordergrund wird noch nicht geschliffen.

Also geht’s noch weiter auf dem Stein. Wichtig ist, erst dann – und wirklich erst dann! – auf den nächst feineren Stein zu wechseln, wenn ein einheitliches Schleifbild über die gesamte Fase erreicht ist.

Ich bin auch – zu oft – der Versuchung erlegen, zu früh zu wechseln. Ach, hab ich’s schon erwähnt? Schleifen nervt.

Erliegt man der Versuchung, wird man postwendend bestraft. Alles auf Anfang. Es bringt nichts – außer noch mehr Schleifarbeit…

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Weitere 10 Schleifgänge. Wird langsam. Der Bereich, der geschliffen wird, wandert immer weiter nach vorne.

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Ein (anderer) guter Indikator ob man mit dem Schleifen an vorne an der Fase angekommen ist, der Grat der entsteht. Den kann man auf der Spiegelseite erfühlen. Fertig ist man, wenn der Grat über die gesamte Fase geht.

Vorsicht. Sehr scharf!

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Der erste Schleifgrad ist fertig. Die Fase ist einheitlich & durchgehend geschärft.

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Wichtig ist das Säubern der Schleifutensilien.

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Ich trockne die Platten gleich nach dem Saubermachen immer noch ab. Dann rosten sie nicht.

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Es geht weiter mit dem „Extra Fine“ Dia Schärfblock (ca. 3.000).

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So sieht die Fase dann nach ca. 8 Schleifgängen aus. Wurde auf den vorhergehenden Steinen gut gearbeitet (d.h. wirklich alles durchgehend & einheitlich), geht’s jetzt schnell.

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Die kleinen Helferlein sind auch wieder da 🙂

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Nun geht’s auf den „Extra, extra Fine“ (ca. 6.000).

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Und so sieht die Fase danach aus. Man erkennt, dass sie zwar einheitlich geschliffen ist. Sie spiegelt aber noch nicht.

Hier könnte man jetzt aufhören. Die Schnittergebnisse sind durchaus bereits „brauchbar“.

Es geht aber noch besser… 🙂

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Also ziehe ich – am Ende – doch noch einen klassischen Wasserstein zu Hilfe. Meinen Shapton 8.000.

Ich habe mir angewöhnt, ihn nach dem Schleifen immer gleich zu planen. Also kann’s gleich losgehen.

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Stop!

Erst wird noch der Schmutz der vorhergenden Schleifvorgänge abgewaschen. Das mache ich übrigens auch zwischen den Schleifvorgängen auf den Dia Platten. Sonst wird das schöne Schleifbild wieder zerstört.

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Es reichen ein paar Züge über den befeuchteten Stein. Ein schön gleichmäßiges Bild auf dem Stein deutet auf ein gutes Schleifergebnis hin.

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Geht doch.

Es spiegelt sich alles. Auf dem Foto kann man es leider nicht so gut erkennen. Aber ein guter Indikator ist, wenn eine durchgehende Linie (in meinem Fall die darüber liegende Leuchtstoffröhre) auch eine gerade Linie bildet, die trennscharf ist. Je unschärfer sie ist, desto „unschärfer“ ist auch die Fase…

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Jetzt – und wirklich erst jetzt – geht’s an die Spiegelseite.

Ein paar Züge auf dem Shapton. Nur der erste Zentimeter. Das Eisen hebe ich – ganz, ganz leicht – an. Die Schleifcracks nutzen den „Ruler Trick“. Da legt man etwas unter (z. B. ein kurzes, dünnes Lineal – daher Ruler) und führt die Spiegelseite dann über den Schleifstein. Dadurch erreicht man, dass nicht die gesamte Spiegelseite geplant werden muß sondern nur der erste – wichtige – Bereich des Eisens.

Das spart Zeit & Nerven und tut’s genauso … 🙂

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Die Spiegelseite ist plan. Sie „klebt“ förmlich am Schleifstein.

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Hier sieht man deutlich, dass die Spiegelseite (nur) im vorderen Bereich spiegelt. Bei Hobeleisen reicht das so.

Wichtig ist, dass sich beide Seiten (Fase & Spiegelseite) an einem Punkt treffen. Das ist die Schnittfläche. (Nur) die ist wichtig. Der Rest ist Optik….

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Nun noch den Shapton gleich wieder planen.

Ich mache das mit der „Coarse“ Dia Platte, mit der ich am Anfang begonnen habe, zu schleifen.

Das geht genauso gut. Es gäbe auch eine spezielle Plan Platte. Die kostet aber ein Vermögen und hat am Ende auch nur die gleiche Oberfläche.

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Wichtig ist, dass gleichmäßig Druck ausgeübt wird.

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Und wieder: Saubermachen.

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Ein erster Test, ob das Eisen scharf ist.

Ein Schnitt an einem Blatt Papier. Läßt es sich – an einer Hand gehalten – leicht und flüssig schneiden, ohne dass die Kanten ausreissen ist es scharf.

Bei so hohen Winkeln wie dem hier (50 Grad) geht das allerdings nicht mehr ganz so gut, wie bei einem 25 Grad Eisen.

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Wichtig!

Nach dem Schleifen wird das Eisen noch eingeölt. Sonst rostet es. Ich verwende hierzu Kamelienöl. Das habe ich in einem kleinen Fläschchen, das ich verschliessen kann und immer bei meinen Hobeln steht & griffbereit ist.

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Mein Holz, mit dem ich das Hobeleisen einstelle. Das liegt unter der Hobelbank immer griffbereit.

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Das Hobeleisen wird noch festgezogen. Wichtig ist, dass man das nicht zu fest macht. Daher mache ich das ganz gerne mit dem Fingernagel. Das reicht vollkommen aus und verhindert sicher, dass die Schraube nicht überdreht wird.

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Zunächst wird der Hobel mit dem montierten Eisen nur an einer Seite über das Holz gezogen. Das wird dann in der Mitte und an der anderen Seite wiederholt. Ist der Span dann an allen drei Stellen gleich dick, ist das Eisen gerade eingestellt.

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Fertig.

Das Schärfen der kompletten Fase hat nach dem hier gezeigten Weg rund 20 min. gedauert.

Schneller geht es, wenn man mit einer Mikrofase arbeitet. Die Ergebnisse sind genauso gut. Bei einem 50 Grad Eisen wollte  ich nur keinen – noch steileren – Winkel. Bei Eisen, die nicht so steil angeschliffen sind, arbeite ich aber auch mit einer Mikrofase.

8 Kommentare zu “Schärfen mit DMT Dia Sharp – Diamantplatten”

  1. Zum Reinigen der DMT-Platten benutze ich einen Schleifbandreiniger. Den gibt es für ca. 15 Euro zu kaufen. Er sieht aus wie ein großer Radiergummi und wird auch zum Reinigen von Schleifhülsen, Schleifbändern und Co genutzt, um die Standzeit auf das Vierfache zu verlängern.
    Das funktioniert sehr gut!

    LG Pierre

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    1. Hallo Pierre,
      vielen Dank für den sehr guten Tip! So ein Ding bestelle ich mir bei der nächsten Bestellung dann mal mit. Ich habe auch mal gelesen, dass das ganz gut mit „Plastiktüten“ gehen soll; selbst ausprobiert habe ich das aber noch nicht.

      Herzliche Grüße

      Tom

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      1. Plastiktüten machen eine irre Schweinerei. 😦 Ich habe diesen Tip mal ausprobiert und rate, die Finger davon zu lassen, zumal diese auch gefährdeter sind, als beim Bandschleifreiniger…

        Liebe Grüße,
        Pierre

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  2. Hallo Thomas,
    verwende auch seit kurzem die DMT-Platten. Stelle jedoch fest dass sich darauf Rost bildet 😦
    Ist das bei dir auch so, oder habe ich durch den Wasserkontakt nun mehrere 100€ in den Sand gesetzt? Was tust du gegen denb Rost? WD40 traue ich mich nicht ganz, da lt. Anleitung kein Öl verwendet werden soll 😦 lg Sigi

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    1. Schönen guten Abend Sigi,
      richtigen Rost habe ich auf meinen Platten nicht. Ich trockne sie nach Nutzung ab – 100 % trocken sind sie aber sicher auch nicht. Was ich – auch – hatte war, dass sich der Schleifabrieb auf der Platte festgesetzt hat bzw. von neuen Eisen der dort aufgetragene Rostschutz festgesetzt hat (insbesondere bei den Veritas Eisen war das sehr ausgeprägt der Fall).
      Ich handhabe es so, dass ich nach dem Schärfen mit einer Geschirrspülbürste den Schleifabrieb abwasche und das Wasser mit einem Lappen abnehme. Den Abrieb vom Rostschutz (= zwischen den Diamant Partikeln festgesetzter Schmutz) habe ich sehr gut weg bekommen, als ich meine Shapton Steine mit den DMT Platten geplant habe. Ich könnte mir vorstellen, dass der gleiche Effekt auch mit anderen (groben) Wassersteinen auftritt. Solltest Du einen haben, wäre es zumindest einen Versuch wert.

      Wenn es aber tatsächlich „echter“ Rost sein sollte und die Platten neu, würde ich das reklamieren. Das kann nicht sein, dass eine neue Platte, die ordnungsgemäß verwendet wird, rostet. Die Dinger „müssen“ mit Wasser in Kontakt kommen, das demnach also auch aushalten. Mit WD40 würde ich in gar keinem Fall dran gehen.

      Würde mich interessieren, wie es bei Dir „ausgegangen“ ist.

      Herzliche Grüße

      Tom

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      1. Ich hab ja zwei Dia-Sharp (grob und extra fein). Beide hatten flächige Rost(Braun) Spuren nach dem Abrichten von einem (Juuma)Hobelmesser. Der Grobe jedoch deutlich weniger als der Feine, wobei ich den Groben zum Schluss noch zum Planrichten des 8000ers verwendet habe. Vielleicht ist das Abrichten eines Wassersteines zum Schluss noch eine Möglichkeit die DIA-Platten sauber zu kriegen? Werde das nächste Mal noch probieren beide DMT-Platten an dem Wasserstein abzurichten. In der Zwischenzeit habe ich ein Scheuermittel aus der Küche (CIF) genommen und mit einer alten Zahnbürste konnte ich das Meiste wieder rauskriegen. lg Sigi

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      2. Hallo Sigi,
        Schmutz ist bei mir von den DMT Platten gut weggegangen, nachdem ich Wassersteine mit den DMT Platten geplant hatte. Mit Scheuermittel auf den DMT’s wäre ich vorsichtig; ich kann nicht abschätzen, ob die darin befindlichen Schleifpartikel die Diamantbeschichtung angreifen.

        Sind die Rostflecken denn überall auf der Platte oder nur an den Stellen, an denen geschliffen wurde? Wenn dem so wäre, würde das für mich eher für Schmutz sprechen. Evtl rostet auch nur der Schleifabrieb von den Eisen. Wurden die Platten nach dem Schärfen gesäubert?

        Herzliche Grüße

        Tom

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