Schärfen auf der Tormek T7

Ich möchte das Schärfen eines (schmalen) Hobeleisens eines Lie Nielsen Einhandhobel Nr. 102 mit Hilfe der Tormek T 7 zeigen. Leider ist mir ein „Missgeschick“ passiert, aber dazu weiter unten.

Hier die Bilder:

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Mein „immer dabei“ Hobel mit dem ich „mal auf die Schnelle“ etwas hobeln kann. Schön ist, dass er nicht rostet.

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Das Eisen im Originalzustand.

Es wurde bereits mit der Tormek geschliffen (25 Grad – Fase). Man erkennt die zusätzliche Mikrofase mit 30 Grad.

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Die Spiegelseite (nur auf der Tormek T 7 hergerichtet).

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Das Einstellen des Winkels mit der Winkellehre. Es zählt (auch hier) nicht unbedingt der absolute Winkel. Entscheidend ist vielmehr die Wiederholgenauigkeit des angeschliffenen Winkels.

Ich entscheide mich dazu, (wieder) eine 25 Grad Fase anzuschleifen; d.h. es ist die gesamte Fase zu schleifen. Viel Arbeit.

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Essentiell wichtig ist, dass das Eisen in die Schärfvorrichtung absolut exakt gerade eingespannt wird. Sonst gibt es sehr ärgerliche Winkelfehler….

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Ich lege immer noch einen – zusätzlichen – Magneten mit in das Wasserbad. Der kann den Schleifabrieb aufnehmen und verschmutzt den Stein nicht so.

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Damit der Winkel immer möglichst gleich bleibt beim Schleifen, justiere ich den Auslegerarm. Um immer den gleichen Abstand zu haben (wichtig!) nehme ich praktischerweise schlicht die Winkelschablone. Die ist ja ohnehin da.

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Eine kleine Hilfe. Bei breiteren Eisen tropft das Wasser nicht auf das Gehäuse und dann unter die Maschine. Das gibt immer so eine Sauerei in der Werkstatt. So kann das Wasser auf das Holz tropfen und von da aus in den Wassertank. Das mag ich – simpel & effektiv.

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Nicht zwingend notwendig, erleichtert hier aber die Darstellung des Schleifvorganges. Durch die Farbe erkennt man die Bereiche, an denen geschliffen wird.

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Es geht los.

Ich schleife mit Diamantscheiben – hier Korn ca. 1.200. Die Diamantscheiben ersparen mit das Abrichten und haben eine gleichbleibenden Umfang – der unweigerliche Hohlschliff wird dadurch verringert, da die Scheibe größer ist.

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Das Schleifbild nach ca. 1 min.

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Und wieder: die kleinen Helferlein sind da.

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Zwischen den Aufnahmen liegen jeweils ca. 1 – 2 min.

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Fast fertig. Ganz recht fehlt noch ein kleines Stückchen.

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„Schärfe sieht man nicht“

d.h. solange man noch eine Spiegelung an der Schnittkante sieht, treffen sich die beiden Flächen (Fase & Spiegelseite) noch nicht absolut exakt . Hier fehlt auf der rechten Seite noch ein klein wenig.

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Nun aber. Fertig.

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Die Fase wird auf der Lederscheibe abgezogen.

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STOP!

Ich hätte schreien können. Beim Fotografieren ist mir die Kamera fast aus der Hand gefallen. Ich habe mich dann entschlossen, die Kamera zu retten – und das Eisen fallen zu lassen….

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Klassiker. An sich fertig. Dann passiert das. Na toll! An beiden Ecken sind Macken drin. Mist.

Bis zu diesem Stadium hat es ungefähr 15 min. gedauert.

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So kann ich das Eisen – natürlich – nicht lassen.

Da ich ohnehin alles noch einmal schleifen muß, entscheide ich mich, gleich eine 30 Grad Fase zu schleifen. Auf harten Holz ist das ohnehin besser.

Das gute daran. So kann ich auch gleich zeigen, wie lange es dauert, eine neue Fase zunächst mit einer groben Diamantscheibe (ca. 180) und anschliessendem Schleifen auf der feineren Scheibe (ca. 1.200 / s.o.) anzubringen.

In allem steckt was Positives…. 🙂

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Also.

Wieder kennzeichnen der Fase mit dem Filzer.

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Die grobe Scheibe – ganz schön grob… Die schafft was weg.

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Die Ergebnisse des Schleifens nach jeweils ca. 1 min. Geht – deutlich – schneller…

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Es hat sich auch schon ein sehr ausgeprägter Grad gebildet.

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Nun noch auf der feinen Scheibe „schön“ schleifen.

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Wieder jeweils ca. 1 min. zwischen den Bildern. Fertig.

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Das gehört auch dazu.

Abtrocknen der Scheibe – sonst rostet sie. Das will kein Mensch.

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Das Eisen nach dem Abziehen auf der Lederscheibe.

Die Fase würde gehen. Die Spiegelseite geht gar nicht.

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Also – Test mit der Diamant Platte, ob die Spiegelseite nach dem Sturz noch in Ordnung ist.

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Hm. Leider nein.

Also auch das noch einmal machen. Wenn schon, denn schon…

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Zunächst auf der groben Platte das Gröbste wegmachen.

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Wieder jeweils nach ca. 1 min.

Die allerletzten kleinen Ecken lasse ich jetzt. Ich hab keine Lust mehr…

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Wieder die einzelnen Schritte durch die 3 DMT – Diamant Platten.

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Auch hier wieder:

Am Ende nehme ich den Shapton 8.000 Wasserstein. Die Polierwirkung ist einfach besser.

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Ein gleichmäßiges Schleifbild.

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So lass ich es jetzt. Nicht perfekt. Die Leuchtstoffröhre ist aber – leidlich – gerade im Spiegelbild. An der Schnittkante ist es noch am besten.

Es ist schließlich hauptsächlich ein Hobel für die Kantenbearbeitung, also etwas für’s „Grobe“…

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Den Schärfetest am Papier besteht das Eisen.

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Im Stirnholz kann das Eisen nun einen feinen, sauberen Span abheben. Auch ein gutes Zeichen & Test.

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Fertig.

Ohne das Missgeschick wäre ich nach ca. 15 min. fertig gewesen. Aber mit allem drum & dran; d.h. inkl. Saubermachen & alles wieder aufräumen.

Der Nachteil der Tormek T 7 ist, dass man – immer – zwangsläufig einen Hohlschliff erhält. Das Eisen wird an der Fase daher geschwächt (Radius der Scheibe). Auf einem Stein / Dia Platte bleibt die Fase eben. Daher ist es wichtig, einen möglichst großen Stein zu haben (ein Nachteil der kleineren Tormek T 3; zusätzlich dazu, dass man diese nur rd. 30 min. am Stück laufen lassen darf, weil sonst der Motor kaputt geht).

Spiegelseiten bekommt man mit ihr allerdings nur sehr bedingt plan. Einzig auf dem mitgelieferten Stein besteht die Möglichkeit, das Eisen an die Seite zu halten. Drückt man hier allerdings zu stark, besteht das Risiko, dass die Scheibe kaputt geht und einem um die Ohren fliegt. Richtig funktionieren tut das aber auch nicht, da auch diese Seite der Scheibe – an sich – abgerichtet werden müßte, was aber nicht geht. Also braucht man – doch wieder – Wassersteine bzw. Diamantplatten…

Bei Eisen, die breiter als die Schleifscheibe sind, kommt noch ein Problem dazu. Man schleift sich die Eisen gerne bauchig (d.h. an den Seiten geht mehr weg, als in der Mitte). Manchmal ist dieser Effekt ja gewollt (z.B. Putzarbeiten), aber eben nicht immer.

Im Ergebnis kommt man aber zu durchaus scharfen Eisen.

 

Folgenden, wie ich finde sehr guten Tip im Zusammenhang mit dem Hohlschliff, habe ich von Bernhard bekommen:

Der Hohlschliff ist sehr oft nützlich; z.B. schleife ich grundsätzlich 25 Grad und habe dann auf dem Wasserstein nur eine „kurze“ Fläche mit 30 Grad zu bearbeiten.
Wenn die 30 Grad Fläche zu „lang“ wird, geht es wieder auf die Tormek. So halte ich meine Schleifzeit ob der kurzen „Fläche“ in Grenzen. Der Hohlschliff ist also nützlich und wird häufig empfohlen.
Danke an Bernhard – das hilft für die Zukunft 🙂
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3 Kommentare zu “Schärfen auf der Tormek T7”

  1. Hallo Tom,

    ein sehr schöner Bericht. Danke dafür.
    Was für Diamantscheiben sind das denn genau auf Deiner T7? Die würden mich für meinen Nassschleifer auch interessieren.

    Gruß
    Christoph
    (der mit den Wekzeugen voller Drechselspäne 😉

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    1. Schönen guten Abend Christoph,
      das ist eine „grobe“ und eine „feine“; den Hersteller weiß ich leider nicht mehr. Ich meine, ich habe die damals bei einem Drechselzubehör Laden in Österreich gekauft (Magma?). Bisher bin ich sehr mit ihnen zufrieden. Man muss nur beachten, nicht all zu viel Druck beim Schärfen auszuüben – sonst geht die Beschichtung ab. Ich meine, bei den größeren (deutschen) Händlern gibt’s die in mittlerweile auch – sogar in verschiedenen Größen.

      Herzliche Grüße

      Tom

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